Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-02-01 · 6 (2.1930) · p. Seite 236

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
6 (2.1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 236 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3094266-3094348-3094353--2210-3096951
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

236 Betrieben untergebracht wurden. Im Laufe des Monats Oktober 1929 ist die Arbeitslosigkeit unter den Juden als auch unter den Arabern erheblich zurückgegangen. — Die Mitglieder der britischen Unter suchungskommission verliessen am 29. XIL 1929 Palästina. — Die beiden palästinensischen jüdischen Arbeiterparteien „Achduth Haawodah" und „Hapoel Hazair" haben sich zu einer Partei zusammengeschlossen. — In diesem Jahre sollen 500,000 Kisten Jaffa-Orangen nach Deutschland versandt werden gegenüber 200,000 Kisten im vorigen Jahre. Fragen der jüdischen Berufsberatung Von Marie Katzenstein-Niedermayer Eine immer stärkere Berufsnot wird für die jungen Menschen fühlbar, der 'die liebevollste verständigste Berufsberatung nur zu einem ganz kleinen Teil abhelfen kann. Die 14jährigen Schülerinnen verlassen mit hochgespannten Ideen die Schule, jetzt werden sie selbständig ihr eigenes Leben zimmern und Glück und Geld dabei gewinnen. Das steht für sie alle fest, so unklare Begriffe sie auch von Beruf und Welt überhaupt haben mögen. Und wie sieht es dann in der Wirklichkeit aus? Nur sehr selten wird es möglich sein, einen jungen Menschen genau an die Stelle des Wirtschaftslebens zu bringen, für die er von innen heraus prädestiniert ist. Es ist und bleibt ein grosser Unterschied zwischen Beruf, den einer hat, und dem, wozu er berufen ist. Sobald wir nämlich im letzteren Sinne von Beruf sprechen, meinen wir ein inneres Berufensein. Aber selbst die Allwissenheit vermöchte kein völliges Harmoniesystem zwischen objektiven Berufen und subjektiven Berufungen herzustellen. Denn die Anlagen, die ein junger Mensch ererbt und in seiner frühesten Kulturumgebung entfaltet hat, decken sich niemals völlig mit den Anforderungen, die ein bestimmter, gesellschaftlicher Beruf stellt. (Spranger). Zu diesen Schwierigkeiten, die den Wert jeder Berufsberatung einschränken, kommen die besonderen, welche sich aus der stetig zunehmenden Mechanisierung unserer Betriebe und unseres Lebens ergeben. Der junge Mensch muss bald mit Schrecken erleben, dass er selbst fast zu einem Stück Maschine wird. Mit Ausnahme einiger weniger Berufe — etwa dem des Künstlers und Sozialarbeiters — wird die „Seele" heute immer mehr bewusst vom Berufe losgelöst und die Art, wie die Feierstunden verbracht werden, gewinnen dadurch erhöht an Bedeutung. Welche Möglichkeiten bleiben nun der Berufsberatung im Allgemeinen und der jüdischen im Besonderen? Einige Monate vor Ostern beginnen für die Mädchen, die die Schule verlassen, die Sorgen wegen der Berufswahl. Nur ganz selten fühlt einmal ein Mädchen eine „Berufung" für eine bestimmte Tätigkeit in sich. Aber auch diese würde noch nicht viel helfen, ohne die Feststellung, ob dieser bestimmte Beruf zur Zeit aussichtsreich erscheint. So muss fast jede zur Berufsberatungsstelle kommen, die ihre Kenntnisse der Ausbildungsmöglichkeiten und der wirtschaftlichen Lage ständig auf der Höhe halten muss. Die erste Vorarbeit für die Berufswahl wird von der Schule geleistet. Sie führt Karten, auf welchen die Kinder selbst die erforderlichen Angaben ausfüllen und Lehrer und Schularzt ihre ergänzenden Bemerkungen hinzufügen. Diese Karten werden dem Berufsamt übermittelt, das die Kinder zur Beratung bestellt. In allen grösseren Städten steht heute ein Berufsamt mit dem Arbeitsamt in Verbindung, das für die Abteilungen, der höheren Berufe, der kaufmännischen, gewerblichen und ungelernten Berufe über fachmässig ausgebildete Kräfte verfügt. Wenn die Ansicht der Beraterin nicht mit dem Wunsch des Kindes übereinstimmt, oder wenn die Berufsberaterin kein klares Urteil über die Eignung des Kindes gewinnen kann, wird eine Eignungsprüfung vorgenommen. Es gibt Arbeitgeber, die das Ablegen einer Eignungsprüfung zur Bedingung für die Anstellung machen. Selbstverständlich ist, dass die Berufsberaterin ausser der Eignung, den Gesundheitszustand und die physischen Qualitäten zu berücksichtigen hat. Aber auch damit sind noch nicht alle „wenn und aber" erschöpft. NAUMANNS KERNSEI FE MIT GARANTIE-STEMPEL E\f^mm% 'mm ~!^'m\ä ist das beste Waschmittel, für das es keinen Ersatj gibt. Für jeden Pfennig, den Sie das Stück gute Kernseife mehr zahlen, sparen Sie ebensoviel' Mark durch Minderuerschleift der Wäsche. 1 KOHLEN und KOKS sowie alle sonstigen Brennmaterialien S. H O S E S & CO. ZEIL 25 Telefon Hansa 990 I SEfiVEvna EINE NEUE CI6ARRE Ä... " IN FARBE UND QUALITÄT EINE SPITZENLEISTUNG GiMdiOiZ F R AN KF URT M«G EGR-iei»e Blumengeschäft Gottfried Rost Sandweg 6 c, Ecke Friedberger Anlage Carolus 43569 MÄSSIGE PREISE „Edelweiss -Großwäscherei faunusstratle 19 Inhaber: Carl Eisner Tel. Hansa 1880/81 Erstklassige Ausführung in Herrenstärkewäsche, Damenu. Haushaltungswäsche Abholung und Lieferung frei Haus. Postversand nach auswärts. * ..........friaygjjjfc, ,• - r>:.V.".-*-!J'--*c:r">J^r'awwa*«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.