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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-11-01 · 3 (11.1928) · page 1

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
7 (1928-1929)
Issue
3 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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GemewdevlaSt devSsvaettMwen Gemeinde SvanHfttvt a.Maw Die'Gememdemitglieder erhalten das ' LR US/O I? M w ^NRRRODtAMßt Anzeigenprei« für die 6-gespaltene Blatt unentgeltlich. Bezugspreis für Nonpareille^ile 40 Pfg., im?-rt Nichtmitgue^ »ev GemOiudevevwaltttna ^ufde^^ Nummer. Zustellung durch di. Post. ^^^--^-^^ Anzeigenverwaltung - Gemeindehaus Schriftleitung und Verwaltung: 7 Zghxg NaNttvtt Ü. ZK.. ASVeMbek 1928 At. 3 Fahrgasse ,4S, Crdgesckoß. Fahrgasse ^4S ^' «vvrmvr» iv^. «l. Fernsprecher Hansa ,527 und 70SS Aus dem Inhalt. Amtliche Anzeigen................... 60 Aus der Gemeindevertretung....... .......60 Simon, Ioses Wttttg - und wir.............49—51 Sakhelm, Sephardlsche Dichtung und Literatur......51—54 Nadt'Gtrauß,Ml«lraeli auf dem^Nerltner Kongrek..... 54 Naerwald, Die Gründung des.phitanthropins....... 55 Galllner, Hermann Naerwald............. 56-60 Aus den Gemeinden.................. 61 Anstalten und Vereine, Verfammlungskalender......63—71 Sotte-dtenfiltcher Anzeiger.............. 77-7» Veränderungen im Personenstand........... 76 «atalog der Sememdebibliothek..............72—75 Loses Wiitig — und wir. Ein Versuch mit einer methodischen Vorbemerkung. Von Dr. Srnst Simon Die Frage der Anteilnahme des Judentums — nicht die des einzelnen Juden — an den großen Vorgängen der Umwelt gehört zu den schwierigsten unserer heutigen Existenz, und zwar überall in der Welt, waar in Erez Israel, wo sie, wenn auch in anderen Formen, gleichfalls besteht. Haben wir noch eine kollektive Stellungnahme zu den großen Fragen der Zeit oder sind wir, in geschichtlichem Sinne, stumm geworden? Was denkt „das Judenrum" über den Krieg oder seine Aechtung? Ueber individualistische oder sozialistische Wirtschaftsordnung? Ueber Staatsräson oder individuelle Sittlichkeit? Ueber die Neugestaltung der Sexualethik, wie sie etwa der amerikanische Jugendrichter Lmdsey in seinem (wohl überschätzten) Buche anzudeuten versucht? Ueber den Kampf zwischen Wirtschaft und Staat? Ueber das Recht kolonialer „Erschließung" — oder „Unterdrückung"? "b ^ies ^H^"^ Jude^weiß, wenn^er^übevhaupt Patriot des Staates oder der freien ^ersöu8chkeit oder der großen Wirtschaftsmächte, als Junggeselle oder als glücklich oder unglücklich^ Verheirateter, als „Weiher" oder auch — schlimmste G?eichheit> aller "die Menschenantlitz tragen — aber „als^ Jude der ^jüdische^ Cyauvinist^ aus unserer Aufzählung S^la ub e doch zu denken ^at;^für ihn sei augenscheinlich ^ie unwirk!^ Teilung m das „als" Chauvinist und das „als" Jude fortgefallen; er sei zur selbstverständlichen Einheit des „jüdischen Chauvinisten" gelangt, dem sein Judentum wieder auf die Fragen der (Politischen) Stunde Antwort gibt. Und er könne sich sogar auf manches Biblische berufen: auf den Kampf gegen Amalek, auf die Ausrottung der sieben Völkerschaften, der Ureinwohner Palästinas, durch die Juden, oder auf die talmudischen Rechtseinschränkungen gegenüber der römischen Besitznahme Mischen Bodens -und noch auf anderes. Und demgegenüber wieder mag der jüdische (wenn auch vielleicht gleichzeitig zionistische) Pazifist auftreten und das alles für schlimmsten Abfall erklären. Er wird zu zeigen suchen, daß jene Gewaltmaßnahmen oder Rechtseinschränkungen nur aus Besorgnis um die religiöse Reinheit Israels verfügt oder versucht wurden und daß grundsätzlich die Einheit Gottes ihr historisches und Alogisches Correlat an der Einheit und daher auch Gleichheit aller Menschen finde: HM sei auch die GrenM der jüdischen Ausvor allem zu Pflichte« und dann Aber die beiden Streitenden haben, eben dadurch, daß und wie sie streiten, eine weitere Schwierigkeit der Frage aufgedeckt: nur das ist, nach der Entscheidung des Maimonides, als „dem Mose am Sinai übergeben", als ^'OV.NVH^ anzusehen, welches außerhalb des Streites steht, worüber Einhelligkeit in d^r talmudischen Dist^wn herrscht. So au^> t)ier: gi^t e^s^w^e i Anhörten aber^ die wir gebart/^aben, sind Stwimen^ der ni^t nur ein Ergebnis ^der Mchahmungssucht,^ s^ von Zeit um5 Welt jüdische Antworten zu erhalten. Sie kommt diesem Bedürfms allerdings meist in einer^reicht unmethodischen die Antworten vorher feststehen und sie, beispielshalber: für den deutschjüdischen oder für den französischjüdischen Siegesgott, nachträgliche Bestätigungen, „Stützungen, aus unseren h^!^" Uraleichen ^hlern beha^tete,^ christliche ^Sch^ 'Midie D^mati k^ Die lüd^^e ReligionspWosovhw, ^die^ielleicht die S^tummheit des Judentums zu ^^en^ mltberufen ^ist, hat ooä) eine Lücke^ füllend? das Wort der jüdischen Predni. 5 Frag, prägt ist. Auf ihn zielen, auf ^m gründen zugleich alle Darlegungen unserer klassischen Denker. da^ sie mit der?^hÄbria)tigen Antworten der ^onnletik^oder d^n ^>^fur sinnlos halten wür^en^d^s^S^ des ^abge^se^te^ und ^chtb^ar, aö^ sie verewigt^ die ^tz^,. "^^^^"^^9^ Weltanschauung" zum methodischen Leitfaden^ geWörden ist. Für einen solchen tastenden Schritt ist das Problem Joseph Wittigs besonders geeignet, weil er mit der geistigen Form lebensgefährlich (für beide) zusammenstieß, deren Fehlen wir für uns eben wieder feststellen: mit dem dogmatischen System. » Die Tatsachen werden noch bekannt sein, und seit einiger Zeit großartigen Sammelwerkes „Das^LNter der Kirche" (vgl. die Besprechung in der letzten Nummer des Gemeindeblattes), tum Joseph Wittigs" darbietet. Nimmt man Wittigs Osteraufsatz „Die Erlösten" hinzu, der den ersten Anstoß gab zum Kampf der Kirche gegen ihren Priester und Professor, so überblickt man die Tragödie — aber was bedeutet sie für u n s? Wir müssen sie unter den Gesichtspunkten des Dogmas, der Organisation des Gewissens (Kirche) und des

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