Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 6 (2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 231 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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231 Die im Entwurf vollkommen fertiggestellte und sowohl von der Rechtskommission der Gemeindevertretung als vom Vorstand durchberatene Verwaltungsordnung des Krankenhauses wird von der Gemeindevertretung verabschiedet zugleich mit einer auf Antrag des Herrn Dr. Frenkel gefassten Resolution betreffend die Berechnung von ärztlichen Honoraren für Selbstzahler in der III. Klasse. In den Vorstand der K r a n k e n h a u s s y n a g o g e wird als Eisatz für ein ausgeschiedenes Mitglied Herr Paul Wertheim neu gewählt. In Sachen der Erwerbslosenfürsorge hat der Vorstand eine Sonderkommission mit dem Auftrag ernannt, zu prüfen, ob und welche der für das kommende Rechnungsjahr vorgesehenen sonstigen Arbeiten sofort ausgeführt werden können und hierfür einen Kredit von Mk. 2000.— bereitgestellt. Es wird auch von dem Vorstandsdezernenten für soziale Angelegenheiten Herrn Julius Bloch unter Angabe der im einzelnen hierfür aufgewendeten Summen von den seitens der jüdischen Wohlfahrtspflege im laufenden Jahr vorkommenden Hilfsmassnahmen für erwerbslose Familienväter und Einzelpersonen, sowie über den Stand der von dem Verein Berufsberatung und Arbeitsnachweis eingeleiteten und durchgeführten Anstrengungen zur Produktivierung von Arbeitslosen berichtet. Es herrscht Uebereinstimmung darüber, dass sowohl im Vorstand als auch in der Gemeindevertretung die Sorge für die Erwerbslosen als dringende Aufgabe der beteiligten Stellen angesehen wird, trotzdem aber wegen des unzureichenden Masses der zur Verfügung stehenden Mittel die eigentliche Fürsorgetätigkeit auf die Hilfsmöglichkeiten der öffentlichen und jüdischen Wohlfahrtsorganisationen beschränkt bleiben müsse. Die Gemeindevertretung hält es aber für wichtig, eine ständige Kommission zu haben, welche sich mit den Angelegenheiten der Erwerbslosen beschäftigt, um so in der Lage zu sein, die Wünsche und Anregungen der beteiligten Kreise entgegenzunehmen und wenn möglich zu verwirklichen. Mit der vom Vorstand beabsichtigten vorzeitigen Ausführung von Arbeiten ist die Gemeindevertretung einverstanden, ebenso mit der Beschaffung einer kleinen Wäschereianlage für die im Gemeindehaushalt gebrauchte Wäsche. Bei der Frage der Verrechnung der hierfür notwendigen Kredite ergibt sich eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Vertreter des Vorstands und dem zu der Sache sprechenden Mitgliedern der Gemeindevertretung, wobei der Vorstandsvertreter, Syndikus Dr. Mayer, auf die möglicherweise dann eintretende Verzögerung in der Ausführung des Vorstandsbeschlusses hinweist, falls etwa über die Frage der Etatisierung (der Vorstand sieht Belastung des nächstjährigen Etats vor, während von der Gemeindevertretung Verrechnung im laufenden Rechnungsjahr gewünscht wird) ein Gemeindebeschluss nicht zustande komme. Hierzu stellt der Vorsitzende unter einhelliger Zustimmung fest, dass die erforderlichen Kredite unter allen Umständen genehmigt sind und eine Verzögerung somit nicht in Frage kommen könne. Der Bericht des Gefängnisseelsorgers für das Quartal Oktober/Dezember 1929 wird zur Kenntnis gebracht, desgleichen Schenkungen der Frau Recha Horovitz und des Herrn Rechtsanwalts A. Horovitz aus Anlass des ersten Jahrzeitstages für den verstorbenen Herrn Felix Horovitz für die Synagoge am Börneplatz, sowie die Zuwendungen der Herren Otto Bonwit, Julius Golschschmidt und Direktor Eduard Oppenheim für das Museum j ü d i scher Altertümer. Eine Vorlage des Vorstandes betr. den Zustand der Synagoge und der Friedhöfe in der Kultusgemeinde Niederhof h e i m wird an die Finanzkommission zur Vorberatung verwiesen. Hieran schloss sich eine nichtöffentliche Sitzung, in der Personalangelegenheiten u. a. zur Sprache kamen. Aus den Gemeinden Deutschland. Berlin. In der Sitzung des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde vom 14. I. wurden zu dessen Vorsitzenden Direktor Georg Kareski, zu stellvertretenden Vorsitzenden die Herren Kammergerichtsrat Leo Wolff und Kommerzienrat Gerson Simon wiedergewählt. — In der Sitzung der Repräsentanten- Versammlung der Jüdischen Gemeinde vom 9. I. wurde der Antrag von Dr. Fleischer (b*b.), die kulturellen Zwecken dienenden Gemeindeinstitutionen bei der Abwehr antisemitischer Angriffe zu benutzen, einstimmig angenommen. Auch wurde, dem Antrage Falkenberg (lib.) gemäss, beschlossen, Kurse für jüdische Mütter zwecks Einführung in die jüdische Gedankenwelt und Förderung jüdischer Erziehungsarbeit einzurichten. — Zugunsten der „Jüdischen 'Alters hilfe Gross-Berlins" las Thomas Mann, der Träger des Nobelpreises für Literatur, aus seinem unveröffentlichten Roman „Joseph und seine Brüder". — Aus den Kreisen der jüdischen Jugendvereine und Studenten-Korporationen bildete sich im Rahmen des „Jüdischen Friedensbundes" ein Jugend- und Studentenbeirat, der sich die methodische Erziehung des heranwachsenden jüdischen Geschlechts zum Frieden zur Aufgabe gestellt hat. — Unter dem Vorsitz von Dr. Leo Bramson fand eine Reihe von Sitzungen der Zentralverwaltung des Verbandes „O r t" statt, in denen die in der letzten Zeit entstandenen Probleme der Hilfsarbeit in Sowjetrussland und Polen einer eingehenden Beratung unterzogen wurden. — In einem Rundschreiben fordert das Provinzialschulkollegium für Berlin und die Provinz Brandenburg die Behörden der ihm unterstellten Schulen auf, über die Erfahrungen, die mit nationalsozialistischen Schülerbünden, sowie mit dem sozialistischen Schülerbund gemacht wurden, Bericht zu erstatten. — Das Reichsgericht Für Alle zur Bequemlichkeit und Erholung haben wir einen n e u z e i 11 i ch eingerichteten modernen Erfrischungs- Raum im III. Stock unseres Hauses geschaffen. Jetzt übergeben wir ihn der Öffentlichkeit und bitten um Ihren Besuch. Wir hoffen, dafj Sie sich in dem behaglich ausgestatteten Raum wohlfühlen werden. Wir führen Bier Wein Kaffee, Tee Eisgetränke Torfen, Gebäck Kalte und warme Speisen Spezial« Frühstück Spezial* Kaffeegedeck Amerikanische SodasFonfäne Alle Backwaren werden von uns in eigener Konditorei hergestellt. Wir liefern (per Express dienst) Konditorei-Waren auch aufjer Haus. Fernruf für Bestellungen: Hansa 6899- I nnroi