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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-01-01 · 5 (1.1928) · p. Seite 153

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
5 (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 153 (sequence 21)
Language
German
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153 8am8tsg 14. 1'almuä l'kora-Verein, (vie 7. Januar) Sonntag 15. lalmuä l'nors-Verein. ^enillim-Vortrsg von l^abb. vr. rlokkmsnn, Lvn. öörneplst^, 18 I^nr. 8cnolem ^leckem Club, 3. 8tiktung8ke8t verbunden mit cler ^uttübrung äes Vrama8 „Oott, Wiensen uncl leukel" von Oorclin. Loge Larl, Mo-artplst- 26 17 l_Ikr. Montag 16. I'almuä I'nora-Verein, ^akr-eitlernen!ür tzsbd. vr. I>k.^. ^obel. 19 VW. 8sm8tag 21. Breies ^ü6iscnes I^elirliau8. 6. I>Iodel-Vorle8ung. Vortrag üder- „Volk unter Völkern. Zweierlei ^88lmilation" von Or. Lugen ^Is^er. riör8ga! cier ttsuptsvnagoge, 201/2 Unr. 8onntag 22. 1'almuä I'tivra-Verein, Vortrag über „Der propnet ^eremiS8 unä 8eine Xeit" von I?abd. Vr. ö. jVla^, Hörsaal 6er Lvn. Lörneplat^, 18 I^nr. ^/laäcnenklub, Vortrag über: „k^rauenl^rlk", von ^?rau 1^ie8el Oppendeim, Lange8traLe 30. Montag 23. Verein 8elv8t. isr. tianäverker nnä Qevverbe» treibenäer V. Qeneralver8amm1ung, Laie rianotvacbe, 20^ Unr. Vonner8t.26.1üc!i8cner frauenbunä» ^rbe!t88it?ung, Langestr. 30, 101/s vnr. 8am8tsg 28. 1'almuä I'riora-Verein, s>vie 7. Januar) 8onntag29. ^üäisclier frauenbunä» 0rt8gruppenabenä gemeinscriattlick mit 6er Qe8ell8cbaft kür jücjiscrie Volksbildung. Vertrag über ..^amilienforscnung" von vr. ^rtkur 0?eIlit?er-öerlin. VolkZbiläungsbeim. ^almuä l'kora-Verein, (>vie Z5. Januar) Montag 30. Lentrslverein äeut8-iner 8taat8bürger jü6i8cnen LIsuben8. ökkent'icne Versammlung. Vortrag über ,vie )ür»i8cne VVirt8cnsft8msckt" von vr. fordert Lin8tein-Lerlln. ^ooloeiscrier (Zarten. Vien8tsg 31. ^ülii8cner1'urnerbun6IZ.V. ^itglie<1erver8smmlung. Vortrag <Ze8 tterrn vr. ^o8ek r^rsnk, tüolleg vomre8taurant, kraubacri8traLe. Aussprache. Die Fleischpreise. Da die Redaktion des Gemeindeblattes vor einiger Zeit mitgeteilt hat, daß an dieser Stelle Angelegenheiten, die im Gemeindeinteresse liegen, frei erörtert werden könnten, darf ich vielleicht als Familienvater die Fleischpreise einmal zur Sprache bringen. Für koscheres Fleisch muß man gegenwärtig 1.30 bis 1.40 Mk. das Pfund zahlen, während nicht geschächtetes Fleisch in allerbester Qualität für höchstens 1.20 Mk. zu haben ist. Die besonderen Ausgaben, die mit der rituellen Herstellung verbunden sind, betragen kaum einen Pfennig für das Pfund, so daß die große Preisspanne nicht gerechtfertigt sein kann. Bielleicht nehmen sich die berufenen Stellen — der konservativ-jüdische Gemeindeverein oder die Ritualkommission — einmal dieser Sache an, denn es ist gerade für den Mittelstand, der ohnehin schwer zu kämpfen hat, sehr bedauerlich, wenn ihm das Festhalten an der Ueber-' lieserung unnötig erschwert wird. Das gleiche gilt übrigens auch für manche anderen rituellen Bedarfsartikel, wie z. B. Pessachwaren, Wein und besonders „Arba-minim". Was die Fleischpreise betrifft, so sollte man meinen, daß die Gemeinde und die ihr nahestehenden Anstalten bei ihrem sehr großen eigenen Bedarf ohne weiteres in der Lage sein müßten, eine bessere Organisation zu schaffen, evtl. in eigener Regie. Bei dieser Gelegenheit darf vielleicht noch darauf hingewiesen werden, daß auch die Restaurationsverhältnisse in der Gemeinde wenig befriedigend sind, worüber gerade von auswärtigen Besuchern häufig geklagt wird. Einer für Viele. Vücherfchau Offenbacher Haggadah. Verlag des Herausgebers Dr. Guggenheim, Offenbach a.M. 1927. Mit einer gewissen Spannung habeich die Offenbacher Haggadah erwartet. Ihr Erscheinen war angekündigt, hatte sich aber verzögert. Was lange währt, wird gut. Hier darf und muß sogar gesagt sein: sehr gut. Hier eint sich Buchstabe und Note, Wort und Ton, Lied und Prosa, Gedicht und Gesang, Text und Bild, Form und Farbe, Inhalt und Erklärung, Ueberlieferung und Neuschöpfung, Altes und Ebenerstandenes zu einem wohlgestalteten, in sich abgerundeten Ganzen. Sicherlich wird der am Althergebrachten Hängende — von diesem seinem Blickpunkt begreiflicherweise — mit manchem in Anordnung und Auswahl nicht einverstanden sein. Aber auch er wird, wenn er vorurteilslos Prüft, unter der Menge des dargebotenen Stoffes viele Perlen jüdischen Allgemeingutes finden, die auch ihn herzlich erfreuen. Der Herausgeber wenigstens war in Handhabung seiner Arbeit durchaus vorurteilsfrei. Ob es orthodoxe oder liberale Gelehrte der neueren Zeil waren, er hat sich von ihnen belehren lassen. Er nennt die Namen Baneth, Moritz Lazarus, Israel Levy, Baeck, Dienemann, May, N. A. Nobel und Seligmann. An des letzteren Haggadah lehnt sich die Arbeit von Guggenheim an. Aber der hebräische Teil ist stark erweitert, und eine Fülle von ansprechenden und geistvollen Erläuterungen ist zusammengetragen und beigefügt worden. Diese Haggadah hat die Feuerprobe auf ihre vorzügliche Verwendbarkeit bereits im Hause und damit dem Freundeskreise des Herausgebers bestanden. Einer Anregung von Rabbiner Dr. Italiener zufolge wurde dann das Ganze in Druck gegeben. Und nun ist ein sehr wesentliches Moment hinzugekommen. Druck, Satz und Bebilderung stehen auf einer ganz außerordentlichen Höhe. Offenbacher Künstler, an ihrer Spitze Professor Rudolf Koch und Fritz Kredel, ,/gaben dem Buche Kleid und Schmuck", während den hebräischen Satz die Firma I. Kauffmann in Frankfurt a. M. beigesteuert hat. Ich will nichts weiter über die schönen Bilder sagen, die sich so durchaus in den Rahmen der Haggadah und ihre Stilgeartung einfügen, die uns zeigen, daß auch der Mensch unserer Tage imstande ist, in der schlichten Einfachheit der Alten die erhabene Größe geschichtlicher Momente zum vollwirkenden Ausdruck zu bringen. Mag auf dem Gebiet der neuzeitlichen Kunst solche Leistung so groß sie auch ist, nichts schlechthin Außergewöhnliches sein, das Gesamtwerk, das sich uns in der Offenbacher Haggadah darstellt, ist im Bereiche jüdisch religiöser Literatur der Gegenwart eine Tat allerersten Ranges. Ein Laie — wenn dies Wort in der jüdischen Sphäre gestatret ist — hat bewiesen, daß unsere Zeit nicht religiös unfruchtbar ist, daß sie vielmehr bei aller Pietät für das Altüberlieferte, ja gerade auf solchem Boden stehend, Neues zu schaffen fähig ist. Gewiß war es das persönliche Erleben eines Einzelnen, das sich hier zum Ausdruck rang, aber eben dieser Einzelne fühlte sich mit seiner Vergangenheit durch innige Bande verknüpft und hat zugleich in seiner Umwelt aus den geistigen Werten der Gemeinschaft zu schöpfen verstanden. Ein Individualistisches und ein Kollektivistisches fügten sich zusammen zu einem harmonischen Bund. Darum hat dieses Buch seine Bedeutung für jeden Juden, der die UrWurzeln seiner Kraft erkennt, der sie für die lebendige Gegenwart bewahren und aus deren besten Mächten stärken will, um das Edelgut Israels in die Zukunft hinüberzutragen. ,.ec>sI«fsSss -VrokvssckSrei?a«inu»»»rsas IS Innsder: «sei Lisi,«? VIsnss Ln8tkla88igv Ku8tüknung IN ttvrnen8tSi'Icvv,28vkv, vamvnu. ttau8kaltung8^s8vkv ^dnolung uncl Lieterung trel ttsus.?ostver8anck nsck su8v3rt8. 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