Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 8 (4.1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 246 (sequence 10)
- Language
- German
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Mit ihnen treten wir in den Kreis Pestalozzis. Aber auch mit Geisenheimer selbst. Denn so wenig Quellen auch von seinem Leben raunen, weiß doch lebendig fließende Ueberlieferung von seinem Studium der Werke Pestalozzis zu erzählen und von seiner Sehnsucht, selbst einmal die Reise zu dem großen Schweizer nach Jferten zu unternehmen. Im Geiste dieses Mannes wählte Geisenheims seine Mitarbeiter: den mehr als begabten Michael Heß als Oberlehrer, den bedeutenden katholischen Gelehrten Molitor als Mitleiter, der eine ihm aus Rothschilds Hause, der andere aus Jugendtagen bekannt, und weitere tüchtige, hochangesehene Lehrer. Und während er fv den Großen seiner Zeit genug tat, mußte er nach Dalbergs Sturz und zeitweiser Rückkehr alter Unfreiheiten von neuem sich mühen für die Unterhaltung der Schule, obwohl der Gemeindevorstand ihn eines Teils der Sorgen enthob. Seine eigene Hand führte die Subskriptionslisten, die Sitzungsprotokolle und das Verzeichnis der Schüler und schrieb dabei wohl jedem einzelnen Zögling Wunsch und Segen heimlich mit dazu. Nur aus solcher Liebe uno nie rastendem Fluge höher hinauf erklärt sich uns auch das Phänomen, daß dieser Mann schon im Jahre 1807, als Dalbergs neue „Stättigkeit" den Juden Handwerksausübung erstmals gestattete, durch Handwerksklasse und Handwerkskasse eine Berussumschichtung erstrebte, die spätere Jahrzehnte vielleicht unwiederbringlich versäumt haben. Höher hinauf! Und er gründete 1807 die Loge „Zur aufgehenden Morgenröte" in dem Willen, seine Glaubensfreunde zum Licht des Freimaurerordens zu führen, der von Friedrich dem Großen bis zu Mozart und Goethe erlauchte Geister umfaßte. So allmählich mit seinen Werken eine ganze Generation in die Gedanken der Aufklärung und Humanität hineinreißend, konnte er sich 1822 aus dem Verwaltungsrat seiner Schule zurückziehen. Schon zeigt sein Bild aus jener Zeit über dem energischen Kinn leidvolle Züge des festen Mundes, Falten des Alters längs der ausdrucksvollen Nase und müden Blick. Aber noch hatte er des Guten nicht genug getan. Da war noch die alte israelitische Männerkrankenkasse. Gegründet im Jahre 1733 fehlten ihr jetzt eine feste Verwaltuug und Ordnung. Geisenheimer renkte das ein und schuf eine Organisation, die fast eine Neugründung war. Und legte noch den Grundstein zu einem Neubau für Männer- und Frauenkasse, nachdem er die Rothschilds dafür begeistert hatte. Dann konnte er nichts mehr tun, als geduldig sein schweres körperliches Leiden zu Ende, tragen. Höher hinauf! — Am 20. April 1823 starb zweiundfünfzigjährig Siegmund Geisenheimer, einer der strebendsten Geister und edelsten zugleich. Unvergessen. Vom Philanthrop,'». Am 20. und 21. März fand die erste Reifeprüfung am Reformrealgymnasium des Philanthropins statt. Den 12 Oberprimanern (darunter 2 Mädchen) der Anstalt wurde die Reife für die Universität zuerkannt. Als Staatskommissar leitete die Prüfung der Dezernent der Anstalt beim Staatlichen Provinzial- Schulkollegium von Hessen-Nassau, Oberschulrat Dr. Deiters. Aus dem Kindergarten des philanthropins. Von Annemarie Laquer, Jugendleiterin. Für den Kindergarten brachte das vergangene Schuljahr einige wesentliche Veränderungen mit sich. Im Mai 1927 wurde ein von der Israelitischen Gemeinde zur Verfügung gestelltes eigenes Heim, Eckeuheimer Landstraße 16, bezogen. Die ehemaligen Räume wurden als Klassenzimmer benötigt, doch ist die Neuordnung für den Kindergarten nur von Vorteil. Vor allem ist die räumliche Trennung vom lebhaften Getriebe des großen Schulhauses für die Kleinen sehr erwünscht. Das neue Heim ist eine kleine Wohnung, abgeschlossen für sich, und betont dadurch den familienhaftcn Charakter, den eine solche Einrichtung tragen soll. Drei hübsche, helle Räume, die mit freundlichen Farben gestrichen sind, dienen als Aufeuthaltsräume zu Spiel und Beschäftigung. Der Vorraum ist mit einem Fries, Kinderszenen darstellend, versehen, der schon gleich beim Eintritt einen gefälligen Eindruck hervorruft und dadurch neu eintretende Kinder sofort heiter und zutraulich stimmt. Schränke, Tische und Stühle in den einzelnen Räumen sind in lichten Farben gehalten und harmonieren mit dem Anstrich der Wände. Geschmackvolle Vorhänge, Gardinen und Tischdecken geben dem Ganzen das Behagliche und Gemütliche, was gerade so wesentlich für die Erziehung im vorschulpflichtigen Alter ist. Eine Küche, die gleichzeitig als Kleiderablage dient, gibt den Kindern Gelegenheit zu hauswirtschafllicher Tätigkeit, den kindlichen Fähigkeiten entsprechend. Den modernen Grundsätzen folgend, sind alle Gebrauchsgegenstände so geordnet, daß die Kinder zur größtmöglichen Selbständigkeit angehalten werden. Die Wintermonate brachten viel Arbeit, aber auch viel Freude mit den Vorbereitungen für das Channukahfe st. Die Kinder beschenkten ihre Eltern mit selbstgefertigen Klebe-, Stick- und Bastarbeiten. Die Channukahfeier, zu der die Eltern der Kinder eingeladen waren, verlief sehr hübsch und stimmungsvoll. Die Lichter wurden angezündet, dann zeigten die Kinder Sing- und Reigenspiele, Gedichtchen wurden vorgetragen und ein Musikstück ÜMWIZMIMlMS I 0r. E. IssgS? Zsn.-Kst KSISingsr vr. R.skmsnn»»»»i ZMVIiMßMAKIM M«sn«ßsekuks W< rsvsttsn W»s?rSN ^/äsekS ZWGK?MMIM SIevIe-XüdlSr ksSsvvecksn SsvV Qrtök«! SsÄis Artikel 5t?ii«kklei«>e?, Stri^kZscksn, ^umd«?jsek», vlussnsckaner «»««Ks»»?. 7, S«eg«?»»r. «»»«ngs»»«^2 F Mz> zsklsn ciss MiitDiN M Inrer lockter, wenn 8ie kür clieselbe eine Aussteuer-VersickerunA bei uns lauten Kaden. MZ? 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