Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 7 (3.1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 276 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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276 stofferzeugung am Prager staatlichen Gesundheitsinstitut, Dr. B. Feierabend. — Rom. Mit einem Sendeschreiben an den Generalvikar Kardinal Basilio Pompilj eröffnete Papst Pius XI. den Kampf gegen die Unterdrückung der Religion in Russland. — In seiner Sitzung vom 13. II. hat der italienische Ministerrat das Gesetz über die Organisation der jüdischen Gemeinden in Italien angenommen. — San Renio. Bei dem Weltschachturnier, das in diesem Jahre in San Remo stattfand, erhielten die jüdischen Schachmeister Ni m z o w i t s c h und Rubinstein den 2. bezw. 3. Preis. — Sofia. Die Anklage gegen einige Mitglieder des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde, welche aus Gemeindemitteln grössere Summen für den „Keren Hajessod" bewilligt hatten, wurde von der Staatsanwaltschaft zurückgezogen. — Warschau. Unter dem Vorsitz des berühmten Chassidim-Rabbi Israel Kogan aus Radin, des sogenannten „Chofez Chajini", fand eine Konferenz der jüdischen religiösen Führer Polens statt. Es wurde beschlossen, einen religiösen Oberrat zu gründen, in dem alle Richtungen innerhalb des Judentums vertreten sein sollen. — Wellington. Im Alter von 81 Jahren verstarb R abbiner van Stavern, der 55 Jahre lang an der Spitze der jüdischen Gemeinde von Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, gestanden hat und von den australischen Juden sehr verehrt wurde. — Wien. Der österreichische „J üdische Studentenaus schuss" umfasst 1500 jüdische Studenten ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit. — Wiederum gehören dem Verfassungsgerichtshof der Republik Oesterreich zwei Juden an, nämlich die Rechtsanwälte Dr. Becker und Dr. Freundlich. — Der oberste Gerichtshof der Republik Oesterreich bestätigte am 25. I. das Urteil des Innsbrucker Schwurgerichts, welches den Rigaer jüdischen Studenten Philipp Halsmann wegen Todschlages an seinem Vater zu einer Kerkerstrafe von 4 Jahren verurteilt hatte. Halsmann wurde am 29. I. zur Verbüssung seiner Strafe in die Strafanstalt Stein in Niederösterreich verbracht. — Die Chaluzorganisat i o n in Mitteleuropa zählt zur Zeit 1000 erwachsene Chaluzim, von denen 440 aus Deutschland stammen. — Der österreichische Bundespräsident Miklas verlieh dem Präsidenten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Professor Dr. Alois Pick, für dessen Verdienste um die Republik Oesterreich das grosse Ehrenzeichen. — Am 7. II. feierte der berühmte Nervenarzt Dr. Alfred Adler, ein Jude, seinen 60. Geburtstag. Adler, ein Schüler Sigmund Freuds, hat sich besonders auf dem Gebiet der Individualpsychologie grosse Verdienste erworben. — Am 15. II. wurde der bekannte jüdische Ingenieur Johann Kremenetzky, der Gründer der ersten österreichischen Glühlampenfabrik 80 Jahre alt. Kremenetzky war ein Freund Theodor Herzls. Palästina. Am 51. III. 1929 wurden in Palästina 557.649 Moslems, 149 554 Juden, 78 465 Christen und 8850 Angehörige anderer Bekenntnisse gezählt. — Im September 1929 kamen 605, im Oktober 1086, im November 620 und im Dezember 517 Juden nach Palästina. Die Zahl der jüdischen Auswanderer betrug: Im September 150, im Oktober und November je 204 und im Dezember 128. — In den Monaten Oktober bis Dezember 1929 betrugen die Eingänge des „Jüdischen Nationalfonds" (Keren Kajemeth) 48191 Pfund; an dieser Summe ist Deutschland mit 4800 Pfund 'beteiligt. Gegenüber dem Betrage von 31 237 Pfund, der in den gleichen Monaten des vorigen Jahres gespendet wurde, bedeutete dies eine Steigerung von 54 Prozent. Für den „Palästina-Grundfonds" (Keren Hajessod) wurden in denselben drei Monaten des Jahres 1929 59 116 Pfund gespendet; darunter aus Deutschland 8269 Pfund. — Die Orangenernte in Palästina wird in diesem Jahre auf 2J4 Millionen Kisten geschätzt; von diesen werden 500 000 Kisten nach Deutschland versandt. — In Anwesenheit von Vertretern zahlreicher Behörden und Organisationen wurde am 15. IL in der Nähe der jüdischen Kolonie Kirjath Anawim der aus Anlass des 50. Geburtstages des berühmten jüdischen Physikers Professor Dr. Albert Einstein gestiftete Einstein-Wald eingeweiht. — Nach einem Beschluss des Jerur salemer Obergerichtes wurde Frau Rosa Ginsburg, die Schwiegertochter Achad Haams, als erster weiblicher Rechtsanwalt bei diesem Gericht zugelassen. — Laut einem Beschluss des Stadtrates von Tel-Aviv sollen in diesem Jahre am Purim-Feste keine Umzüge stattfinden. — Die infolge der palästinensischen Unruhen unter den Juden Jaffas entstandene Bewegung zur Uebersiedlung nach Tel-Aviv hat eine Steigerung der Bautätigkeit in dieser Stadt hervorgerufen. Pension ROSlM 7pÜ 441. Unter Aufs der ** Riiualkomm. der lsr. Gemeinde. Frankfurt a. M. Straßrnbahuhaltestel'e d«-r Linie 3, 6 und 15 Vornehmstes Lokal am hiesigen Platze Menü von Hark 1.30 an. Uebern. v. FestiichKeiien u. Hochzeiten etc. Sichere Existenz für junges Ehepaar durch Ermietung eines Laden-Lokales in bester Lage von Frankfurt a.M geboten; für Schübe, Herren-Anikel, Aussteueru. 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