Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 4 (12.1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 106 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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dsr keindlieden Völker auk ilin gekallen wären, und Herr Baumdaed, sin rotdaariger Dsutsoder, 6er pledeMode Bruder, der ^.sodkenasi, 6er xwar einen anderen Ritus datte, ader ^et?t die Llastkreundsodakt der vornehmeren sskardiseden Beider genol?,, -- denn Israel ist immer eins, wenn auell sein Her? Zerrissen ist. ^ued eine stattliode ^nxalil von brauen wodnte dsr Binweidung dei, brauen mit marteren .Vugen als die 6er meinen brauen der Brde, denn sie datten meinals .iene erduldet und sine ^eds datte die beiden cler ^lütter (Rottes empkuii-ien. Die ansetzenden Kinder klammerten sieli an dis Roekseliöke iiirer Kütter und detraedtetsn dis Vorgänge mit merkwürdig ernsten ^.ugsn, als ei kaüten sie sedon das seltsame ^lvsterium idrer Rasse. ^us allen vier Zünden cler Ilrde datten sie sied dort xiisammsngekunden, um dei dem Bntxünden cler Liianukkalieliter im Bande cler Ino.uisitoren anwesend xu sein. Lie küiilton sie!» glsiedsam als dieselden Vertriedenen, clie naeli so vielen ^alirdunderten cler .^.dwesendeit surüekkodrten. um das unveigelZliede und verdotene Band?u detreten. Bnd sie sodienen seldst erstaunt, sied dort von neuem xusammentinden xn dürksn, gesedütxt dured clie l'oleranx 6er spaniseden Kesetxe, siciier vor VerkolZimgen uncl Gewalttätigkeiten. .Vuk Litten aller entzündete Blsrr .Vdardanel naedeinander die svmdoliseden Biedter, die langsam wie Lterns auktlaoksrten. Oer alte palästinensisede Raddi wiegts die Kesstxesrolly wie ein Kind auk dem LedolZe din und Iler und las den didliscden Berielit vor. Niemand konnte die Iränen xurüekdalten. alle lullten das Ledürknis, einige Worts xu sagen, um iln-s innere Bewegung xnm .-Vusdruok xu dringen. Herr Barsi demerkte: Wis lange dads ieli diesen Vugendliek ersehnt. Ied dskand mied kast allein in dem Bande der Inczuisition und war der Ltimms und des .^rmes meiner Brüder deraudt. l^ur an den döedsten i?sisrtagen vereinigten wir uns Iieimlieli im Hause unseres Breundes Laueedo um die Bundsslade, in der sine Keset^ssrollo rudts. Herr Laueedo ersedrak dei dieser Brwädnung und riek stol^ aus. indsm er das greise Haupt ein wenig dod: Wir ledten disdsr unter dem Druck der leiten in aller ^urüel<ge?0Aendeit. Osn Xamsn ,,^sude" datte nian dislier niedt öKentlied o.usxusnreeden gesagt. Oer Or. Nalomon öKnste uns die?korten der ^Velt. ^setxt draueden ^vir uns niedt meinxu verstecken. .Vdor in den leiten des llinglüeks war mein Naus ein Kaus (Zottss. Herr Lodn saAte im?euer der Legeisterun«-, denn idm waren die Lodätse des Tempels anvertraut: Oieses I^laus, vvelones wir (Zott geweilit Kaden, werden wir erweitern und vsrscmönern. ^.uk einem Hügel werden wir den Orundstsin?ur Lvnagoge legen; wir werden mit präel^tigen Lteinsn und aus kostdaren Lölziern srdauen. Dieses Lotdaus drüekt nur unsere ^.dsiedt aus, einen wirklioden lempel xu srriedten, der (Rottes würdig ist. Der Russe vermoedte die Begeisterung der vorgsdenden Redner niedt xu teilen. Leins!^üge wurden merklied dleied und er sagte: O liede Brüder, mäkiget eure Ltimme. Lind wir nisr denn sioner? ^Vede, wenn wir üderrasodt werden! V^snn!dr sie aus der ^läds geseden dättet! Or. Lalomon unterdraod il,n: Mer spriedt liier von 1'ureltt? V^ir sind von freunden umgeden. Das (^essts sodütxt uns. Und außerdem verteidigt uns das Heldentum unserer Brüder auk üen Lodlaedtkeldsr-n. Die Vkanukkaliedter drsnnen ^ewt kür dieseldsn Brüder in allen Ledüt^sngrädeu. wie lisrrlien drennsn die Odanukkaliedter,^ riek der ^sonlcsna,si aus, der das Hedäisods naod ^rt seines Dandss spraen. .^der der Russe konnte seine Lorge nielit unterdrüeksn. ^lir sedeinen die I^ieliter rot xu leucmten wie das Blut. Ist dies niedt eine Vordedeutung? I!ir würdet gut daran tun, die Kerken mit einem Ledleier /.u bedecken, damit sie nieiit von unseren feinden gesellen w<>lden. Älein Ivörxier wittert noeli, wenn ieli den Rainen ,.^ude" liöre. Iel> xittere kür eure Xinder und Xindeskincler. leinen ^ugendlick lang Iierrselite tiekes Ledweigen und dig Mitter drückten Ilne Iviuder ängstlieli an sied, .^der dann rielitete sieli Or. Nordsee, der Xaelikomme ^dardanels, von seinem Litxe auk und sagte: „I^iedo Brüder, üderlakt eued nielit so sedr der Trauer! I'alZt diese Ltiinmung /u dem Linn dieser l^iedter? In unserer Oeseinedte gidt es nielit nur traurige Erinnerungen, niellt nur Klagen und tränen. Das Iiedräiselie Volk kennt aueli das I^aoden und die Freude und kestlielie Lvmdole, die das Ilerx erkreuen. O, Brüder, erinnert inr eucli niedt des ^lanxes der Uiriam und Davids vor der Lundesiade? ^Ver I>at gesagt, clak unser Volk traurig, daK unsere Llesediedte nur ein Deidsnsweg ist? ^Vis kann man so etwas deim .-Vndliek dieser Kerken sagen, die an den Lieg unserer Väter erinnern? 1°rotx aller Vertreidüngen destelit Israel kort und ledt wie edemals. In seiner (^esediedte und in seinem I^amilienleden weeliseln Leltmsrx und Freude. Plänen und paeden, ^rauerkleider mit I^urpurgewänclern. lleute vereinigen wir uns auks neue in diesem I^ande, aus dein unsere Väter vertrieden wurden: Bauen wir nielit wieder auk den verlassenen Krümmern auk, entzünden wir niedt auks neue I-'euer und d.iedt auk unserem eigenen Herde? dlnd ied, din ied nielit ein Xaelikoinme Isaak .Vdardanels, des l?üdrers im Exodus, der so xu eueli snrielN? I^iede l^rellnde, ied trinke eued die Isrsude unserer Erinnerungen?.u, damit idr eueli an ilir dsrauselit und stärkt, ied kriine eued mit Rosen und lade eued mit ^epkeln." Lo snracd der Kreis und seine ^Vorte erkreuten das Her? seiner Brüder. Uan spendete ilim degeisterteii Beikall. Oas Kottesli.ius verwandelte sioli in ein Volkskans, und ein ^eder drückte seine Oeküdls init lauter und ungeduldiger Ltimme aus. Lie spraelien in versediedenen Idionien, weil die Diaspora idnen die Kade der Nedrspraedigkeit verlielien liatte und idre Ltimmen waren spitx wie dis klammen. Und Herr?arsi riek aus: ..Israel ist eiii krödliedes Volk. Die (Ministen sind traurig, denn sie Kaden die Kunst Oottes verloren. Israel ist ein krödliedes Volk, denn trotz, seiner Zerrissendeit stelit es unter dem Ledutxe ^edaots." dlnd der lurke, der Rerleniiändler, demerkte: „Israel Ist ewig. 'Wie die "Wasser des Neeres, clie nie versiegen, so aued das Blut seiner Lokne, das so okt vergossen wurde. Israel ist ewig!" ..Wenn aued der Tempel verstört wurde," riek Hsrr Lodn aus, ,.so erdeden sied doed tausend andere auk der I5rde. In I^ew Vork gidt es Lvnagogen so groL wie Katdedralen." ,,In Bondon," kugte Herr I'arsi liinxn, „gad es xum ^Voolisnkest so viele Blnmen, dak idr Wert ein Vermögen darstellte." „Rerlsn und Rdelsteine sind in den Händen Israels," sagte der 1?ürke. „vis Weit gedört uns, Brüder!" „Hängt eued niedt an irdiseds Küter!" unterdra.ed idn Dr. Lalomon, „Israel trinmpdisrt in der Wissensodakt und in dumaner (Besinnung. Der-» Lleist der Rropdstsn ist ss, dsr uns erliält. Wädrend anders Nationen in Wakksn starrten, dislt Israel nur ein Buod in Händsn." UI I. uM58ekkML^5e^c»^M DU FUIMMM > /iticsres f^xi-umek «ziMkeimsMSsMsii'mr Segrün6ed 13S5 ö <:/5<piO!.^S ^3 s ZT' ^1. ^3 S3 s. ^ZNSÜSZt'jON-ÜNS^ZÜZt'iON — 3 3 N j s^S »/^N!.3 g 6 51. - ^bonsismenr fui^ ^nsrsn6i-»Z!t-ung cier' ^snz! u. Wsssepteit-ungen.