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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-01-01 · 5 (1.1930) · p. Seite 197

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
5 (1.1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 197 (sequence 25)
Language
German
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betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer 1088, die der jüdischen Auswanderer 66 gegenüber 603 bezw. 130 im Monat September. — Von den 14.016 jüdischen Arbeitern, die in den Städten Palästinas gezählt wurden, leben 6.471 in Tel-Aviv, 4.211 in Jerusalem, 2.029 in Haifa und 1.305 in anderen Städten; von diesen Arbeitern sind 40% in Handel und Industrie und 11% im Baugewerbe beschäftigt. — In den Monaten Juli bis Dezember sind in Palästina 1.976 Kinder im Alter bis zu einem Jahre gestorben; 1.716 unter ihnen gehörten der moslemitischen, 134 der christlichen, 108 der jüdischen und 18 anderen Religionsgemeinschaften an. — Im Jahre 5689 sind an Spenden für den Jüdischen Nationalfonds etwa 257.000 Pfund gegenüber 194.000 Pfund im Jahre 56S8 eingegangen; allein in den Monaten Oktober und November 1929 betrugen die Einkünfte des Fonds 27.656 Pfund, was eine Erhöhung von 55% gegenüber den Einnahmen in den Monaten Oktober und November des vorigen Jahres bedeutet. Für den „Keren H a - je ss od" gingen bis zum 1. Oktober 1929 insgesamt 3.965.2005 ein, von denen 2.190.239 in den Vereinigten Staaten Nordamerikas aufgebracht wurden. — Am 24. XI. verübte der junge arabische Polizeidiener Abdul Ghani Tabek ein Attentat auf den Chef des Justizdepartements der Palästina- Regierung, Generalstaatsanwalt Norman Bentwich, dessen Entfernung aus dem Justizdienst schon seit längerer Zeit von der arabischen Exekutive gefordert wird. — Eine am 4. XI. stattgehabte Versammlung von Moslemiten aus Palästina, Syrien und Transjordanien hat beschlossen, für die Zukunft den Juden die Abhaltung eines Gottesdienstes an der Klagemauer zu untersagen. — Am 12. XII. wurde das geistliche Oberhaupt deraschkenasischen Juden Palästinas, Oberrabbiner Abraham Kook, durch die britische Untersuchungskommission in seinem Amtsraume im Büro des Oberrabbinats vernommen. Am folgenden Tage erschien er vor der Kommission an deren Tagungsort und äusserte sich öffentlich über die mit der Untersuchung zusammenhängenden religiösen Fragen. Der von der britischen Untersuchungskommission als Zeuge vernommene Direktor der Anglo-Palestine-Bank, Hoofien, teilte mit, dass die Juden das Vermögen Palästinas um 45 Millionen, von denen die zionistischen Institutionen „Keren Kajemeth" und „Keren Hajessod" 6V> Millionen Pfund bisher aufgebracht haben, bereichert hätten. In Haifa allein beträgt die Summe, welche von jüdischen Mietern jährlich an arabische Grundstücksbesitzer gezahlt wird, 55 000 Pfund. — Am 11. XII. hielt der bekannte deutsche Schriftsteller und Historiker, Emil Ludwig, einen Vortrag über das Thema „Geschichte und Dichtung" an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Anstalten und Vereine Religionsunterricht und Chanuckafeier. Ein reizendes, herzerquickendes Bild! Der grosse Festsaal der E1 i s a b e t h e n s c h u 1 e, den der Herr Direktor der Anstalt, Dr. Sander, in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt, am Nachmittag des 19. Dezember 1929 gefüllt bis auf den letzten Platz. Kinder jeden Alters, Knaben und Mädchen, in frohester Stimmung. Auch in gespannter Erwartung: Schwestern, Brüder, Vettern, Basen, Freunde, Freundinnen sollen sich auf der prächtigen Schulbühne mit ihren Darbietungen zeigen! Stolze Zuversicht auf den Gesichtern der zugehörigen Mütter, Väter, Grossmütter, Grossväter, Onkels, Tanten und „Fräuleins". Dann geht der Vorhang aus- 197 j einander. Und da kommen sie, die kleinen Buben und Mädels, | auch schon einige angehende junge Damen dabei, eine Truppe j von 72 Personen und Persönchen, und deklamieren und sin-! gen und tanzen und schauspielern und geigen usw. Die mei- 1 sten in wunderhübschen Kostümen, alle mit grösstem Feuer- '■■ eifer bei der Sache, manch vielversprechendes Talent darunter.! Eine besonders wohlgelungene Chanuckafeier, die da unsere tüchtige, geschickte Religionslehrerin Fräulein Paula Rosenbaum ihren Schülern und Schülerinnen aus der E l i sa be t h e n s c h u 1 e und aus der Flolzhausenschule mit unendlich viel Arbeit und Mühe bereitet hat. Das Ganze, durchweht von jüdischem Geist, getragen von jüdischem Wort, ausklingend in alt-jüdische Melodie, eine schöne Mitgabe für die Ferien, die beste Vorbereitung für das häusliche und das synagogale Chanuckafest — ein Stück lebendiges Judentum der Gegenwart in der viel verlästerten Simultansehule. A. L. Schallplattenkonzert. j Die letzte Veranstaltung der Gesellschaft für jüdische Volksbildung zeigte mit welch grossem Interesse diejenigen Veranstaltungen rechnen können, die wohl vorbereitet sind und das Verständnis des Publikums berücksichtigen. Herr Lehrer J. B. Levy hat aus den von der Fa. i Ehrenfeld zur Verfügung gestellten Platten diejenigen i ausgesucht, die eine Gegenüberstellung der deutschen und ' ostjüdischen Chassonim ermöglichten. Die Verschiedenari tigkeit der Kompositionen und ihre mannigfache Ausdeutung durch berühmte Kantoren wurde insbesondere durch; den gewählten immer gleichen Text dem Publikum nähergebracht Die schlichte ergreifende Freitagabendfeier und die! erhaben ehrwürdige Liturgie der hohen Feiertage waren \ ebenfalls im Sinne der Gegenüberstellung als textliche Unterlagen gewählt. Von den Kantoren verdienen neben dem Bruder unseres Oberkantors Fleischmann und dem 1 auch hier schon gehörten Oberkantor Alter die Herren John und Katzin besondere Beachtung. Die einleitenden Worte 1 von Herrn Levy zeigten den ebenso verständnisvollen wie 1 volksbildnerisch begabten Lehrer. Es ist daher kein Wunder, dass die Veranstaltung so zahlreich besucht war, dass ' der grosse Saal des Hoch's Konservatoriums fast bis auf! den letzten Platz besetzt war, obgleich am selben Abend in der gegenüberliegenden Frankfurt-Loge eine grosse Jugendversammlung stattfand. Die Möglichkeiten, die jüdische Bevölkerung an unsere Bräuche, Riten und deren künstlerischen Gehalt heranzubringen, sind gegeben, wenn nur die richtigen Mittel angewendet werden, um die Massen anzulocken. Der Erfolg des Abends ist ausser Herrn J. B. Levy auch der Fa. Ehrenfeld, die neben den Platten den Apparat und Bedienung zur Verfügung gestellt hat, zu danken. Jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M. Abteilung II: Jugendfürsorge Kinderschutz, Pflegestellenwesen, Erholungsfürsorge, Sammelvormundschaft Langestr. 30 Postscheckkonto 54893 Tel. Hansa 9548 Aeltestes Frankfurter Gebäude- und Glasreinigungs-Institut und Erstes Mitteldeutsches Steinrenovierungs-Geschätt Abwaschen u. 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