Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 6 (2.1929)
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 195 (sequence 27)
- Language
- German
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195 .Zurückhaltung und war auch hierin eine würdevolle jüdische Frau und Mutter. Am. stärksten trat ihre Persönlichkeit als Erbin der Rothschilds^ in ihrer großzügigen Wohltätigkeit in die Erscheinung. Diese erstreckte sich auf Tausende von Einzelfällen, in denen sie persönlich dringender Not abhalf sowie auf die ideelle und materielle Förderung der sozialen Organisationen und Wohlfahrtsanstalten. An einem gerechten sozialen Ausgleich mitzuarbeiten, war ihr eine selbstverständliche menschliche und jüdische Pflicht, >ew inneres Herzensbedürfnis. Obwoyl ihr Wohltun keine konfessionellen Grenzen kannte, so hat sie dennoch mit Vorliebe die Stiftungen der Familie von Rothschild: das Rothschildsche Altersheim, «das Siechenhaus sowie das Rothschildsche Kinderhospital -betreut und für ihr Gedeihen und ihre Erhaltung auch in schwerster Zeit Sorge getragen. In ihren guten Werken hat sie sich ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt, das Mit- und Nachwelt zum Nachschaffen aneifern möge. Dr. Willy Lewin Am 20. Januar 19S9 verstarb dahier im 69. Lebensjahr der frühere Stadtrat Dr. Willy Lew in. Geboren in Tremessen in der ehemaligen Provinz Posen, besuchte er das Gymnasium in Gnesen, wo er bei unserem sel. Rabbiner Dr. Marcus Horovitz Religionsunterricht erhielt. Der Verehrung, die er seitdem für Horovitz empfand, gab er auch dadurch Ausdruck, daß er sich von ihm trauen ließ, als er hier eine Enkelin des berühmten Frankfurter Malers Oppenheim als Gattin heimführte. Nach Abschluß seiner Studien und mehrjähriger Betätigung bei der Staatsanwaltschaft trat er als Magistratsassessor in städtische Dienste und wurde um die Jahrhundertwende besoldeter Stadtrat. Im Magistrat leitete, er zunächst das Gewerbe- und Verkehrsamt und führte sodann längere Jahre den Vorsitz im Rechneiamt sowie das Personal-Dezernat, bis er vor einigen Jahren in den Ruhestand trat. Für Sport und Volksbildung hatte er stets besondere Vorliebe. Am Weltkrieg nahm er als bayrischer Landwehroffizier teil und wurde zum' Major befördert. Lewin war bewußter Jude und stolz auf sein Judentum, für das einzutreten er jederzeit Gelegenheit nahm, namentlich in Offiziers- und Beamtenkreisen, wie auch überall dort, wo unter seinen zahlreichen Bekannten — Lewin war auch Freimaurer — Verkennung von Juden und Judentum sich zeigte. Seiner Neigung für jüdisch-kolonisatorische Fragen entsprechend, betätigte er sich in Bereinen und Organisationen, die die Zuführung von Juden zur Landwirtschaft erstreben. So war er eine Reihe von Jahren im Borstand des Vereins „Esra" tätig und arbeitete auch vorübergehend im Büro der Jewish Colonization Association in Paris. Als Stadtrat in Frankfurt a. M. nahm Lewin gern die Wahl in den Vorstand der Israelitischen Gemeinde an, dem er von 1900—1904 angehörte. Hier widmete er sich finanziellen und kulturellen Fragen mit besonderer Vorliebe und reichem Erfolg. Seine jüdische Tätigkeit wird allen denen unvergessen bleiben, die den Vorzug hatten, mit diesem warmherzigen, zielbewußten Glaubensgenossen zum Wohl der Gemeinde zu arbeiten. Die Trauerfeier, bei der Herr Gemeinderabbiner Dr. Lazarus amtierte, fand am 23. Januar unter starker Beteiligung im Städt. Krematorium statt Von Herrn Oberbürgermeister Landmann, sowie von Vertretern der Handwerkskammer, des Offiziersvereins und zahlreichen anderen Korporationen wurden ehrende Nachrufe gehalten. MMl. N PW55/H5t/- 6^//^^ 6s//li7/7S/^e/5/voK//7A «7/7/^6/7.' j ^K0l.U843S2?/3S </s^/7e//L/6' V5N65N5It? tt? 6 kc»7 ne>55uek P0k2ki.i.au lki ciskkü^stlSl-iscl^sn t-isi'lcims.lSt'Si unci cisn iscliiiisQlisfi VOlIKOMMSflllSit liegt 6 s n u «1 V6 an g! i <?li s Ws nt. Kunstuncl (Zebrsuensgsgvnstsncis in sllsn prsislagsn. S7aa?i.ic»«k?o«2Li.l.5»i.!45ißui-Zz>c?u« weisse»! w so okesoeiß Z». i. i.eip2i<z c. i. Sekloss-Strssss 36 <Zo«tk«-St?»»a« « Sueisps»tsi'-St?. Ss im «süss ciss Vspitols sm 2oo Ziu de»I«Iien suck «iurcl» »II« kllk?«i>«I«» I»»p»vII»nI,sn«IIu>ig«n. äie nscnkolZenclen Lestriebe sieben unter ZuverlsssiZer Ksbdinsts-^utsicrit und sind unserem Verein «MZSscnIossen: p?snksurt s. ^uksicnt kabdinst cZer Isr. Fel.-Oesellscn. Pension NeSS, lönZesZssse 491lelekon kömer 4870 ^uksicnt: Mual-Komm. cker Israel. Oemeinäe Kabd. Or. ^. liokkmsnn tlstnsn Lonsuer» Kestgursnt, Lörsenplst? 7 ZeZenüd. 6. Lörse. I'el. tiansg 5678 lslckor lisissr, l^rünstücksstude, H/eserstr. 17 Lcke Ksiserstr.. lel. ttsnss 8510 Pension Nannkeimer, I^nxestraLe 3, LtrsLenbann 7 kesksllrsnr Z. Kies (Uots! lllmsnn) öetnmsnnstr. 52. lel. ttsnsa 3381 Sjezkrisä. Lslomon» OroLe Lscnenne!merstrsLe 19, lelekon ttansa 3701 Vereiü xur llMW rit. AeiMiime-V. Sit? ttsmdurg I.ok»1-Lomit4?rsnkkurt s. ^1. l^ecdaetxr^deltzir. S S sw, ksinsr oisnonkvnlg I»ß >«al»?ung»- un«I »ßellmittsi kieformksus „?rSvs" Frankfurt a. SeliAfsi'gasss 25 Klemsa 14S4 S5S L Oo. Ink.: >Va!tsr üvcjnvf» Ssgr. 1SS7 l^^ p Ll' e l.in0l.cuivi Sek »uspislnsus 2 lei-^POl^ älUI' tt^8/^ 2L04