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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-01-01 · 5 (1.1929) · p. Seite 145

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
5 (1.1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 145 (sequence 13)
Language
German
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145 zu gewähren. Durch eine solche Hilfeleistung soll der beklagenswerten Not in der religiösen Jugendansbildung gesteuert, dem Mangel an guten Lehrkräften nach Möglichkeit abgeholfen werden. An Alle, die von Herzen wünschen, daß jüdisches Wissen innerhalb der jüdischen Jugend wieder lebendig werde, ergeht .daher die dringende Bitte: Helft dazu, daß die Nobel-Stiftung zu einer ihres Namens würdigen Entfaltung gelangen kann. Irene Darmstädter, Bertha Pappenheim, Dr. Eugen Mayer, Paula Nassauer, Henry Rothschild, Beiträge werden erbeten auf Postscheckkonto 46 778, Frau Irene Darmstädter, Frankfurt a. M., Oberweg 33 (Nobel- Stiftung). Gleichzeitig richte: das vorläufige Komitee der Nobel-Stiftung die Aufforderung an alle in Betracht kommenden jungenMäd - ch e n, die sich mit Hilfe einer kleinen von der Nobel-Stiftung zu gewahrenden S t u d i e n b e i h i I f e als Religionslehrer i n ausbilden wollen, sich mit 'den nötigen Angaben an die vorstehende Adresse zu wenden. Es ist beabsichtigt, die erste Studienbeihilse bereits am nächsten Jahrzeitstag für Rabbiner Nobel (24. Tebet) zu vergeben. ^üäiscke ^VoklfakrtspileZe Frankfurt a. ^.bteilunA I: ^IIZememe k^ürsorZe ^Interstüt^unA, /^ietbeikilken l<r3nkenk3U8türs0rZe, TrkolunALkül-ZorZe Nobel-Vorlesung. Wie alljährlich, veranstaltet das Freie I ü dische Lehr- Haus anläßlich der Jahrzeit für Rabbiner Nobel f. A. (24. Tebet) eine seinem Gedächtnis geweihte Vorlesung. Die diesjährige Nobel- Vorlesung hat zum Gegenstand: „Hölderlins Glaube" und wird von dem Dichter und Hölderlin-Forscher L u d wigStrauß (Bensheim) am Samstag, dem 5. Januar 1929, abends 8 Uhr im Volksbildungsheim, Saal Nr. 6, gehalten. Verzeichnis der bisherigen Nobel-Vorlesungen: 1953: Der Beruf des Rabbiners (Ernst Simon). 1924: Einleitnng in Hermann Cohens Jüdische Schriften von Franz R o s e n z w e i g (vorgelesen von Eduard Strauß). 1925: Gesund und krank bei Goethe (Richard Koch). 1926: Aus dem Buch „Im Anfang". Vorlesung aus der neuen Verdeutschung der „Heiligen Schrift" von Buber und Rosenzweig (Martin V u b e r). 1927: „Das Weib des A k i ba" von Moritz H e i m a n n. (Artur Sakheim und Ilse Seligmann). 1928: Volk unter Völkern lEugen Maye r). Schattenspiel und Märchenvorlesung. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. -des Jüdischen Frauenbundes veranstaltet am 26. Jayuar, abends 20.30 Uhr, im Hörsaal Unterlindau 21 ein geselliges Zusammensein mit nachstehendem Programm: 1. Aufführung „Die Geschichte des Nabbi Chanina", Schattenspiel. Inszeniert von Maler Fritz Schames, Musikbegleitung von Kapellmeister Max Neumann. Die Legende wird von Bertha Pappenheim gelesen. 2. Vortrag eines modernen Märchens „Die Perlenkette" von Bertha Pappenheim. Unentgeltliche Eintrittskarten sind vom 10. Januar 1929 in der Geschäftsstelle Langestratze 30 bei der Sekretärin Fräulein Schlessinger zu haben. Tee und Gebäck wivd gereicht. Gäste willkommen. Vom 13 statt, die als „^ Zionistisch- Woche.!.—21. Januar 1929 finden größere Veranstaltungen „Zionistische Woche" einheitlich zusammengefaßt sind. den 14. Januar, abends, wird Herr Arnold Zweig in der Frankfurt-Loge über „Die tieferen Ursachen des Antisemitismus" sprechen. Am Sonntag, den 20, Januar, vormittags, findet die einmalige Wiederholung des Palästinafilms in den Bieberbau-Lichtspielen statt, nachmittags ein aroßes Turnfest in der Turnhalle am Sandweg, veranstaltet durch den Jüd. Turn- und Sportverein „Bar Kochba" Die „Zionistische Woche" wird beschlossen mit einer großen politischen Kundgebung am Moniag, den 21. Januar, abends, im Börsensaal, bei der die Herren Kurl Blumenfeld, Dr. Nachum Golbmann und men in Sowje^rußland als auch zu den Vorfällen an der Klagemauer Stellung genommen werden. Genauere Zeitangaben erfolgen öffentlich durch Plakatanschlag. Chanukkafeiern. Religionsschule. Am 13. Dezember 1928 veranstaltete die israelitische Religionsschnle in den Räumen an der Unterlindau ihre diesjährige Chanukkafeier. Die ganze Veranstaltung bekam einen besonderen Reiz dadurch, daß alles nur von Schülern der Schule ausgeführt wurde. In dem gemütlichen Hörsaal hatten sie einen Vorhang aufgehängt, und so war der äußere Rahmen des Theaters gegeben. Das Jazzorchester der Untersekunda des Philanihropins hatte sich den Schülern der Neligionsschule in dankbarer Weise zur Verfügung gestellt und begrüßte die zahlreich erschienene Elternschaft mit Unterhaltungsmusik. Als erste Nummer des Programms spielte Herr Lehrer Müller ein Violinsolo. Herr Dr. I. Höxter begrüßte die Gäste mit herzlichen Worten, in denen er der Herren Nabu. Dr. I. Horovitz und Rabb. B. May, die leider abwesend sein mußten, gedachte. Max Horovitz hatte vorher die Lichter entzündet und das alte Chanukkalied war durch den Saal gebraust. Nach der Ansprache rezitierten einige Schüler der Religionsschule Gedichte. Hans Grünewald hielt dann einen Vortrag über Chanukka. In >der darauf folgeichen Pause spielte wieder das Jazzorchester. Im Anschluß daran tanzte Lisa M a y den Walzer „Rosen aus dem Süden" von Joh. Strauß. Nachdem der Applaus verrauscht war, spielten die jüngsten Schüler der Religionsschule ein Chanukkaspiel „Jomi mit denk Sack". Bemerkenswert ist, daß das vicraktige Stück von dem Schüler Heinz Bier in vier Tagen einstudiert worden war. Bier kleine Mädchen, Irmgard Heß, Ruth Grünwald, Ruth Strauß und Edith ROsenberg tanzten d?n Straußwalzer „Torfschwalben aus Oesterreich". In ber Pause wurden an alle Kinder kleine Geschenke verabreicht und das abwechslungsreiche Programm endete mit dem wirklich guten Lustspiel von Alfred Auerbach „Der jüdische Goy" H.(5. Talmud T ho r a-V er e in. Zum ersten Male seit langer Zeit veranstaltete der Talmud Thora-Verein am 9. September eine öffentliche Chanukkah-Feier. Die Karten waren bald ausverkauft, ein Beweis, welches Interesse für die Veranstaltnng des Vereins herrschte. Der Leiter des Abends, Herr N. I. Rothenberg, dürfte sich sür die aufgewandte Mühe durch den Beifall vollauf belohnt fühlen. Den Reigen der Darbietungen eröffnete eine Ansprache des Herrn Rabb. Dr. Hoffmann, die begeisterte Zuhörer fand. Ein kleines Verhör der Mischna-Klasse des Herrn Nosenwasser zeigte den Lerneifer, aber auch die vorhandenen Kenntnisse der Kleinen, welche hübsche Prämien erhielten. Lebhasten Beifall fanden die musikalischen Darbietungen von Frl. Irene Michels und Herrn Manfred Kuttner. Spontanen Beifall löste eine kleine Pantomime „Chassidische Hochzei i", aufgeführt von Kindern im Alter von 7—9 Jahren, aus. Umrahmt war der bunte Teil von stimmungsvollen Gesängen des Chores der Synagoge am Börneplatz unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Herrn Dr. Ehrenreich. Dann folgte das Hauptstück „Judas M a c c a b ä u s". Von den durchweg guten Darstellern verdienen besondere Erwähnung die Mutter (Frl. I. Michels) und der Inda (Max Wald). Tie Stimmung des Publikums kam in dem Wunsche zum Ausdruck, daß nächstes Jahr eine größere Veranstaltung stattfinden möge. Mädchenklub. Der Mädchenklub beging seine alljährliche Chanukkafeier am Sonntag, den 9. ds., und hatte die Freude, nicht nur seine regelmäßigen Mitglieder und Mitarbeireruinen, sondern auch viele Gäste begrüßen zu können. Wer aus der Praxis weiß, wie schwer es ist, ein einigermaßen künstlerisches Programm für solche Feiern zusammenzustellen, der muß mit Bewunderung anerkennen, daß es gerade im bescheidenen Rahmen unseres Klubs immer besonders gut gelingt, den Gästen eine wirklich schöne Feierstunde zu bereiten. Das Theaterstück — immer ein schwieriger Programmpunkt — wurde besonders begeistert aufgenommen; am meisten gefiel die sehr liebenswürdige Darstellung des „Trödlers". Aber auch alle andern Mitwirkenden taten ihr Bestes und hatten dafür die Freude, daß ihre Leistungen von allen Anwesenden dankbar anerkannt wurden. Dora Edinger. 3s?ldt keliren, besseren wie /«killmyver^Xsffss

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