Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 11 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 392 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Religionslehrer gesucht. Akademisch und möglichst auch rabbinisch gebildeter Reliqionslehrer, der für den Unterricht in den obersten Klassen höherer Lehranstalten befähigt ist, zu Beginn des Winterhalbjahrs gesucht. Besoldung nach Gruppe 2c (mit Anfrückung nach 2s) der Reichsbeamten. Umgehende Meldung mit Zeugnisabschriften an unsere Verwaltung: Fahrgasse 146, Frankfurt a. Main. Vorstand der Israelitischen Gemeinde Chor der Hauptsynagoge. Stimmbegabte Herren und Damen, sowie sangeskundige Kinder über 10 Jahren werden zur freiwilligen Mitgliedschaft im Chor der Hauptsynagoge, Börnestraße, aufgefordert. Schriftliche Meldungen werden an den Dirigenten Herrn Artur Holde. Im Trutz 17, erbeten. Persönliche Meldungen werden am Schluß des Gottesdienstes im Chorraum entgegengenommen. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde übernimmt die Neuanlage, die dauernde und jahrweise Pflege von Arabern jeder BePflanzung auf den Friedhöfen der Gemeinde. Auskunft erteilt der Frledhofsverwalter, Rat Beilstraße, und das Hemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei zur Beringung gestellt. Friedhofsamt. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes oder der Beerdigungskommissare Herrn Tally Adler und Sallh Grünebaum, Fernsprecher CaroIus Nr. 43 438, erforderlich. Soweit die behördlichen For- - malitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Tie Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Sprechstunden der Gemeinderabbiner. Rabbiner Dr. Hosfmann, Börncplatz 16, Fernsvr. Hansa 2024, nachm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Horovitz, Staufenstr. 30, Fernspr. Maingau 77 963, nachm. 15- 16 Nhr (außer Mittwoch) Rabbiner Dr. Lazarus, Cronberger Str. 30. 55ernsvr. Mainnau 79 482. nachm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Salzberg er, Eschersheimer Lanostr. 67, Fernspr. Zeppelin 66920, Montag u. Donnerstag, vorm. 9!4—1056 Uhr im Sitzungszimmer der Wcstendsynagoge Rabbiner Dr. Selig mann, Friedlichst?. 29, Fernspr. Maingau 71124, nachm. 5—6 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Gemeindebibliothe? (Börnestraße 54). Biicherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13, 16—17 Uhr Freitag und Sonntag 12—13 Uhr. Lefezeiten: Samstaau. Sonntag 10 30—13, Samstag 15.30 -18Uhr In der vorliegenden Nummer wird der Abdruck des Sachkatalogs der Gemeindebibliothek fortgesetzt, und zwar zunächst der Bestände jüdischen Inhalts. Die Gemeindemirgliedec werden gebeten, von den reichen und vielseitigen Beständen der Bibliothek, vor allem auf dem Gebiet der neuesten populärwissenschaftlichen und Unterhaltungsliteratur, regen Gebrauch zu machen. Auch Bücherspenden sind erwünscht. Museum jüd. Altertümer, Fahrgasse 146 Gesellschaft zur Erforschung jüd. Kunstdenkmäler E. B. Die K u l t a b i e i l u n g des Museums jüdischer Altertümer ist völlig neu aufgestellt und durch eine Reihe neuer Gegenstände erweitert. Die neue Ausstellung kann nunmehr besichtigt werden. Für größere Gruppen, Vereine und Schulen empfiehlt sich die Besichtigung möglichst außerhalb der offiziellen Oeffnungszeiten nach vorheriger telephonischer oder persönlicher Anmeldung. Besuchszeiten: Sonntags vorm. 10—1 Uhr und Werktags nachm. 3—4 Uhr. Fundsache: Im Friedhof Rat-Beil-Straße wurde am 22. Mai 1929 1 Paar schwarze wildlederne Damenhandschuhe gefunden, die vom Eigentümer im Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37, abgeholt werden können. An die Leser! Än jeder Nummer des Gemeindeblatts sind viele leistungsfähige Firmen mit Anzeigen ihrer Erzeugnisse verzeichnet. Unsere Gemeindemitglieder bitten wir, das Gemeindeblatt dadurch zu fördern, daß sie bei Einkäufen, bei Vergebung von Arbeiten und dergleichen unsere Inserenten berücksichtigen und hierbei auf die Anzeigen in unserem Blatt Bezug nehmen. Aus der Gemeindevertretung. Sitzungsbericht von Vürodirektor I. Meyer. Sitzung vom 29. Mai 1929. In Anwesenheit von 26 Mitgliedern der Gemeindevertretung und zwei Mitgliedern des Gemeindevorstands eröffnet Herr Dr. Merzbach die Sitzung. Ohne Debatte erfolgt die Neuwahl des Vorstands der Synagoge Bockenheim und die Delegierung von Mitgliedern in die Kommission für Unterrichts- und Erziehungswesen, sowie in die Bau- und Grundstückskommission. Zu einigen Kapiteln des von der Gemeindevertretung verabschie deten Haushaltsplans für das Rechnungsjahr 1929/30 hat der Vorstand abweichende Beschlüsse gefaßt, welche verlesen werden. Es handelt sich im einzelnen um Aufwendungen für die Synagogenchöre, um die Subventionen für den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, für die Iugendvereine, sowie um die Beiträge fürten Keren Hajessod, das Iudaistische Institut der Universität Jerusalem und das deutsche Komitee des „Ort". Der Vorstand ist mit Ausnahme des Beitrags für die Universität Jerusalem, den er abgelehnt hat, den betreffenden Beschlüssen der Gemeindevertretung nur in ziffernmäßig geringerer Höhe beigetreten und es wird nach Verlesung der Vorstandsbeschlüsse aus der Versammlung der Antrag gestellt, soweit im einzelnen abweichende Anträge, deren Stellung vorbehalten bleibt, nicht erfolgen, den Vorsiandsbeschlüssen zuzustimmen, um den Etat in der so geänderten Fassung nunmehr zu verabschieden. Während demgemäß die Gemeindevertretung allen übrigen Vorstandsbeschlüssen debattelos zustimmt, entspinnt sich bei der Erörterung der Stellungnahme des Vorstands zu den Posten „Keren Hajessod", „Ort" und „Iudaistisches Institut der Universität Jerusalem" eine ausgedehnte Debatte, die schließlich zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Vorsitzenden und dem Vorständsoertreter, Herrn Dr. Baerwald, führt. Die Differenz hatte einerseits das Recht der Vorstandsvertreter auf jederzeitige Worterteilung gemäß 8 13 der Gemeindeverfassung, andererseits die Frage nach den Voraussetzungen eines Gemeindebeschlusses zum Gegenstand. Der Vorsitzende läßt hierauf durch nochmalige Befragung einstimmige Annahme des Postens „Jugendpflege" in der vom Vorstand beschlossenen Höhe feststellen und zur Klärung der in bezug auf die Abstimmung aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten eine Pause in den Verhandlungen eintreten, während der eine Besprechung mit den Fraktionsführern stattfand. Nachdem die Beratung wieder eröffnet ist, rechtfertigt der Vorfitzende die von ihm vorgenommene Abstimmung über den Vorstandsbeschluß, und es folgt unter allgemeinem Einverständnis eine neue Abstimmung, in welcher mit 13 gegen 10 Stimmen der Vorstandsbeschluß bezüglich des Keren Hajessod und des „Ort" angenommen wird. Zu dem Vorstandsbeschluß betr. den Zuschuß für das Philantropin stellt der Vorsitzende die einhellige Meinung der Gemeindevertretung dahin fest, daß diese auf ihrem früher ausgesprochenen Standpunkt beharrt. Hiermit ist der Etat für das Rechnungsjahr 1929/30 verabschiedet. Es folgt die debattelose Nachbewilligung eines kleinen Zuschußbetrages an das Krankenhaus für das abgelaufene Rechnungsjahr, sowie die Uebernahme der Kosten für den R e l i g i o n s u n t e rricht in dem Grundschulzirkel des Heinemann'schen Mädchenpcnsionats. Mit der Ausschreibung der Stelle eines akademisch gebildeten Religionslehrers erklärt sich die Gemeindevertretung einverstanden, sie stimmt ferner der Einführung des von Herrn Rabbiner Dr. Seligmann, Professor Dr. Elbogen und Rabbiner Dr. Vogelstein im Auftrag des liberalen Kultusausschusses des Preußischen Landesverbands bearbeiteten Gebetbuchs in der Hauptsynagoge mit der Maßgabe zu, daß die durch das neue Gebetbuch bedingte Gottesdienstordnung zunächst durch die liberale Kultuskommission beraten werden solle. Herrn Rabbiner Dr. Seligmann wurde bei dieser Gelegenheit von dem Vorstandsvertreter, Herrn Dr. Baerwald, für seine hervorragenden Verdienste um das Zustandekommen des Gebetbuchs Dank und Anerkennung namens der Gemeindeverwaltung ausgesprochen. Hieran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung, in der Personalangelegenheiten behandelt wurden.