Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 10 (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 324 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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324 Moskauer Jüdisches Akademisches Theater. Die Aufführungen im Neuen Operetten-Theater begegnen großem Interesse, wenn auch nicht einem so außerordentlichen Erfolg,wie ihn die Truppe anderwärts und zuletzt in Berlin hatte. Es ist in der Tat eine neue und in vieler Hinsicht überraschende Kunst, die von diesen jüdischen Schauspielern geboten wird. Auf dem von dem genialen Stanislawski begründeten und von der jüngsten russischen Theaterkunst zu immer schärferer Pointierung getriebenen Stil aufgebaut, hat die Kunst dieser Moskauer durchaus ihre eigene Note. Es gelingt ihnen in einem bisher nie gesehenen Ausmaß, aus dem Einzelnen das Typische herauszugestalten, sowohl bei den handelnden Personen wie auch bei den Zuständen. Auf der Bühne erscheint in dem Stück „200000" von Scholem Alechem nicht etwa irgendein „Balabos" (Hausbesitzer) sondern der Balabos oder der Fiedler, der Schadchen, der Schwindler schlechthin; ebenso das Gespräch, das Nähen, die Katastrophe, Staunen, Huldigung und so fort. Gerade diese Zustände innerhalb der Handlung werden mit außerordentlichem Können unter Weglassung alles entbehrlichen Beiwerks dargestellt, sodaß etwa das hereinbrechende Fatüm nicht durch Blitz und Donner, sondern nur durch mimische Mittel sich ankündigt. Ein Höhepunkt ist dabei die Trauungsszene, die sich wortlos abspielt und trotzdem das Nacheinander der feierlichen Zeremonie und das Losbrechen der Fröhlichkeit zu lebendigstem Ausdruck bringt. Hervorzuheben ist auch die stellenweise eingefügte Musik, die öfters an Volksweisen anknüpft, aber im Stil des Ganzen bleibt, wenn sie z. B. mit ironisch-sakralen Zügen auf dem Wort „Maseltof" einen Chor aufbaut, der beinahe in den „Hugenotten" stehen könnte. Wenn'so der Inhalt des dramatisierten Romans zwar nicht verschwindet, aber durchaus ins Typische, wenn das komische in das groteske Element übergeleitet wird, so. ist auch dies ein Weg, das Leben, wie die großen jüdischen Dichter des Ostens es gezeichnet haben, anschaulich zu machen — nicht durch Karikatur, sondern durch unerhörte Vereinfachung. Das Buch mag dabei zu kurz kommen, aber schließlich hat das Theater sein eigenes Recht, und wer tiefer in diese Kunst eindringt, wobei allerdings eine gewisse Kenntnis der dargestellten Literatur nichts schaden kann, der wird bald merken, daß auch dieses Spiel so gut wie das der Habima seine Seele hat, eine künstlerische und eine jüdische Seele, die sichtbar wird, wenn inmitten aller tollen Akrobatik das Einzelne und der Einzelne sich einem Ganzen unterwirft. Geburtstag. Herr Gustav Marxsohn, Beethovenstraße 28, vollendete am Sonntag, den 20. Mai, sein 70. Lebensjahr. Der Jubilar ist Mitglied des Vorstands der Getreide- und Produktenbörse. A^i^i^i^t^i^i^l^o Nic^ A (Aso-t^oicfis-^ KLk>4k47UKett u. eKS4727LIl_? tüi- ^Likmssekinen, LpfseksppsfstQ ^skfrscler ailsr Z^stsmS. KKUSSiS, lVlSQl^ikSs- ^riscidsrgsil.LM^str. 54, Isl. OaroI.4752V kj>GII.TIttIAMVU ctis fsiris 25 l-isricjsrdsits-^igsri-s SUNVi-k gsgsnllbsr clsr I^si-Ktlislls l-lssvngssss 9 für clie sse8itage Lut gepflegte VVeilZvveine, abgelagerte Kotweins, t.>KLre unlt Spirituosen. W> ö. 1. K o l 6 8 e t, m i ä t »snsa 352 WMMmig 45 I-ieferung frei ttav8 kvsteiSektungvn 51.1» 14?»unu» SM MX. WIM f?sutsfrlcks Sfünsbui'gwsg 7 H I. 5 5 0 N 7 /< U l>I U S 52 WKQI^K 6 l_UOWl Q N n e U - u ivi s 4 u 7 e n k^p/mziukk-n sllsr ärt 8ettMä«M-k18e!IIKUd«K eNIW4SSek?UNQ6N Ivoi-M. f. SkiNffll «SQL7»e. s?«4sse Lingsng ^ugSn»Isn«I 2 2S 539 /^^o^i'r^^i' tt4U5VeKwäI_IUttQcN sinsekl sUsr Ztsuer» u. l^vpotkeken - Ksgviung l-kCttlV!. STKKIUtt(Z SKUun<j lv»»ci-S4Ctten «zoe?i»k. li->ngsng ^uginslsn«! 2 29 «Zz»I5^ 53S