Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 1-2 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
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24 Glückwunschabtösuna. Zu Roschhaschanah gratulieren ihren Freunden und Bekannten durch den Keren Kajemeth Lejisrael. Dr. Hugo Emmerich, Dipl. Jng. Nathan Grünstein je M-100.— Oskar Bergmann, Leopold Kauffmann, Jakob Wodowski je M. 30.- Edwin Feist, Arthur Löwengart, Dr. Arthur Rosenblatt, RA. Julius Wohlfarth je M. 20.— Dr. Walter Falk, Höchst a. M. M. 12.— Dr. Siegfried Auerbach, Alfred Bcrger, Dr. Cobliner, Gg. Freudenstein, Hugo Goitein, Dr. Michael Grünebaum, Dr. Rudolf Heilbrunn, Isaak Heimann, Dr. Walter Mannheim, Norbert Meyer, Dr. Julius Simon, Fritz Sondheimer, M. Sondheimer, Dr. Franz Tannhäuser, Dr. Veith je M. 10.- Alfred M. Beermann, Karl Rosenheimer je M. 6.— Arthur Baumritter^ Familie Benj. Vaumritter, Frau R. Bein, Berthold Bodenheimer, Brandstätter K Co., Familie Ehrlich, Fritz Epstein, Frl. Falk, Dr. Eugen Mayer, Dr. Julius Meyer, Rüben Michaelis, Dr. Fritz Miltner, Jos. Misch, Dr. Menny Rapp, Frau Ritter, Dr. Julius Rothschild, Rabb. Dr. Salzberger je M. 5.-. Forisctzung folgt in den nächsten Nummern. Postscheckkonto: Isaak Heimann, Frankfurt a. M. 41441. 7V. Geburtstag. Herr Zustizrat Adolf Zimmt, einer der bekanntestell Rechtsanwälte der alten Generation, voltendete am 11. September in voller geistiger Frische sein 70. Lebensjahr. Dr. Jacob Meyer geb. 29. September 1876 gest. 23. August 1928. . Nach schwerer Krankheit verschied am 23. August im Alter von nur 51 Jahren der Chefarzt des Gumpertz'schen Siechenhauses, Herr Dr. Jacob Meyer. Mit ihm verliert unsere Gemeinde eine Persönlichkeir, die weit und breit geschätzt und verehrt wurde. Ein sonniges Wesen, eine gütige, vornehme Art, gepaart mit hohem sozialen Verständnis für die leidende Menschheit, das waren die leuchtenden Charaktereigenschaften des Dahingeschiedenen. So war es ihm in hervorragendem Maße gegeben, einer Anstalt vorzustehen, in der an bedauernswerten, hilslosen Kranken unendlich viel Leid zu lindern war. Und er nahm diese Aufgabe heilig, so heilig, daß die ihm anvertrauten unglücklichen Menschen zu ihm voll Liebe als ihrem Retter emporblickten. Verstand er es doch in vorbildlicher Weise, die Patienten seelisch so zu behandeln, daß ihre schwere Erkrankung ihnen gar nicht zum Bewußtsein kam. So konnte man an der Stätte seiner Wirksamkeit gar ost beobachten, daß äußerlich das Leid verschwand und nicht sichtbar wurde, und nur frohe Mienen zum Ausdruck kamen, wenn besondere Veranstaltungen, die immer seiner Förderung sicher waren, den Kranken als Ablenkung geboten wurden. In der Geschichte des Siechenhauses wird sein Name dankbare Verewigung sinden. — Bei der Beerdigung, die unter ungemein zahlreicher Beteiligung seiner Verehrer und Freunde stattfand, schilderte Herr Rabbiner Dr. Lazarus, selbst ties ergrissen, in beredten Worten den segensreichen Lebensweg des Verklärten. Für die Frankfurt-Loge sprach Herr Dr. Siegsried Auerbach, für den Aerzreverband Herr Dr. Gustav Oppenheim, und zuletzt Herr Dr. Richard Merzbach, schmerzlich bewegt sür das Gumpertz'sche Ziechenhaus. H. 8. Emma Mainz geb. 8. Juni 1868 gest. 25. August 1928 Nicht lange nach Vollendung ihres 60. Lebensjahres ist Frau Emma Mainz am 25. August von schwerer Krankheit durch den Tod erlöst worden. Eine hervorragende Persönlichkeit, eine der längsten Frauen unserer Gemeinde ist mit ihr dahingegangen. Sie entstammte der angesehenen Münchner Familie Frankel und fand hier in Frankfurt in dem unvergessenen Leo Mainz einen in allen Gebieten der Lebensgestaltung gleichgesinnten Gatten. Bald wurde ihr im altüberlieferten Sinn geführtes gastfreies Haus ein Mittelpunkt sür religiöse und soziale Bestrebungen. Mit reicher Bildung und lebendigem Geist, gab Emma Mainz jeder Arbeit, der sie ihr Interesse zuwandte, stärksten Impuls. Ihr schwächlicher Körper war bis in die letzten, durch Schicksalsschläge und schweres Leiden getrübten Lebensjahre hinein, ja bis zum letzten bewußten Augenblick, von einer erstaunlichen Lebenskraft erfüllt. Wo sie sich eine Aufgabe setzte, bot sie alles auf, um sie zum guten Ende zu führen, sie war erfinderisch nicht nur in der Ausbringung von Mitteln, sondern noch mehr in der Heranziehung neuer Ideen und neuer Menschen. Dauerndes Zeugnis für ihre ungewöhnlichen Gaben legt vor allem die Haushaltungsschule ab, diesich in den dreißig Jahren ihres Bestehens unter der Führerschaft von Emma Mainz aus kleinen Ansängen zu einer vielseitigen und vorbildlichen Anstalt entwickelt hat. Aber nicht nur wegen ihres Wirkens in der Öffentlichkeit wurde die Heimgegangene verehrt, sondern vor allem auch als die stets hilfsbereite und gütige Freundin, als die kluge Beraterin im engen Kreis der Familie und weit darüber hinaus. Bei allen, die ihr nahetreten durften, wird ihr Andenken dankbar bewahrt bleiben. Vor einer sehr zahlreichen Trauerversammlung legten die Herren Gemeinderabbiner Dr. Hofsmann, Dr Fränkel und Rechtsanwalt Horovitz von dem reichen privaten und öffentlichen Wirken der Verstorbenen beredtes Zeugnis ab.