Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 5 (1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3094266-3094324-3094328--1252-3095972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Antisemitisches. Die hiesige Ortsgruppe des Centralverems deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens macht darauf aufmerksam, daß seit Mitte Dezember unter dem Titel „Frankfurter Beobachter" ein Wochenblatt mit unverkennbar antisemitischer Tendenz erscheint, das in keiner Hinsicht, auch nicht durch Ankauf einzelner Zcummern, von unseren Glaubensgenossen gefördert werden sollte. Von der gleichen Stelle wird auf eine Geschäftsempfehlung des Masseurs und G y m n a st i k l eh r e r s August Schmid, Eschersheimer Landstraße 68, hingewiesen, wo es u. a. heißt: „Israeliten und starken Fleischessern ist meine Methode nicht zu empfehlen. Wer Schmerzen nicht ertragen will, braucht nicht zu kommen!" (Dieser Schmerz wird zu ertragen sein. Die Schriftleitung.) Freisinniger Verein für Jüdisches Gemeindeleben. In der am 29. November 1927 im Trausaal der Synagoge Königsteiner Straße stattgehabten Generalversammlung des Freisinnigen Vereins für jüdisches Gemeindeleben E.V., Frankfurt am Main, wurden solgende Herren zum geschäftsführenden Vorstand gewählt: San.-Rat Dr. A. Ettlinger: Vorsitzender; Dr. Richard Merzbach: stellv. Vorsitzender; Richard Schottenfels: Schriftführer; Emil Carl Oppenheimer: stellv. Schriftführer; Albert Cohen: Kassenführer; Simon Mayer: stellv. Kassenführer. Es wird gebeten, sich in sämtlichen Vereinsangelegenheiten an ' die Adresse des Schriftführers, Herrn Richard Schottenfels, Parkstraße 35 (Taunus 3274), zu wenden. Jüdische Jugendbibliothek. Auf Veranlassung ihres Neligionslehrers Herrn Rabbiner Dr. May gründeten die Schüler der Musterschule eine jüdische Jugendbib'liothek und haben es sich zur Aufgabe gemacht, das jüdische Wissen der jüdischen Schüler zu vermehren und unter die christliche Schülerschaft die Kenntnis vom Judentum zu tragen, um damit dem Antisemitismus ein wenig zu steuern. Die Bibliothek befindet sich vorerst in der Musterschule, soll aber bei größerem Bücherbestand der Allgemeinheit übergeben werden. Wie sich leicht denken läßt, können wir mangels an Mitteln nur eine beschränkte Anzahl Bücher anschaffen, hoffen aber, daß jeder Leser dieses Blattes durch Bücher oder Geldspenden zum Gelingen unseres Werkes beitragen wird. Selbst Spenden unter einer Reichsmark sind uns willkommen. Ueber den kulturellen Wert unserer Sache brauchen wir kaum ein Wort zu verlieren. Weitere Auskunft erteilt der Schriftführer Alb recht Auerbach, Nesenstraße 7, an den auch Bücher- oder Geldspenden (Postscheckkonto 29 047) zu richten sind. Nobel-Vorlesung. Das Freie Jüdische Lehrhaus veranstaltet, wie -alljährlich, zur Erinnerung an Rabbiner Nobel eine Sondervorlesung am ,21. Januar. Näheres im Tageskalender. Eine Nobel-Spende. Die 6. Wiederkehr des Jahrzeitstages für Rabbiner Dr. N.A.Nobel gibt einem Kreis von Frauen aus der Gemeinde Veranlassung, zu seinem ehrenden Andenken der Synagoge am Börneplaß einen Kiddusch-Becher zu stiften. Frauen, die an dieser Ehrengabe durch einen Beitrag teilnehmen wollen, können sich mit Frau JreneDarmstädter, Oberweg 33 oder Frl.Sl nniNoth sch'i l d, Schumannstraße 24 oder Frl. B e°rth el Weil, Cronbergerstraße 5 in Verbindung setzen. Zusammenschluß in der jüdischen Jugendbewegung. Der Einigungswille, der weite Kreise der in unzählige Bünde zersplitterten Mischen Jugend beherrscht, hat zu einem positiven Ersolg geführt. Ueberzeugt von der Notwendigkeit, die Kräfte in der jüdischen Jugendbewegung nach Möglichkeit zusammenzufassen, haben der „K a >dima h", Ring jüdischer Wander- und Pfadfinderbünde und der „Bund jüdischer Pfadfinder" sich zum „Kadi mah", Bund jüdischer Pfadfinder vereinigt. Durch die Fusion dieser beiden Bünde, die als erste den Gedanken jüdischen Psadsindertums in die jüdische Jugend Deutschlands getragen haben, ist der jüdische Pfadfinderbund geschaffen, der berufen ist, auf Grund seiner Entwicklung und seiner Heuligen, auch zahlenmäßigen Stärke, die repräsentative jüdische Pfandfinderschaft Deutschlands zu bilden. Der so geschaffene Bund wird eine seiner ersten Aufgaben darin sehen, weiter aus eine enge Zusammenarbeit mit den Teilen der jüdischen Jugend hinzuwirken, die ihm ideell nahe stehen. Er glaubt, daß eine Belebung der jüdischen Jugendbewegung nur erfolgen kann, wenn, auch unter Zurückstellung vieler Bedenken, der Weg zur Einigung fortgesetzt wird. Der Kadimah wird hierbei die Mitarbeit Einzelner sowie ganzer Gruppen stets aufrichtig begrüßen. Sportklub Hakoah Wiesbaden. In Wiesbaden wurde vor zirka einem Jahre der Sportklub Hakoah Wiesbaden gegründet, der zurzeit über 500 Mitglieder zählt. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, jüdische Sportleute, die in bürgerlichen Vereinen dem Judentum entfremdet werden, in seine Reihen zu bringen. Der Vorstand, dem als Vorsitzender Herr Röckersberg angehört, hält die Mitglieder strengstens an, nichts zu tun, was gegen die heiligen Gesetze verstößt. Im letzten Jahre konnte der Sportklub Hakoah Wiesbaden die ^.-Meisterschaft im Handball erringen und kämpft heute in der Liga des Frankfurter Landesverbandes. Am 8. Januar spielt Hakoah in Frankfurt a. M.-Rödelheim an der Westerbach-Straße um 3 Uhr, so daß unseren Gemeindemitgliedern hierdurch gute Gelegenheit geboten wird, dem Spiel beizuwohnen. Wir hoffen, daß niemand verfekllen wird, dort zu erscheinen, um der jüdischen Mannschaft einen Rückhalt im Spiel zu geben. Chanukka-Feier. Die Krauengruppe des Vereins selbständiger israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender veranstaltete am 25. Dezember ihre jährliche Chanukka-Feier mit Bescherung der Kinder. Nach dem Anzünden der Lichter hielt Herr Rabbiner Dr. Horovitz eine warm empfundene Weiherede; hieran schloß sich ein unterhaltender Teil, in dem vor allem ein Kasperle-Theater zur Erheiterung der zahlreichen Kinder beitrug. Jüdischer Frauenbund. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes hat noch einige der künstlerisch ausgestatteten schönen Kalender des Jüdischen Frauenbundes zum Vertrieb. Die Kalender sind in der Geschäftsstelle, Langestraße 30 II., zum verbilligten Preise von Mk. 1.50 zu haben. Arbeitshilfe. In den Kreisen des Vereins Berufsberatung und Arbeitsnachweis und des Hilssvereins trägt man sich neuerdings mit dem Gedanken einer Produktivierung der jüdischen Erwerbslosen und Erwerbsbeschränkten in ähnlicher Weise, wie dies von städtischer Seite bereits im „RotenHam m" geschieht. Die vorbereitenden Beratungen haben bereits gezeigt, daß der Gedanke bei den staatlichen und städtischen Stellen vollstes Verständnis und tatkräftige Förderung findet, und es ist zu hoffen, daß auch die jüdische Öffentlichkeit dieser wichtigen sozialen Aufgabe ernsteste Aufmerksamkeit widmen wird. Die Israelitische Kuranstalt für Lungen- und Asthmakranke in Bad Soden a. T. ist auch während des Winters unverändert geöffnet. Anfragen können an die Anstalt oder an Herrn M. Tannenbaum in Frankfurt a. M., Oberlindau 56, gerichtet werden. Unser Inventur- Ausverkauf kat Dienstag, z. ^snusr begonnen Orepe Satin, Qrepe Qeergette, u. Lrepe cle Lbiine, bringen wir?u bersbgesetz-ten preisen. äa8 8pe2ialkau8 tür 8eläenstotte, Samte unä ^Vo!l5tvLfe Frankfurt am Hlain 8teinxvex wr. 8, l. 8toek Vsrksuk nur In «»er I. Ktsss <Xein l.s6siB>