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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-09-01 · 1 (9.1929) · p. Seite 22

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
1 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 Mendelssohn-Anekdoten. Teller wendete sich einst an Mendelssohn mit folgender scherzhafter Anrede: „An Gott den Vater glaubt Ihr sdion, So glaubt dodi audi an seinen Sohn. Ihr pflegt doch sonst bei Vaters Leben dem Sohne gern Credit-zu geben." Mendelssohn antwortete: Wie könnten wir Credit ihm geben? Der Vater wird ja ewig leben. Ein Leutnant fragte einmal Mendelssohn von oben herunter: .Womit handelt er?" Die Antwort lautete: ,,Mit etwas, was Sie brauchen können — mit Verstand." Sehr hübsch ist eine weitere Anekdote, deren Glaubwürdigkeit freilich nicht verbürgt zu sein scheint. Friedrich der Grosse war bekannt dafür, dass er seine Gäste gern zum Besten hielt. Allerdings tat er dies häufig nur deshalb, weil er geistreiche Unterhaltung liebte und den gereizten Gast zu einer treffenden Replik veranlassen wollte. So soll der grosse Friedrich eines Tags Mendelssohn einen Zettel gereicht haben, auf dem nur stand: „Moses Mendelssohn ist der erste Esel in Preussen." Als Mendelssohn nichts erwiderte, fragte ihn der König, ob er denn so sehr um eine Antwort verlegen sei.. Darauf bat Mendelssohn den König, den Zettel mit seinem Namen zu unterzeichnen und ihn dann vorzulesen. Zur allgemeinen Belustigung, in die auch der König einstimmte, ergab sich: „Moses Mendelssohn ist der erste Esel in Preussen, Friedrich der zweite." _ Dass Mendelssohn auch am Vereinsleben seiner jüdischen Mitbürger teilnahm, ergibt sich u. a. aus einer der Bibliothek Abraham Berliners entstammenden seltenen kleinen Druckschrift in der Frankfurter Stadtbibliothek. Das in jüdisch-deutscher Sprache abgefasste Schriftchen ist eine mit der eigenhändigen Unterschrift Moses Mendelssohns versehene Vereinssatzung mit dem Titel „Plan und Einrichtung einer Heiratsgesellschaft", welche bei Beginn des Jahres 537 (1777) ihren Anfang nehmen sollte. Also auch damals schon organisierte „gemeinnützige jüdische Eheanbahnung". Ein Frankfurter Mendelssohn-Verein. Am 6. September 1879, zum 150. Geburtstag Moses Mendelssohns, wurde in Frankfurt a. M. ein Verein ins Leben gerufen, der sich den Namen Mendelssohns beilegte. Von 1880 ab gab der Verein die populärwissenschaftlichen Monatsblätter heraus. Die ersten Bestimmungen der Vereinssatzung lauteten: § 1. Der Verein will die von Moses Mendelssohn angebahnte Rientung, welcher die großen Errungenschaften des Judentums in der Gegenwart, Aufklärung nach innen, Gleichberechtigung nach außen, hauptsächlich zu verdanken sind, von Neuem verfolgen und zur Geltung bringen. §2. Der Verein will ferner die jüdische Wissenschaft, insonderheit die jüdische Geschichte und Literatur, pflegen, in gemeinverständlicher Weise die Kenntnis derselben unter den Gebildeten aller Confessionen verbreiten und hierdurch sowohl die überhandnehmende Gleichgültigkeit der Juden gegen ihre Religion und Wissenschaft, als auch die unberechtigten Vorurteile von Nichtjuden durch Wort, Schrift und That bekämpfen. 15. 16. Mendelssohn-Ausstellung. Mendelssohn-Literatur in der Gemeindebibliothek Zusammengestellt von Dr. Ernst Blau. 1. Werke von Moses Mendelssohn: Schreiben an den Herrn Diaconus Lavater zu Zürich. Berlin 1770. Nacherinnerung zu der Antwort an den Herrn Moses Mendelssohn zu Berlin, von Johann Caspar Lavater. Berlin und Stettin 1770. Philosophische Schriften. 1. 2. Reutlingen 1777. Philosophische Schriften. 2. Carlsruhe 1780. Morgenstunden oder Vorlesungen über das Daseyn Gottes. (2. Auflage). Berlin 17S6. Kleine philosophische Schriften. Mit einer Skizze seines Lebens und Charakters von D(äniel) Jenisch. (Vorbericht von Johann Georg M ü c h 1 e r.) Berlin 1789. Die fünf Bücher Mose übersetzt. Für Bibelfreunde aller Konfessionen, und zunächst für Israeliten bestimmt. Herausgegeben von D. Frankel und von M. H. B o c k. Dessau, Berlin 1815. . Die Psalmen mit deutscher Uebersetzung. Fürth 1804. 1805. . Die Psalmen mit deutscher Uebersetzung. Offenbach 1804. 1805. .Kommentar zur Bibel. 1—30. Carlsruhe 1S05—1S39. Ollenbach 1808—1821, . Die Psalmen mit deutscher Uebersetzung. Wien 1817. . Sämtliche Werke. 1. 3. Rödelheim 1828. . Sämtliche Werke. Ausgabe in einem Bande als National-Denkmal. Wien 1838. . Gesammelte Schriften. Nach den Originaldrucken und Handschriften herausgegeben von G. B. Mendelssohn. 1—7. Leipzig 1843—1845. Sammlung theils noch ungedruckter, theils in andern Schriften zerstreuter Aufsätze und Briefe von ihm, an und über ihn. Herausgegeben von J(eremias) Heinem a nn. Leipzig 1831. 2. BrieJWechsel. - Mendelssohn, Moses: Briefwechsel. Gesammelt und herausgegeben, nebst zahlreichen Anmerkungen und Erläuterungen von Abigdor L e v i. Wien 1794. 17. Geiger, Ludwig: Ein unbekannter Brief Mendelssohns (Allgemeine Zeitung des Judentums LXn. 20 und LXXX, 39). 18. Geiger, Ludwig: Unbekannte Briefe Mendelssohns (Allgemeine Zeitung des Judentums LXXXn, 9). 19. Geiger, Ludwig: Briefe von, an und über Mendelssohn (Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur XX, S. 85—137). 20. Geiger, Ludwig: Ein Brief Moses Mendelssohns und sechs Briefe David Friedländers (Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland I, S. 253—273). 21. G eiger, Ludwig, und Werner. Richard Maria: Briefe von, an und über Mendelssohn (Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland I, S. 109—135): 22. R a t n e r, S-: Ein Brief Salomon Maimons an Moses Mendelssohn (Allgemeine Zeitung des Judentums LXXXH, 22).- 23. Schwab, Moses: Ein unbekannter Brief Moses Mendelssohns (Brüll's Monatsblätter VI, 5). 3. Biographische Schriften, a) Monographien, 24. Borowski, Ludwig Ernst: Moses Mendelssohns und Georg David Kypkes Aufsätze über jüdische Gebete und Festfeiern. Königsberg 1791. 25. Dessauer, M(oritz): Moses Mendelssohn. Darstellung seines Lebens und Wirkens von neuem zu seinem 100jährigen Todestage mit Bild und Stammtafel herausgegeben. 2. Auflage. Meiningen 1886. die wirklich feine Qmitöi^^ S^um^ 30Pfg. OrigittaQijskiZi. mOf5% c^taä—^ mmsmmmii mMJMätlM^^ Friedhofsgärtnerei FRITZ KAMP Burgstr. 66 Carolus 46461 empfiehlt sich den jüd. Glaubensgenossen zur Neuanlage und sorgsamen Pflege von Grabstätten auf dem Israelitischen Friedhof. Bedienung prompt und bi 11 i g.

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