Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 2-3 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 78 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Untersuchen wir in Anlehnung an Bücher1) hier das Zahlenverhältnis von männlichen und weiblichen Erwachsenen, so ergeben sich als absolute Zahlen: 2) 78 Jahr männlich weiblich 1451 55 59 1447 14 25 1475 25 57 1694 447 704 1705 471 805 1709 616 985 Bücher rechnet aus seinen 5 Zahlen ein Verhältnis von 140 weiblichen auf 100 männliche Personen. Noch größer ist das Mißverhältnis für die Jahre 1694, 1705 und 1709; es beträgt hier 162 auf 100. Bei einem genauen Vergleich der Verhältniszahlen für die männlichen und weiblichen Personen in den einzelnen Gruppen ergibt sich, daß den Hauptausschlag hierin die geringe Zahl der männlichen Dienstboten gibt gegenüber der sehr hohen Zahl der weiblichen. Daß das Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Dienstboten von solchem Einfluß auf die Gesamtzahl ist, darf uns nicht wundern, da die meisten jüdischen Familien Dienstboten hielten. 3) Die Gliederung der Bevölkerung nach F a m i 1 i e n stand und Geschlecht ist für den Beginn des 19. Jahrhunderts möglich auf Grund der Populationslisten der israelitischen Gemeinde einerseits und auf Grund der amtlichen Aufzeichnungen andererseits. Es findet sich im ersteren folgendes Schema: Es wurden getrennte Listen geführt: 1. Für volle Familien und einzelstehende Männer; 2. für Witwen; 5. für geschiedene Frauen; 4. für Waisen. An 5. Stelle setzte man dann noch eine Zusammenstellung der einzelnen Summen. In der ersten Liste wird aufgezeichnet: Vor- und Zuname der Hausväter und selbständigen Männer, ihr Alter, Name der Frauen und deren Alter, Zahl und zuweilen auch der Name der Kinder unter bzw. über 14 Jahre, getrennt nach dem Geschlecht Es folgt dann der Erwerb, Vermögensgrad, eine Angabe darüber, ob diese Haushaltung in der Stättigkeit ist und eine Schlußrubrik für besondere Bemerkungen. In der Rubrik „Vermögen" findet sich regelmäßig nur eine der drei Bezeichnungen: „vermögend, hat sein Auskommen, arm". Bei „Bemerkungen" werden Angaben über die Zeit der Verheiratung gemacht, oder es findet sich dort ein Vermerk über den derzeitigen Aufenthalt bei Personen, die nach auswärts verzogen sind, aber ihre Stättigkeit beibehalten haben. 4) — Die Gruppen 2, 5 u. 4 enthalten dieselben Rubriken. — Die summarische Zusammenfassung zeigt die Einteilung, die audi in dem folgenden Auszug aus den Populationslisten beibehalten ist. i) S. 564 ff. '') Für die Verhältnisse in den Rubriken „Angestellte und Fremde" vgl. die frühere eingehendere Tabelle. 3) S. Bothe, Beiträge, S. "1 f. und Teil Berufsstatistik dieser Arbeit. Ueber die Kinderzahl bei den Juden vgl. Altersgliederung (s. unten). *) Es ist dies nach § 49 der Stättigkeit des Jahres 1807 möglich. Jahr: Haus- Männlidie Personen: Witwer ledige Kinder Anzahl der väter Elternlose Köpfe 1806—07 540 64 164 845 1611 1808 551 65 175 874 1645 1817 490 85 196 909 i) 16S0 1S4S 479 75 224 995 1775 1852 559 77 199 1090 1925 185S 705 88 220 1249 2262 Weibliche Personen: Jahr: Haus- Witwen u. mütter Geschiedene ledige Elternlose Kinder Anzahl d. Suminariuni Köpfe d.ganz.Zahl.2) 1806—07 540 155 48 685 1426 5037 3) 1808 551 165 56 721 1471 5114 1817 490 190 58 880 i) 1618 5298 1848 479 211 — 799 1489 5262 1852 559 207 — 785 1549 5474 1858 705 202 — 820 1727 5989 Bei der amtlichen Statistik wird eingeteilt in Einheimische und Fremde. Die Einheimischen unterscheiden sich 1808 und 1811 nach „Stättigkeitsjuden" 4) und „Schutzjuden". Die Fremden 1811 und 1825 heißen „Permissionisten" einerseits und „Gewerbe- und Haushaltungsgehilfen" andererseits. Als Ergebnisse dieser amtlichen Zählungen ergeben sich nach den Listen der Stättigkeits- und Schutzjuden des Jahres 1808 folgende Zahlen: 5) Personen-Kategorie Stättigkeits¬ Schutz¬ Summe: juden juden Verheiratete 796 250 1046 Witwer u. Geschiedene 6) 45. 169 214 Witwen 6) 2 227 229 Söhne 625 220 845 Töchter 540 169 709 Auswärtige (gemeldet) 9 54 65 Sa. aller Eingeschriebenen 2015 1089 3104 Sa. aller Anwesenden 2006 1055 3041 Nach den Zusammenstellungen der „Beiträge", abgedruckt in der „Statistischen Beschreibung", gestaltet sich die Gliederung für 1801, 1817 und 1823 in folgender Weise: J) In diesem Jahre sind sie weiterhin geteilt in solche, die unter elterlicher Aufsicht stehen und solche unter Vormundsdiaft. Es sind bei den Knaben 885 u. 24; bei den Mädchen 858 u. 22. -) Diese Rubrik findet sich im Original nicht. 3) Es sind in der Tat nur 2339 Personen anwesend, da 98 abwesend sind, bezw. außerhalb wohnen.- *) Lieber die Bedeutung dieser Ausdrücke vergl. den Abschnitt über das Verhältnis von Einheimischen zu Fremden. 5i Die Fremden können naturgemäß hierin nicht enthalten sein. 6 Die auffallend geringe Zahl von Witwen und Geschiedenen unter den Stättigkeitsjuden gegenüber der entsprechenden Zahl unter den Schutzjuden liegt in den Vorschriften der Stättigkeitsordnung begründet. (Vgl. nächster Abschnitt bei den Verhältniszahlen der Einheimischen zu den Fremden.) Gleiches gilt für die Witwen. ^Üilla tarnet. v KÖNIGSTEIN IM TAUNUS Adelhe idstraße 5, Telefon 138 ANGENEHMER AUFENTHALT für die Feiertage und Wochenende J Bella Horovitz Modes ab 1. Oktober . NeueMainzerstr.23 (Laden) SENKItyj Warme Küche gratis durch den modernen komb. 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