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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-06-01 · 10 (6.1929) · page 1

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
10 (6.1929)
Date
1929-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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bsvSssvaelttifchen Gemeinde Avansffues a.SNat Die Gemeindemitglieder erhalten das Blatt unentgeltlich, Bezugspreis für NichtMitglieder 40 Pfg. für die Nummer. Anstellung durch die Pofi. SchriftleitlMg und Verwaltung: Fahrgasse 14b Amtlickev Slnzeisev der GemeittdeveswaltttSHS 7. Sahrg. Frankfurt a. M., Snni 1929 Nr. 10 Änzeigknpreis für die 6-gespaltenc Nonvareillezeile 40 Pfg., im Text und auf der letzten Seite 60 Pfg. Bei Wiederholungen Rabatt. Anzeigenverwaltung: Gemeindehaus Fahrgasse 14b, Erdgeschoß. Fernsprecher Hansa 1527 und 7085 Die Sch?iftleit«ng übernimmt für den Inhalt des Gemeindeblatts nur die preßgeletzliche Verantwvrtung. / Nachdruck nur mit Erlaubnis gestattet. Aus dem Inhalt. ÄmMche Anzeigen................... 344 Segel. Schabuot.................... 333 Meisels. Iesaja.................... 336 May, Vom Beruf des Religionslehrers......... 337 Kohn-Asulay. Die Enstehung des jüdischen Kalenders und die Kalenderreform ................ 338 Ein neues Gebetbuch.................. 340 Friedhofseröffnung................... 342 Mohr. Tod und Liebe.....^........... 343 Ewinger. Manche Mädchen .............. 357 Aus der Gemeindevertretung .... ........ 344 Aus den Gemeinden.................. 348 Bücherschau...................... 361 Anstalten und Bereine, Bersammlungskalender...... 358 Gottesdienstlicher Anzeiger............... 365 Persönliche Nachrichten.................363 Veränderungen im Personenstand........ ... 364 Statistische Übersicht April 1929............ 367 Katalog der Gemeindebibliothek ........... 368 IZlllllllllllllillllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllll i!lIlI>I!II!Il!IIIi!IlIiIIl!I>I!I!I>II>!III!>Ii!I>III>IiiIIiIII!iIlII!i>!I>>l!i>IIIllIIIII!II>I>I>IIIIi>I!!>II!!>iI>>!!!I!IIIlI!I>!!IIIIIII!!III!IIIII>>I!IIII!! Ae^/^ttNA/ //5 i//ese^ /55 k/He/' c//e ^«Mtt^KA' t/es netten /^/eak/zo/s Se^/c/t/el. Ä/ese/n We/"6le/5 ot/e </6/7ee/nttem/^//et/e^ Kvc/e/na/^ c//-ttc^//c^ e?«/ c/e/? /n e/e/- vo^Fen ^Vtt/n/ne/' aS- Z^e^ttc^/ett ^tt//^tt/ skes <?6/ne5/?c/eV0^s/KNi/s «/e^ «tes /ei/eo-eW/ese». (5/?^^ man Fe//. au/ />o5/5aheob/?on/o ^S7<57. l^o^a/?^ a'e/' t?6/»^'/?^ übe^We/sen.) Schabuot, Von Binjamin Segel. Schabuot, das uns seit etwa anderthalb Jahrtausenden lediglich als die Erinnerung an die Offenbarung und Gesetzgebung am Tmar gilt, war ursprünglich das Erntefest Par excetlence <chag ha-kazn), es beschloß nämlich die Getreideernte, die ciitt Pessach mit dem. Schneiden der Gerste begann. Der Titel, den 'wir diesem Feste in der Tefilla (Scheinone-Esre) und im Kiddusch beilegen: „die Zeit, in der uns die Thora gegeben wurde, ist erst sehr spät ausgekommeu. Im kleinen 'Traktat Topyerun fehlt dieser Titel, ebenso wie die entsprechenden Bezeichnungen der beiden anderen Wallfahrtsfeste. Von der Ve- Zle«M5g des Festes zum Sinai ist in der Bibel keine Erwähnung Do^yanden. Erst im Talmud (Schabbath 86 d) findet sich eine Kontroverse, ob die Thora am 6. oder am 7. Siwan gegeben wurde; es stand aber fest, d<iß sie am 30. Tag nach dem zweiten Pestach-Tage gegeben wurde, und der Streit drehte sich bloß darum, ob der Monat Isar 29 oder 30 Tage hatte. Jni Talmud wird das Fest ebenfalls Schabuot genannt, welcher Name ja auch schon in der Bibel vorkommt, aber vorwiegend sagt der Talmud dafür Azeret, was ursprünglich Festversammlung hieß, aber auch den «Vchlußtag eines ieden längeren Festes bezeichnet: Schemini Meret ist der Schlußtag des Laubhüttenfestes; auch der letzte Tag des Pessachfestes wird (Deut. 16,8) Azeret genannt. Schabuot -wurde als Azeret des Pessach betrachtet. .is uralte Abfassung noch aus der Zeit, da Israel als Agrarvoli auf der Scholle saß. Pessach war durch die s^^^^^."g mit Schabuot verbunden, beide rahmten die Wochen Erntezeit ein, die eine Freuden- und Jubelzeit War, av.^fullt mit Mstger, fröhlicher Tätigkeit. Der am Ansang dieses Jahrhunderts in Gezer am Roten Meere ausgegrabene Ba uernkalender etwa aus dem 6. Jahrhundert, sagt, daß die mit dem Geritenschnltt beginnende und mit dem Weizenschnitt schließende Getreideernte insgesamt sieben Wochen dauerte. Wir verstehen jetzt das Gebot der Bibel, vom Omertage an 7 volle neunmidvierzig Tage zu zählen und am 30. das Wochenfest oder Schnitterfest zn feiern. Der Omertaa fiel auf?Lag „nach dem Vabbat", wobei diesmal Sabbat, gemäß der Pharlimschen Tradition, nicht den 7. Tag in der Woche bedeutete, sondern den ersten Pessachtag, der ja auch ein Ruhetag war. Die Sadduzäer dagegen deuteten wie gewöhnlich das biblische Gebot wörtlich und lehrten, daß der Omer an einem Sonntag nach dem ersten Pessachtage dargebracht werden mußte, wodurch das am 30. Tage daraus stattsiudende Schabuotfest nicht mehr au^ eiuen bestimmten Tag des Monats fiel. Es scheint, daß hinter diesem Streite ein tieferes Moment steckte. Es dürste wo^ ein alter kanuanäischer Aberglaube gewesen sein, die erste, alw die Gersteuerute, an einem Sonntag vorznuehnien, als dem Ansang der Woche. Das war heidnische Tagwählerci, aber die Phari,aer vekäu-Pften die heiduische Sitte und setzten daher die Darbrinaung des Omer auf den zweiten Pessachtag. Als die Pharilaer endgültig die Oberhand gewannen, wurde das Schneiden des Omer aus den Ausgang des ersten Pessachtages mit großer Feierlichkeit festgesetzt. Schon am Rüsttage des Pessach, als die Gerste erst reif ward, wurden Boten in die Umgebung von Jerusalem ausgesaudt, um die schönsten und reifsten Aehreuielder auszusuchen. Drei Gruppen von Halmen, jede stark genug., um eine „Scah" Maß) zu. liefern, wurden zusammengebundeu und harrteu s>? des Schuitters. Am Abend des 13. Nissan, also dcs ersten Pessachtages, begaben sich drei Schnitter mit emem großen Gefolae ins Feld hinaus, denn ans der ganzen Umgebung versammelte sich die Bevölkerung, um Zeuge des einfachen Ku.tusaites zn sein. Jede der drei Gruppen hatte eine eigene Bichel und eiuen eigenen Korb. Sobald die Sonne unterging, ,chwcnig der Schnitter die Sichel uud rief zu seiner Umgebung: „Ist die sonne schon verschwunden?" „Sie ist verschwunden" tönte es zurück. „Seht ihr diese Sichel?" „Wir sehen diese Sichel." „seht ihr diesen Korb')" Wir sehen diesen Korb." Dreimal wurde dieses Fragennd Antwortspiel in jeder der drei Gruppen wiederholt. Unter Lieder- und Psalmge,ang (die Schnitter begleiteten ja auch au gewöhnlichen ^agen ihre Arbeit mit schlichen Gesängen) wurde die Garbe (Omer) geschnitten und in den Korb getan, im großen ^empelhof gedroschen und dem Winde ausgesetzt, der die Spren fortblies und remes Korn hinterließ. Die drei Scah Korn wurden in eme Metallrohre actan auf Feuer geröstet und dann auf einer Handmuhle gemahlen: das Mehl wurde dreizehnmal gesiebt, bis aus den drei Seah Getreide ein Zehntel Ephah herauskam. <1 scah — X- Ephah.> Am nächsten Tage, also am 10. Nissan, dem zweiten Pessachtage wurde der Omer am Altar dargebracht. Es geschah dies nach dem'obligaten Mussaph-Opfer. nebst der dazu gehörigen Mincha Das am 'Vorabend gewonnene Mehl wurde in einem ^og (^uart)

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