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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-02-01 · 6 (2.1929) · p. Seite 194

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
6 (2.1929)
Date
1929-02-01
Page
Seite 194 (sequence 26)
Language
German
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194 hingebungsvollste Tochter war, die täglich den Vater aufsuchte und daß sie mit rührendster Ergebenheit an der über Alles verehrten Großmutter, der Seniorin der Familie Baronin Mathilde von Rothschild hing, die sie bis in das hohe Greisenalter hinein betreuen durfte, aber die Art wie sie im engsten Familienkreise der.Jhren wirkte, wie sie mit den Geschwistern und der ganzen Verwandtschaft zusammen hielt, war eine besondere und sie erklärt sich wohl daraus, daß das Wappenschild und der Sinnipruch ihres Hauses von ihr nicht nur äußerlich wertgehalten wurden, sondern daß sie von der Bedeutung des Zusammenhanges der Familie im guten jüdischen Sinne tief durchdrungen war und es für ihre Lebensausgabe hielt, ihn im Geist der Ahnen zu Pflegen. Ihre ungewöhnliche Güte kam äber nicht allein innerhalb der Familie zur Geltung, es mar ihr vielmehr ein tiefempfundenes Bedürfnis. Anderen beizustehen. Sie hat die Institutionen, die den Namen der Familie tragen, tatkräftig unterstützt. Sie hat es sich in besonderem Maße angelegen sein lassen, notleidenden Künstlern den Kampf um das Dasein zu erleichtern und einer unendlich großen Zahl von Armen ist sie eine Helferin gewesen, die nie ermüdete Gutes rein um des Guten Liebe zu tun, auch hier jüdische Gesinnungen betätigend, an denen sie mit Ueberzeugung festhielt. Mit klarem, scharfen Verstände ausgerüstet und mit offenem Blick für die Realitäten des Lebens hat sie ihr vollstes Interesse doch idealen Dingen zugewendet, Musik, bildende Kunst und Literatur beschäftigten sie unausgesetzt, und ihr Haus war immer wieder hervorragenden Menschen aus allen Gebieten der Wissenschaft und der Kunst geöffnet. Dieses mit seltenem Kunstverständnis ausgestattete Heim vereinigte sehr oft die Kreise, die sich für gemeinnützige Zwecke interessierten und wurde so zum Mittelpunkt des hiesigen künstlerischen und gemeinnützigen Lebens. Die Heimgegangene hatte nicht nur das gute Herz von ihrer Großmutter geerbt, sondern auch deren auserlesenes Kunstverständnis. Als sie vor wenigen Wochen aus Anlaß der Tagung des Pro Palästina Komitees und der Anwesenheit des Colone! Wedgwood Gäste empfing, konnte niemand ahnen, daß dem Dasein der lebensfrohen Gastgeberin so rasch ein Ziel gesetzt werde. Nun ist sie in der Blüte der Jahre dahin gegangen. Sie hinterläßt keinen Feind, wohl aber einen weiten Kreis von Freunden und Verehrern, die der edlen Frau nachtrauern, die Kraft der Reinheit ihres Herzens und des Adels ihrer Gesinnung im Glücke gütig und in schweren Zeiten geduldig geblieben war. Unter den ausgezeichneten Männern und Frauen ihrer Familie, mit denen sie nun gemeinsam auf dem Friedhof unserer Gemeinde ruht, wird auch der Name Lili von Schey in Ehren bestehen, und ihr Andenken wird zum Segen fortwirken. Die Beisetzung bei der Herr Gemeinderabbiner Dr. Horovitz amtierte, fand am 21. Januar unter Zahlreicher Beteiligung auf dem Friedhof der Israelitischen Gemeinde statt. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung hatten an der Bahre Kränze in den Farben der Stadt Frankfurt a. M. niederlegen lassen. l^0/! //e^N /ll//ll5 //6^?6/', //Stt56 /?e/MFSFQNLeN6tt 6a^0tt//! S/5 /?6/lF«1/!5/6^6/- «,/>/^e. e^/ka//e/! ^/e ,?aahL/e/ee/!i/e Ein bedeutendes, wertvolles Mitglied der Frankfurter jüdischen Gemeinde ist durch einen jähen Tod aus schaffendem blüheiidem Leben gerissen worden: Freifrau Lilt Schey von Koromla, die Tochter des Freiherrn Max von Goldschmidt-Rothschild, die Enkelin der vor wenigen Jahren verschiedenen Baronin Hannah Mathilde von Rothschild. Mit dieser letzten Frankfurter Vertreterin des altberühmten Hauses war die Heimgegangene aufs innigste verbunden; von ihr hatte sie unmittelbar die Ueberlieferungen der Familie von Rothschild übernommen und wurde so selbst Trägerin dieser Tradition. Dazu gehörte vor allem, daß sie gleich ihren Ahnen die unschätzbaren Werte des angestammten Judentums treu bewahrte und auf ihre Kinder zu vererben strebte. In der Familie lagen die starken Wurzeln ihrer Kraft, — daher die Pietätvolle Verehrung der Großmutter, die täglich sich erweisende große Liebe zum Bater, die enge Verbundenheit mit den Geschwistern und den Verwandten in Paris, Wien und London, die pflichterfüllte, treusorgende Mütterlichkeit. " Mit dem Adel der Geburt war bei ihr harmonisch und schön der Adel der Seele^ das edle Denken, Wollen und Handln gepaart. Durch einfaches, bescheidenes Wesen und natürliche Freundlichkeit ausgezeichnet, bewahrte sie stets eine vornehme „WMKkMMoMIIK kl öle »e VkMMll." .Hieg' Mti m rechen Zeit. KM Mvl! NNW 8VWl." wiMMM IM Vier" sb5olut gynsu lunktioniVssSneß kockksm nssh smsMtzisckiOtt?rSi5 k^I(. S5.- pS?5«MGNNfSSgen in siniZclis»' AuMni'ung von 22.^ SN sSgsne?sb5Sks»Son5-We?k5!Stte Uytiiomisvtws Mrsnlisus k.llj.d.ll.. gegr. k k. kasss! 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