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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-06-01 · 10 (6.1929) · p. Seite 350

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350 gart. Unter dem Borsitz des Präsidenten des Oberrats >der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Regierungsrat Dr. Nördlinger, fand am 5. 5. eine Tagung der „Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen israelitischen Landesverbände" statt, bei der u. a. folgende Gegenstände besprochen wurden: Reichsarbeitsgenleinschaft, soziale Aufgaben der Verbände, Arbeiterkolonie, Unterstützung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, ^erienfovtbildungskurse für Rabbiner und Lehrer sowie Unterstützung der Rabbiner- und Lehrerseminare. — Würzburg. Unter dem Vorsitz von Justizrat Dr. Rosenthal fand -am 6. 5. eine Versammlung der Ortsgruppe Würzburg des „C en t r a l-V e r e in s deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" statt, in welcher der Syndikus des C. B., Dr. Alfred Wiener, im Anschluß an den Manauer Kindermord die Beweisgründe gegen einen sogenannten „Ritualniord" behandelte und über die Stellung der Juden im deutschen Volke und ihre Bedeutung für >die kulturelle Entwicklung unseres Baterlandes sprach. Ausland. Basel. Der Zentralverein >des gesetzestreuen Judentums in der Schweiz beschloß in der Sitzung vom 18. 4., sich korporativ dem Weltverband der „Schomre Schavbos" anzuschließen. — Budapest. Der Etat der Budapester Stadtverwaltung für das Jahr 1929 weist eine halbe Million Pengö für Subventionierung jüdischer Institutionen auf, so u. a. 165 000 Pengö für die Bedürfnisse der neologen und der orthodoxen Gemeinde, 66 000 Pengö für soziale jüdische Institutionen, 20 000 Pengö für den Bau einer orthodoxen Synagoge und einen Betrag zur Beschaffung von Mazzoth für die arme -jüdische Bevölkerung. — Charbin. Die jüdische Gemeinde zu Charbin im fernen Osten, die in den letzten Jahren einen starken Ausschwung genommen hat, beging das Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens. — Konstantinopel. In Konstantinobel hat sich eine Gesellschaft zur Bekämpfung der christlichen Missionstätigkeit gebildet. — Der jüdische Lehrer Ben Aroya erfand ein System türkischer Stenographie, das von den Fachleuten als überaus brauchbar beurteilt wird. — London. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des „Jewish Board of Debuties", d'Avigdor Goldshmid, fand am 21. 4. eine Konferenz englisch-jüdischer Organisationen statt, in der die Entsendung von sechs englischen Nichtzionisten in die ,^Jewish Agency beschlossen wurde. — Unter dem Vorsitz von Lionel de Rothschild hielt die ,^Liga der britischen Juden" am 7. 5. ihre ordentliche Jahresversammlung ab, in deren Verlauf Dr. Claude G. Montefiore die Gründe darlegte^ die ihn zu seiner antizionistischen Einstellung bestimmen. — Paris. Im Alter von 83 Jahren verschied der frühere Direktor der „Jewish Colonisation Association (JCA)", Professor Dr. S i"g ismund Sonnenfeld. — Seit dem 1. 8. 28 hat die JCA den jüdischen Kolonien in Südrußland 547 Waggonladungen Saatgut, Futtermittel, Bauholz usw. zugeführt. — Der Führer der französischen Sozialisten, Leon Blum, wurde zum Vorsitzenden der sozialistischen Fraktion gewählt. — Prag. Nach amtlichen Angaben leben in der tschechoslowakischen Revublik 354 342 Juden. — Riga. Der Posten des Hauvtkantors an >der großen Chorsynagoge wurde dem berühmten Opern- und Konzertsänger Hermann Jadlowker, der bereits am 10. und 11. 5. in diesem Gotteshause die Funktionen eines Vovbeters ausübte, angeboten. — Sofia. In einem Schreiben an den spanischen Regierungschef Primo de Rivera ersuchte der Präsident der jüdischen Völkerbundliga in Bulgarien, Dr. Saul Mezzan, um die offizielle Aufhebung des Judenaustreibungsediktes von 1492. — Vaduz. Der Landtag des Fürstentums! Liechtenstein hat den Antrag, das Schächten nach jüdischem Ritus zu verbieten, mit elf gegen vier Stimmen abgelehnt. Die Frage unterliegt nunmehr der Entscheidung durch eine Volksäbstimmung. — Wien. Die von der Finanzkommiffion und dem VertreterLollegium der Wiener Jüdischen Gemeinde genehmigte und nunmehr vom Plenum des Kultusvorstandes zu behandelnde Etatvorlage für das Vevwaltunasjahr 1929 verzeichnet an Einnahmen 5 650450 Schilling, an Ausgaben 5 839 785 Schilling, so daß man mit einem Defizit von 189 335 Schilling zu rechnen hat. — Am 20. und 21. 4. fand der Delegiertentag der österreichischen Zio nisten statt. — Am 'MMrel. csM X5»se«5?«5S5« SS VI».«?«»« 2 X»p«IIsn HVLI »12 Vlkl«« 12. 5. verschied der G r o ß v r ä s id e n t der österreichischen Logen U.O.B.B., Herr Dr. Edmund Kohn. Danzig. Als Rache für das Verbot des deutschen Stahlhelmtages durch die Regierung des Freistaates Danzig, das sie fälschlich auf jüdischen Einfluß zurückführten, schlugen Hakenkreuzler in der Nacht zum 21. 4. in mehreren jüdischen Geschäften die Fensterscheiben ein. Nordamerika. Chicago. Der bekannte jüdische Philanthrop Julius Rosenwald spendete für die amerikanische Universität in Beirut (Syrien) die Summe von 250 000 Dollar. — New-Bork. Rechtsanwalt Salmon O. Levinson, der geistige Vater des Kellogg-Paktes, hat für Errichtung einer Kriegsächtungsstiftung an der Universität Idaho zu Ehren des Mitkämpfers für den Kellogg-Pakt, Senator Bovah, des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Senat der Vereinigten Staaten, den Betrag von 55 000 Dollar gestiftet. — Nach einer Feststellung der Zeitschrift „Jewish- Tribüne" sind in der ganzen Welt etwa 681000 Juden in der Landwirtschaft tätig; sie bearbeiten insgesamt 3 700 000 Acres Boden. — Isidore Morrison, einer der Begründer der zionistischen Organisation in Amerika, stiftete 100 000 Dollar für den Bau eines Instituts für Augenheilkunde an der Hebräischen Universität zu Jerusalem und vervflichtete sich, dem Institut jährlich 10"000 Dollar für dessen Unterhaltung zuzuführen. — Einem Bericht des Direktors der ,/American Jewish Joint Agricultural Corporation (Agro-Joint)" in Rußland, Dr. Joseph A. Rosen, zufolge, sollen im Jahre 1929 2265 Familien mit rund 11000 Seelen in Rußland angesiedelt werden, und zwar 1525 in der Ukraine, 700 in der Krim, und der Rest im Gebiet von Nikolajew. — Vertreter von 25 großen jüdischen Organisationen Amerikas vereinigten sich zu einer Gesellschaft,, deren Aufgabe es sein soll, im Interesse der Wahrung des Sabbath gegen jede K al e n d e r r e f o v m Stellung zu nehmen. — Unter dem Borsitz des Vizegouverneurs von New Aork, Oberst Herbet H. Lehman, fand am 11. 5. eine Konferenz des „United Jewish Campaign^ statt, in der beschlossen wurde, das Hilfs« und Aufbauwerk des „Joint Distribution Co!mmittee" in Osteuropa und Palästina fortzuführen. — Washington. Das Franklin-Institut in Philadelphia hat die Franklin-Medaille, die höchste Auszeichnung für wissenschaftliche Leistungen in Amerika, dem bekannten Erfinder des Telephon- und Radio- Mikrophons Emil Berliner, einem Juden, verliehen. Palästina. Die Zahl der zur Zeit in Palästina lebenden Juden beträgt 159 554..- Am 23.4. verschied im Alter von 57 Jahren, kurz nach seiner Ankunft in Palästina, wo er an der Hebräischen Universität zu Jerusalem Vorlesungen über Musikwissenschaft halten sollte, der Musikkritiker der „B. Z. am Mittag" und bedeutende Musiktheoretiker, Professor Dr. Adolf Weißmann. . Zu seinem Andenken hat die Verwaltung der Hebräischen Universität zu Jerusalem eine Stiftung ins Leben gerufen, welche der Förderung des Studiums palästinensischer und orientalischer Musik dienen soll. — Das Budgetjahr 1928 der Palästina-,Re,gierung schließt mit 2584 317 Pfund an Einnahmen und 3 381 993 Pfund an Ausgalben ab; das Defizit beträgt demnach 797 676 Pfund. — Bei der Feier des 25jährigen Bestehens des „Vereins hebräischer Lehrer in Palästina", die am 16. 4. stattfand' und an der u. a. die Heren Felix M. Warburg und Dr. Chvus Adler, Präsident des Jüdisch-Theologischen Seminars in Amerika, teil- Executive, mit, daß die hebräische S ch ul o r ga nis a t i o n nahmen, teilte Miß Henrietta Szold, Mitglied der Zionistischen heute aus 225 Schulen mit. mehr als 20 000 Schülern und 780 Lehrern bestehe. — Am 29. 4. wurde das Nathan und Lina Straus-Gesundheitszentrum, das allen Menschen ohne Unterschied des Glaubens offen stehen soll, durch den Oberkommissar von Palästina, Sir Robert John Chancellor, eingeweiht. — Jerusalem. Prof. Otto Warburg, der Leiter der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Zionistischen Exekutive in Tel 'Aviv und frühere Präsident der Zionistischen Welt-Organisation, vollendete am Montag, den 20. Mai, sein 70. Lebensjahr. Prof. Warburg, der im Jahre 1859 in Hamburg geboren wurde, genießt als Botaniker Autorität in der ganzen Welt. VI«I«I«>iLK?skv 12 vl«>«ßvn»trsas 12 Otts Xrsutkelm?«ppicke sllvrkrt u. prvislsgsi», Kokvs «t«. ^ökslunci Voi'kangstotfs in rSienstsr ^uswanl. k^aelimännisens ösclisnung. l^i a n s s. 3211

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