Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 4 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 138 (sequence 22)
- Language
- German
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Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer. Sitzung vom 2. Oktober 1929. In Anwesenheit von 26 Gemeindevertretern und 5 Vertretern des Vorstands eröffnet der Vorsitzende, Herr Dr. Merzbach, die Sitzung. Eine Reihe von Vorlagen, wie die Einsetzung einer Kommission zur Prüfung der Aufgaben und Erweiterungsmöglichkeiten des Museums jüdischer Altertümer, die wiederholt erörterte Frage der Unterbringung stellenloser jüdischer Arbeitskräfte, den Abschluß eines Nacusvertrags zu der Umlegung von Friedhofsgelände zwischen Stadtgemeinde, Israelitische Gemeinde und Israelitische Religionsgesellschaft, die Uebernahme der gärtnerischen Arbeiten und die Bepflanzung und Unterhaltung der Grabstätten auf dem neuen Friedhof in eigene Regie werden im Sinne der Vorstandsbeschlüsse ohne Debatte angenommen. Es wird davon Kenntnis gegeben, daß die Firma Metallwerke Knodt A.-G. für den Tahararaum des neuen Friedhofs eine Anzahl Kupfergeräte gestiftet hat. Ferner wird der Wahl des Herrn Willy Mainz als stellvertretendes Ratsmitglied des Preußischen Landesverbandes anstelle des ausgeschiedenen Herrn Prof. Dr. Freimann zugestimmt. Die der Fraktion der Volkspartei angehörenden Gemeindevertreter hatten sich hierbei zur Wahrung ihres Standpunktes, das Mandat gehöre von Rechtswegen der jüdischen Volkspartei, der Stimme enthalten. Auf der Tagesordnung steht ferner die Besprechung der Interpellation des Herrn Dr. Geiger, betr. die Teilnahme des Vorsitzenden des Vorstands, Herrn Justizrat Dr. Blau an den Arbeiten des Initiativkomitees zur Gründung der Jewish Agency. Die Beschlußfassung über die Besprechung dieser Interpellation war in der letzten Sitzung vertagt worden. Der Vorsitzende stellt die Frage, ob Besprechung gewünscht wird, zur Abstimmung. Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig die Besprechung der Interpellation. Namens der Fraktion der jüdischen Volkspartei erklärt zunächst Herr Rechtsanwalt Simon, daß seine Partei von der Antwort des Vorstands durchaus befriedigt sei und begrüßt die Schaffung der Jewish Agency, in welche die Vertreter der verschiedensten Richtungen des Judentums der ganzen Welt eingetreten sind, als ein Werk des Friedens und der jüdischen Nächstenliebe. Er begrüßt es ferner, daß der Vorstand seinen Vorsitzenden zu den Arbeiten des Initiativkomitees entsandt hat, und daß dieser in den Rat der Agency gewählt worden ist. Nunmehr sei es Aufgabe aller Kreise des Judentums, dieses Werk des Friedens immer mehr auszubauen. Herr Dr. Mainzer erklärt namens der liberalen Fraktion und im eigenen Namen, - daß er von der Antwort des Vorstands nicht befriedigt ist. Indem der Vorstand beschlossen habe, einen Vertreter in das Initiativkomitee zu entsenden, habe er in formaler Hinsicht über den Rahmen seiner Kompetenzen hinausgegriffen, sodann sich und damit die Gemeinde in sachlicher Hinsicht präjudiziert, ohne zuvor die Stellungnahme der Gemeindevertretung einzuholen. Der Vorstand hätte wisstm müssen, daß sein Beschluß bis in die weitesten Kreise der Gemeinde, nicht nur die liberalen sondern auch die konservativen, die größten Bedenken hervorgerufen habe, und er hätte mindestens die Gemeindevertretung an der dadurch übernommenen Verantwortung teilnehmen lassen müssen. Daß der Vorsitzende des Vorstands schon durch seine Mitarbeit in der Ica als prädestiniert für die Mitgliedschaft im Rat der Jewish Agency angesehen war, ändere nicht im geringsten etwas an der Tatsache, daß er ohne Zustimmung der Gemeindevertretung nicht hätte beitreten dürfen. In sachlicher Hinsicht betont Herr Dr. Mainzer, daß es nicht erst der Pressemeldungen bedurft hätte, um erkennen zu lassen, daß im Augenblick, wo in Zürich die Jewish Agency gegründet worden sei, die unheilvolle Erhebung der Araber stattgefunden habe, nnd er gibt die ihm mitgeteilte Ansicht eines Kenners der amerikanischen Verhältnisse dahin bekannt, daß in Deutschland übersehen werde, daß die Gründung dieser Agency die schwersten Folgen auch für die staatspolitische Stellung der deutschen Juden nach sich ziehen werde. Die blutigen Opfer, die in -Palästina gebracht worden seien, fallen weniger den nationaljüdischen Bestrebungen als vielmehr dem bei den Primitiven ins Maßlose gesteigerten Glauben an dem Einfluß des so unglaublich Conditorei und Cafe LAUBENSTEIN HOHENZOLLERNSTRASSE 18 HANSA 985 TELEFON : RÖMER 1032 Aeltestes Frankfurter Gebäude- und Glasreinigungs-Institut |und Erstes Mitteldeutsches Steinrenovierungs-Geschäft Abwaschen u. 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