Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 7 (3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 223 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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für junge Kartonnagenarbeiter „ „ Buchdrucker und hebräische Setzer „ jüngere Zigarrenarbeiter „ „ Polsterer und Tapezierer „ „ Schreiner „ „ Metzger, Bäcker und Konditoren „ „ Schneider und Mützenmacher „ „ Porteseuiller „ „ Köche und Kellner „ „ Ausläufer, die stadtkundig sind und radfahren können „ „ und ältere Hilfsarbeiter aller Art „ jungen Chauffeur mit Führerschein 3d „ iunge Lageristen, Reisende und Detailverkäufer in allen Branchen, teils im Bürowesen gut bewandert, „ „ Buchhalter (1. Gehilsenjahr), in Stenographie und Schreibmaschine bewandert, „ bilanzsichere Buchhalter, selbständige Korrespondenten „ Statistiker, früherer Dozent einer Hochschule. Offene Stellen: für Mazzenschießer „ ledige Schuhmacher, die an selbständiges Arbeiten gewöhnt sind „ 10—18jährige Packer und Ausläufer „ Milchburschen, der mit Pferd und Wagen umzugehen versteht, mit Kost und Logis, Nähe Frankfurts, „ jungen Dekorateur, der bereits praktisch gearbeitet hat, „ ledigen Zahnarzt, oder geprüften Dentisten. In der Schreibstube werden Vervielfältigungen und Druckaufträge promptest erledigt. Ständig haben wir Leute mit guter Handschrift zum Adressenschreiben. Besonders dringend sind Handwerkerlehr stellen bei . Schabbos frei gesucht. Wir bitten um Meldung an: Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden e. V. Frantfurt a. M., Langestratze 30 pt., Tel. Hansa 3728. Arbeitsnachweis ver Weibl. Zür'orge, Langefiraße Z0, II. Sprechzeit tägl. 10-12 und 3-4^Uhr. Sonntag 9^—11 Uhr. <st< Uchte Steilen: g) für Kontoristinnen, Stenotypistinnen, Verkäuferinnen, Lageristinnen und Lagerarbeiterinnen, d) für Lehrmädchen mit Volks-, Mittel- und höherer Schulbildung zu Ostern, c) für Kochausyilfen, Näherinnen, Hausdamen und Saushälte> innen in frauenlosen Haushaltungen, Haustöchter und Stützen mit Familienanschluß. Sprech eit für Lehrmädchen: Tonnerstag von 3—5 Uhr. Offene Stellen sür gut empfohlene Köchinnen,.Allemmädchen und einfache Stützen sind gemeldet. ^4^6/^ ^//nosen / /^»/nen/nnaSe/-/ Denkt Hei ^eska// an «tts ^W6^S5/S56/7 «NÄ /n/'e ^Vo// WenÄS^ ^«cn an «ten ^^Se/tsnac/eWe/s, /.anFes^/'ssse Ai). preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Verbandstag. - Am Sonntag, den 3. Februar, trat der Verbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zur fünften Tagung zusammen. Der Eröffnungssitzung gingen Beratungen der Fraktionen voraus^ die den Fragen der Verlängerung der' Legislaturperiode b.s Ende 1930 und des Beitritts zum Reichsverband sowie Fragen des Etats galten. Rabbiner Dr. Selig - mann hielt die religiöse Weiherede und rief zur Einheit und zur gemeinschaftlichen Verwirklichung gemeinsamer Ziele auf. Sodann eröffnet der Präsident, Rechtsanwalt Heinrich Stern, die Tagung. Kammergerichtsrat Wolff erstattet den Tätigkeitsbericht des Rates. Er referiert über den Entwurf des neuen Judengesetzes und über die Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband. Nach ausführlichen Mitteilungen über die Tätigkeit des Rates auf dem Gebiet der Schaffung eines Reichsverbandes geht der Referent auf die Frage der Gestaltung der künftigen Lehrerbildung ein. Direktor Georg K a r e s k i berichtet über Rechnungsabschluß und Etat. Bei der Aufstellung des Etats mußte äußerste Sparsamkeit walten, denn es stehen nur sehr beschränkte Mittel zur Verfügung. Der Etat schließt mit 1213 000 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab. Herr Kareski tritk Wärmstens für die Unterstützung der leistungsschwachen Kleingemeinden ein. Der Referent bittet in Anbetracht der gegebenen Lage um unveränderte Annahme des Etats. — In der Generaldebatte äußern sich in längeren Ausführungen §u den schwebenden Fragen Rechtsanwalt Dr. Breslauer-Berlm (lib.), Kurt Blumenfeld (Jüd. Volkspartei), Rechtsanwalt Horo- Vitz-Frankfurt a. M. (kons.), Henry Rothschild (lib.) u. a. In 223 der folgenden Sitzung wird in die zweite Lesung der Etats- Vorlage eingetreten, in der Dr. Fischer den Bericht des Haushaltungsausichuss.es erstattet. In der Montagssitzung wird zunächst auf Vorschlag des Kammergerichtsrates Wolff die Wahlperiode bis 30. September 1930 verlängert. Alsdann wird in die Beratung des Entwurfes zur Bildung eines „Reichsverbandes" eingetreten. Als Referent begründet Kammergerichtsrat Wolff für den Rat die Vorlage. Nachdem Rechtsanwalt Heinrich Stern (lib.). Dr. Kollenscher Md. Volksp), Rechtsanwalt Dr. Wiener-Berlin (kons.) Rabbiner Dr. Weiße-Berlin (Mittelpartei) Dr. Sandler (Jüd. Volksp.), Rechtsanwalt Dr. Baerwald (lib.), Alfred Berger (Volksp.) sich eingehend geäußert hatten, tritt eine Sitzungspause ein. Danach referiert Dr. F.scher nochmals für den Haushaltsausschuß. Nach kurzen Bemerkungen von verschiedenen Seiten wird der Gesamtetat sod.inn fast mit Einstimmtgkeit angenommen. Alsdann wird zur Abstimmung über den R'eichsverbandsentwurs ge>chritlen. Die Gesamtabstimmung über den ganzen Entwurf ergibt 45 Stimmen für, 46 Stimmen gegen, 7 Stimmenthaltungen. Ter Entwurf ist somit abgelehnt. Sodann erfolgt noch die Annahme der Vorlage, eine Anleihe in Höhe von einer Million Mark aufzunehmen. Ein Dringlichkeitsantrag auf Errichtung von Schiedsstellen wird ebenfalls angenommen. Nachdem noch einige andere Vorlagen erledigt worden sind, schließt der Präsident die Verbandstagung. Subventionsausschuß. Am 23. Januar fand unter dem Vorsitz des Herrn Rechtsanwalts Dr. Klee eine Sitzung des Subventionsausschusses des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden statt. Es lagen dem Ausschutz annähernd vierzig Gesuche, teils von Synagogcngemeinden, die Beihilfen zur Instandsetzung von Synagogen und Friedhöfen, teils von Kultusbeamten oder deren Hinterbliebenen, die personelle Unterstützungen erbeten hatten, vor.' Dem größten Teil der eingegangene Anträge konnte im Sinne der Antragsteller stattgegeben, eine kleinere Anzahl mußte aus Mangel an Mitteln abgelehnt werden. Einige weitere Gesuche mußten zurückgestellt werden, da Rückfragen notwendig erschienen. Liberaler Kultusausschuß Am 5. Februar tagte zu Berlin im Anschluß an den Verbands.ag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden dessen Liberaler Kultusausschuß unter Vorsitz von Herrn Rabb. Dr. SeliZmann-Franksurt a. M. Es wurde von allen Teilnehmern an der Titzung aufs wärmste befürwortet, durch Radioübertragung des Goltesdienstes einer größeren Synagoge den Zwerggemeinden und vor allem auch den einzelnen Familien auf dem Lande die Möglichkeit zu geben, an einem jüdischen Gottesdienste teilzuhaben. — Es wurde gefordert, daß die Absolventen der deulischen Rabbinevseminare ein Vikariaisjahr in mittleren Gemeinden ablegen sollen, damit sie von äl'.ercn und erfahrenen Kollegen m die praktischen Erfordernisse ihics künftigen Berufes eingeführt werden. — Ter Vorsitzende legte den soeben fertiggestellten zweiten Band des liberalen Einh'eitsgebetbuches vor und erläuterte das Werk in seinen Einzelheiten. Von feiten der Teilnehmer an der Sitzung wurde ihm sür seine ausopfernde und vorbildliche Tätigkeit auss wärmste gedankt. Die Frage der musikalischen Ausgestaltung dieses Einheusaeoeibuches bildete den Gegenstand eingehender Beratungen. Herr Obcrkanwr Zivi-Elberfeld wurde mit der Ausarbeitung eitles Planes für die Arbeiten der musikalischen Kommission beauftragt. Allgemeiner Deutscher Rabbinerverband. Die anläßlich der Tagung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinven in Berlin anwesenden Mitglieder des Sozialen Ausschusses des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes traten am 4. Februar unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. I. Horovitz, Frankfurt a. M.> gemeinsam mit Vertretern der Zentralwohlfahrtsstelle der deutichen Juden, des Jüdischen Frauenbuuoes und der Arbeitsgemeinschaft für jüdische Gesährdetensücsorge zu einer Besprechung über lausende Arbeiten zuiammen. Es wurden insbesondere Fragen der Sozialen Gerichtshilfe und der Gefangenenfür sorge besprochen, u. a. der vorliegende Entwurf einer Dienstanweisung für jüdische Gesängnisseelsorger. Angeregt wurde u. a. die Schaffung einer jüdischen Zentralstelle, an die Mitteilung über jeden jüdischen Gefangenen zu gehen hat, der in einer Anstalt untergebracht ist, in der sich niemand um die jüdischen Gefangenen insbesondere kümmert. Erstrebt wird, daß die jüdischen Gefangenen aus dem ganzen Reick aus einige Anstalten konzentriert werden, in denen sie in religiöser Hinsicht entsprechend betreut werden können. Eine Liste geeigneter Bücher jüdischen Inhalts für Gefangenenbibliotheken soll angelegt und Jahr sür Jahr nach Bedarf modifiziert werden. — Auf Grund der Aussprache wurde ferner das nächste Arbeitsprogramm des Sozialen Ausschusses ausgestellt. Gefellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, E.V.. Die diesjährige Hauptversammlung ist am Mittwoch, 20. März, 20 Uhr, im Logengebäude, Berlin W., Kleiststraße 10. Herr Professor Dr. Gotthold Weil-Berlin wird über seme „Reise-