Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 11 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 401 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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401 Gefellschaft für jüdische Volksbildung. Besichtigung der Sehenswürdigkeiten in Worms. Am 16. Juni besuchten wir die jüdischen Sehenswürdigkeiten von Worms. Herr Hauptlehrer Rothschild hatte die Freundlichkeit, uns den alten Friedhos mit seinen historischen Grabdenkmälern zu zeigen. Herr Gemeindevorsteher Kiefer führte uns persönlich durch die Synagoge, das Iudenbad und das von ihm gegründete Museum. Die Sehenswürdigkeiten der alten Judengemeinde Worms wurden uns so von den besten Sachkennern am Orte vermittelt. Besichtigung des Bibelleuchters von Benno Elkan. Trotz strahlendem Wetter oersammelte sich am Sonntag, dem 26. Mai 1929, vormittags, eine sehr zahlreiche Zuhörerschaft aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung, der sich auch einige nichtjüdische Interessenten anschlössen, um den Worten unseres Benno Elkan zu lauschen. Der bekannte Künstler verstand es, in seinem Atelier einige seiner zahlreichen Werke, insbesondere den mächtigen Vibelleuchter in überaus instruktiver Weise zu erklären. Gespannt lauschten die Besucher, wie biblische Motive hier als Symbol und Jdeenbildung aus dem Geiste der Bibel ins Reich der bildenden Kunst unserer Tage umgegossen wurden. Auch dem Außenstehenden verständlich, wurden die neuen Formoersuche, auf Grundlage unserer jahrtausend alten jüdischen Tradition, aufgebaut. Ein ganzer Künstler, ein wahrhaft jüdischer Mensch und ein überzeugter, idealistischer Interpret seines großen Könnens bot sein Bestes, um der jüdischen Volksbildung zu dienen. Mendelssohn-Aus st ellung. Am 6. September 1929 jährt sich zum zweihundertsten Male der Geburtstag Moses Mendelssohns. Es ist geplant, aus diesem Anlaß eine Ausstellung zu veranstalten. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung bittet deshalb um folgende Angaben an die untenstehende Anschrift: Wo befinden sich Handschriften oder gedruckte deutsche oder hebräische Bücher von und über Mendelssohn, sowie solche aus seinem Freundeskreis, ferner Bilder, Autographen und andere Erinnerungen, welche die gleichen Perfönlichkeiten betreffen? Erich Toeplitz, Beethooenstraße 3 a pt. Abschiedsfeier für Kantor ). B. Levy. Am Donnerstag, dem 6. Juni, kamen der Vorstand und die Beamten der Synagoge am Börneplatz zu einer Abschiedsfeier für Herrn I. B. Leon zusammen, der sich fortan nur seinem Lehrerberuf widmen wird. Nach einleitenden Begrüßungsworten von Herrn Willy Mainz sprach Herr Rabbiner Dr. Hoffmann über die Aufgaben und die Eigenschaften des „Schliach Zibbur", wie sie unsere Weisen uns zeigen und betonte, in welch aufopfernder Weise Herr I. B. Berg im Besitze dieser Eigenschaften jederzeit in Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue sein Amt versehen und sich dadurch die Liebe und das Vertrauen der Gemeinde in reichem Maße erworben hat. Gleichzeitig wurde Herr Kantor Hes in sein Amt als Nachfolger von Herrn Levy eingeführt. Beide Herren dankten in bewegten und zu Herzen gehenden Worten für die Ehrung und das Vertrauen, das man ihnen entgegen gebracht hat. L. kr. Jüdischer Frauenbund. Der Jüdische Frauenbund, der seit Jahren die Erholungsfürsorge auf seinem Arbeitsprogramm hat, gründete vor zwei Iahren die Reisesteuerkasse „Henriette-May-Gedächtnisfonds" um ehrenamtlichen sozial arbeitenden Frauen, die im Dienst für das Judentum ihre Kräfte erschöpft haben und infolge der Inflation nicht über die nötigen Mittel verfügen, sich eine Erholungsreise zu leisten, diese zu gewähren. Alle, die ihr in der glücklichen Lage seid> in der herannahenden Ferienzeit eine Erholungsreise zu machen, gedenkt der Frauen, die dies nicht vermögen, und stiftet eine Summe für die Reise st euerkasse des Jüdischen Frauenbundes. Postscheckk.: 14676 Frankfurt a. M., Frau Clem. Cramer (Reisesteuerkasse), steuerkasse). Flora-Geisenheimer-Äann-Sliflung. Der Anzeigenteil dieser Nummer enthält eine Bekanntmachung der Stiftung betr. Ausbildungsbeihilfen für junge Mädchen. Aus der Arbeit der jüdischen Berufsberatung. Die jüdische Berufsberatung findet heute noch oielzuwenig Beachtu ng. Ihre Arbeit, die im Einvernehmen mit dem städtischen Berufsamt erfolgt, hat sich in noch nicht wünschenswertem Maße durchgeietzt. Die jüdischen Eltern erkennen leider noch immer nicht die Wichtigkeit einer rechtzeitigen Beratung und die Schwierigkeit, die sich aus den spezifisch jüdischen Momenten bei der Berufswahl und Neigung ergibt. Tie erste Grundbedingung für eine gesunde Berufspolitik ist der Schulabschluß. Unsere Erfahrungen zeigen uns, daß in zahlreichen Fällen der Besuch der höheren Schule infolge Unintereisiertheii oder Sitzenbleiben vorzeitig beendigt wurde. Diese Schüler in geeignete und ihren Wünschen entsprechende Lehrstellen unterzubringen, ist fast unmöglich, da das Frankfurter Lehrlingsabkominen Schulabschluß bedingt. Es ist für uns im Interesse der Elteru und Kinder von großer Wichtigkeit, wenn wir rechtzeitig über alle Fälle unterrichtet werden, in denen es zweifelhaft ist, daß der Schüler das Klassenziel erreicht. Andererseits muß vor der Ueberspannung des Berechtigungswesens gewarnt werden, wenn es sich um intelligente Schüler handelt, für die aus gesundheitlichen Gründen der Schulabgang vorzuziehen wäre. Die jüdische Berufsberatung gründet sich auf das Vertrauen, das ihr entgegengebracht wird. Es ist verkehrt, bei der Rücksprache mit dem Berufsberater wesentliche Angaben, z. B. Erziehungsschwierigkeiten oder Gesundheitsstörungen zu verschweigen, da unser Ziel nicht nur die Unterbringung in einem Beruf ist, an dem der Schulentlassene Freude hat oder der ein ausreichendes Fortkommen gewahrt. Für uns ist es Pflicht, außer der Möglichkeit des Berufes und seine Entwicklung für den Einzelnen auch seine Gefahren zu erkennen und rechtzeitig davor zu warnen. Unsere Sprech stun 0 e kann telephonisch vereinbart werden. Dienstags abend von 6—^8 Uhr ist ständige Sprechstunde, die Beratungen erfolgen kostenlos. L. ZpesialabteillinF: DiZetMiLcke?räparate Zentrale sämtlicjier anerkannter 8on<lernanrnnFsrnittel und I^sänrpräparate 6es Inun6 Auslandes für Zuckerkranke Litte 8on^er-?reisliLte anfordern. ^eil III k^rsnkful-t 3.1^5. AeS. I^suptpOLt ^- / ,,L«ßsIv5s>ss »LrokvsscksreS?aunu»»»rsk« IS tnnsber: «srl leisnee «snss Lr8tlcla88igs kuZsülirung in ttsi-i-snstai-ltsivssokv, Damenu. ttau8na!tung8v,a8cng ^.dnolunZ un6 I^iekerunZ trei tisus. postversanck nacn susvZrts.