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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1929-01-01 · 5 (1.1929) · p. Seite 143

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
5 (1.1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 143 (sequence 11)
Language
German
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143 Amtliche Anzeigen des Gemeindevorslands Synagogenbenennung Durch Beschluß der Gemeindeverwaltung erhält die Synagoge an der Freiherr vom Stein-Straße (bisher Königsteinerstraße) von jetzt ab den Namen „Westendsynagoge". _ Richtigstellung. Das „Hamburger Israelitische Familienblatt" vom 1Z. Dezember 1928 beschäftigt sich in der Frankfurter Chronik unter der Ueberschrift „Unter Ausschluß der Öffentlichkeit" u. a. auch mit der Finanzverwaltung unserer Gemeinde. Es heißt dort: „Nur wenigen ist bekannt, daß die zurzeit zum Zwecke des Friedhofsbaues aufgenommene zehnprozentige Anleihe sich Heute als eine wenig glückliche Transaktion erweist". Im weiteren Verlauf ist behauptet, daß die Anlage der Anleihemittel in Pfandbriefen gegenüber der Verzinsung der Anleihe erhebliche Verluste mit sich bringe. Diese Behauptung ist ebenso falsch und irreführend wie die an sie geknüpften Folgerungen. Richtig ist vielmehr, daß die im Jahre 1926 aufgenommene IVA ige Goldanleihe bereits am 19. Dezember 1927 gekündigt und am 1. April 1928 zurückgezahlt worden ist. An ihre Stelle trat eine 7Aige Anleihe, die zu sehr günstigen Bedingungen von der Direktion der Disconto-Gesellfchaft gewährt wurde. Bezeichnend für die Art der Berichterstattung ist es, daß die gleiche Zeitung in der Ausgabe vom 22. Dezember 1927 eine eingehende und im wesentlichen zutreffende Darstellung dieser Transaktion gegeben hat und dabei die erheblich günstigeren Bedingungen der neuen Anleihe ausdrücklich hervorhebt. Friedhofsamt. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofamtes oder des Beerdigungskommissars Herrn Sally Adler bezw. Sallh Grünebaum, Fernsprecher Carolus Nr. 43 438, erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlaqe dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde übernimmt die Neuanlage, die dauernde und jahrweise Pflege von Gräbern jeder BePflanzung auf den Friedhöfen der Gemeinde. Auskunft erteilt der Frredhofsverwalter, Rat Beilstraße, und das Gemeindebüro, Fahrgafse 146, Zimmer 37. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei zur Verfügung gestellt. Sprechstunden der Gemeinderabbiner. Rabbiner Dr. Hofsmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 2024, nachm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Horovitz, Staufenstr. 30, Fernspr. Maingau 77 963, nachm. 4)4—5)4 Uhr (außer Mittwoch) Rabbiner Dr. Lazarus, Cronberger Str. 30, Fernspr. Maingau 79 482. nachm. 3—4 Uhr Rabbiner Dr. Salzberger, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr Hansa 9945. Montag u. Donnerstag, vorm. 91/2—101/g Uhr im Sitzungszimmer der Westendsynagoge Rabbiner Dr. Selig mann, Friedrichstr. 29, Fernspr. Maingau 71124, nachm. 5—6 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Gemeindebibliothek (Börnestraße 54). Bücherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13, 16—17 Uhr Freitag und Sonntag —13 Uhr. Lesezeiten: Dienstag und Donnerstag 19—21 Uhr Freitag 'nach Schluß des Gottesdienstes bis 19 Uhr Samstag und Sonntag 10.30—13, 15.30—18 Uhr. In der vorliegenden Nummer wird der Abdruck des Gach» katalogs der Gemelndebibllothek fortgesetzt, und zwar zunächst der Bestände jüdischen Inhalts. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, von den reichen und vielseitigen Beständen der Bibliothek, vor allem auf dem Gebiet der neuesten populärwissenschaftlichen und Unterhaltungsliteratur, regen Gebrauch zu machen. Auch Bücherspenden sind erwünscht. Museum jüdischer Altertümer. Fahrgasse 146. Besuchszeiten: Sonntags vorm. 10—1 Uhr und Werttags nachm. 3-4 Uhr. Aus der Gemeindevertretung. Sitzung vom 20. Dezember 19 28. Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer. In Anwesenheit von 27 Mitgliedern der Gemeindevertretung und 3 Mitgliedern des Vorstands eröffnet der stellvertretende Vorsitzende, Herr Naftali Fromm, die Sitzung und gibt zur Kenntnis, daß der Vorstand den früheren Beschlüssen der Gemeindevertretung in bezug auf die Festsetzung des außerordentlichen Etats und die Gebührentarife für Grabstätten, Beerdigungen und Kasualien beigetreten ist. Sodann wird von dem Bericht des Referenten für den Religionsunterricht über den Umfang und die Verteilung dieses Unterrichts im lausenden Schuljahr Kenntnis gegeben und dem Referenten, Herrn Rabbiner Dr. Lazarus, für seinen aufschlußreichen Bericht, sowie dem früheren Referenten, Herrn Rabbiner Dr. Seligmann, für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Interesse der Erweiterung des Religionsunterrichts der Tank der Gemeindevertretung ausgesprochen.' Von den Zuschriften des Vorstands der I ü d isch e n W 0 h l f a h r t s p f l e g e betr. Zusammensetzung des Vorstands und die Wahl von weiteren Vorstandsmitgliedern, die nicht der Gemeindeverwaltung angehören, wird Kenntnis genommen. Es wird ferner davon Kenntnis genommen, daß der vom Vorstand früher festgesetzte Termin der Eröffnung des neuen Friedhofs 'wieder aufgehoben worden ist, und daß ein endgültiger Termin demnächst bekanntgegeben werden wird. Herr Rechtsanwalt Simon bittet den Vorstand, diese Bekanntgabe möglichst in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung zu veranlassen, weil diese Mitteilung zur Information der Öffentlichkeit notwendig sei, und gibt im Anschluß hieran folgende Erklärung ab: „In der letzten Zeit enthält die jüdische Presse schiefe und falsche Darstellungen über Angelegenheiten der Gemeindeverwaltung, insbesondere find sowohl über den Friedhof, als über die Anleihepolitik, als auch über die Wohlfahrtspflege, wie auch' über die jüdische Volkspartei Berichte und Nachrichten veröffentlicht worden, welche in keiner Weise den Tatsachen entsprechen und geeignet sind, eine Beunruhigung der Öffentlichkeit und eine Schädigung der betreffenden Institutionen und Organisationen herbeizuführen. Bei aller Anerkennung der hohen Bedeutung einer gut informierten Presse und ihrer Wirksamkeit im öffentlichen Interesse kann aber nicht zugestanden werden, daß ihre Aufgabe darin besteht, die Oeffent- . lichkeit einseitig zu orientieren. Zur Vermeidung einer solchen Einseitigkeit wird der Borstand, soweit die betreffenden Angelegenheiten sich zu einer öffentlichen Bekanntgabe eignen, auf Wunsch sachgemäße und vollständige Informationen erteilen müssen. Dagegen ist Verwahrung einzulegen gegen ein Verfahren, sich derartige Informationen durch Hintertüren und auf Schleichwegen zu beschaffen. Es ist an dieser Stelle und in aller Öffentlichkeit gegen ein solches Verfahren Stellung zu nehmen, und es ist nur zu bedauern, daß der Vertreter derjenigen Zeitung, die sich hauptsächlich in dieser Weise bemerkbar gemacht hat, nicht anwesend ist." Seitens der Herren Werner und Dr. Mainzer wird diese Erklärung auch namens der konservativen und liberalen Fraktion unterstützt. Herr Werner befürchtet weiterhin auch das Nachlassen oder gänzliche Aufhören der Mitarbeit bewährter Persönlichkeiten, besonders in der Wohlfahrtspflege, wenn nicht der schädlichen Verbreitung unrichtiger Darstellungen in der Presse Einhalt getan werde. Herr Justizrat Dr. Blau sagt uamens des Vorstands Erfüllung dieser Wünsche zu, soweit der Vorstand nicht von sich aus schon das Erforderliche veranlaßt hat. Im übrigen gehe der Vorstand seinen geraden Weg, tue seine Pflicht und werde sich darin nicht beirren lassen trotz Mißdeutungen, denen man immer ausgesetzt sei. Es folgen debattelos Zustimmungen zu Vorstandsbeschlüssen betr. Vorkehrungen persönlicher und sachlicher Art für das Best a t t u n g s w e s e n im Hinblick auf die Eröffnung des neuen Friedhofs. In den Vorstand wurde als Ersatz für den ausgeschiedenen Herrn Direktor Julius Jacob einstimmig Herr Direktor Eduard Oppenheim gewählt; der mit Ende dieses Jahres aus der R i t u a l k 0 m m is si 0 n ausscheidende Herr Willy Mainz wurde wiedergewählt. Die Gemeindevertretung stimmt alsdann der Umbenennung der Synagoge an der seitherigen Königsteiner Straße in Westendsynagoge zu und nahm anit Dank Kenntnis von der Schenkung einer seidenen Decke für den Hörsaal der Synagoge am Börneplatz durch Herrn Rabbiner Donath. Hieran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung, in welcher Personalangelegenheiten behandelt wurden. Die ^üäkcke ^Voliltakrtspilexe Frankfurt a. HI. umwLt sämtlicke TweiAe äer ottenen ^Voklwkrtspkle^e in vier ^dteilun^en. I^nZestrsLe 30 Tel. ttan8S 9548

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