Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 4 (12.1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 104 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sitzung vom 28. November. Auf Bericht des Pflegam'.s des Krankenhauses wird grundsätzlich in Aussicht genommen, die frühere Jnfektionsalneilung wieder zu eröffnen, jedoch werden zunächst weitere Unierlagen angefordert. Es wird zur Kenninis gebracht, daß vom 1. Dezember ab das Institut für physikalische Therapie am Krankenhaus für ambulante Behandlung wieder eröffnet wird. Zur Vorbereitung der Beschlußfassung über eine Eingabe des Landesverbands für Wohlfahrtspflege fiir Hessen und Hessen-Nassau wird eine Kommission eingesetzt; eine Reihe von kleineren Borlagen beschließt die Tagesordnung. Aus der Gemeindevertretung. Sitzung vom 9. November 1927. Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer. In Anwesenheit von 23 Mitgliedern der Gemeindevertretung und ö Mitgliedern des Vorstands eröffnete der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Merzbach, die Sitzung. Nach einer kurzen Debatte, die die Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung und einige Rückäußerungen des Vorstands auf frühere Beschlüsse der Gemeindevertretung betras, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Auf Vorschlag der Wahlvorschlaqskommission wurde Herr Julius Bloch, Brentanvstroße 12, zum Mitglied des Vorstandes an Stelle des verstorbenen Herrn Bernhard Simon gewählt. Ferner wurden in den Ausschuß zur Beratung eines Organisationsplans der offenen Wohlfahrtspflege die Herren E. C. Oppenheuner, Julius Werner und Rechtsanwalt Simon II gewählt und der Wahl des Herrn Fritz Sondheimer zum Vorsitzenden des Pflegamts des Krankenhauses zugestimmt. Das vom Vorstand in der Angelegenheit der Beschädigung von Gräbern und Grabsteinen auf dem Böckenheimer Friedhof vorgelegte Material wurde zur Kenntnis genommen, nachdem Herr Dr. Mainzer über die seitens der hiesigen Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und Herr Justizrat Dr. Blau über die seitens des Vorstands und des Gemeindebüros in dieser Angelegenheit getroffenen Maßnahmen Bericbt erstattet hatten. Eine längere Diskussion entspann sich über den Borslandsbeschluß betr. dieAende - rung der Schulordnung in bezug auf den Namen des Philanthropins, der vom Vorstand zugestimmt worden ist. Es handelt sich um die Aenderung des Aufdrucks und Titelblatts sowie der §§ 1 und 3, soweit^sie sich aus den Namen der Schule beziehen, der fortan lauten soll: „Philanihropin, Schulwerk der Israelischen Gemeinde, bestehend aus Reformrealgymnasium mit Realschule Lyzeum mit Frauenschule, Volksschule beim Philanthropin, Kindergarten des Philanthropins". Nach den Erläuterungen des Borsitzenden des Vorstands erstreckt sich die Zustimmung des letzteren auch auf die Aenderung der HZ 1 und 3. Herr Meyer beantragt Vertagung der Angelegenheit bis zur Aenderung der ganzen Schulordnung und Verweisung an die Rechtskommission, gegebenenfalls Ablehnung und wird hierbei von Rechtsanwalt Simon unterstützt. Justizrat Dr. Blau weist auf die Geschichte des Antrags des Schulrots hin. Der Vorstand habe, nachdem im letzten Schulbericht bei dem Namen der Schule der Gemeinde nicht Erwähnung getan worden sei, den Schulrat um entsprechende Maßnahmen ersucht, und dem habe der Schulrat nunmehr durch den vorliegenden Antrag entsprochen. Die Kommission zur Revision der Schulordnung habe ihre Arbeiten wieder ausgenommen. Ferner habe der Vorstand beschlossen, daß ein hervorragender Verwaltungsjurist um ein Gutachten über das Verhältnis der Gemeinde zur Schule angegangen werden solle. Die Herren Dr. Geiger und Dr. Mainzer sind für Annahme des Vorstandsbeschlusses und treten der von Herrn Meyer geäußerten Ansicht entgegen, daß die Aenderung der gesamten Schulordnung von der Gemeindevertretung einhellig verlangt werde. Herr Dr. Frank unterstützt gleichfalls den Antrag Meyer und weist auf die möglichen materiellen Folgen hin. welche die Gemeinde treffen könnten, wenn sie den Namen der Schule gemäß dem Antrage des Vorstands gutheiße, nachdem man in bezug auf die Volksschule bisher immer den Standpunkt eingenommen habe, daß sie von der Gemeinde nicht zuschußberechtigt sei. Es wird beschlosten, die Vorlage an die R e ch t s k o m m i s s i o n zu überweisen. Von der Zuwendung eines wertvollen Thoravorhangs für die Synagoge Königsteinerstraße durch Herrn Hermann Wronker, eines historisch wertvollen Huldigungsgedichts an 'Napoleon I. durch Frau Baronin Edmond von Rothschild, Paris und eines Aquarells des alten Friedhofs an der Battonnstraße durch Herrn Adolf Beckhardt wird mit Dank Kenntnis genommen. Bei der Verlesung eines Dankschreibens des Herrn Rabbiners Dr. Lazarus für die ihm während seiner Krankheit erwiesenen Freundschaftsbezeugungen spricht der Vorsitzende die Freude der Gemeindevertretung darüber aus, daß Herr Dr. Lazarus seinen Amtspflichten in alter Frische wieder nachgehen kann. Ferner gedenkt der Vorsitzende des jüngst stattgehabten Jubiläums der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler. Weitere kleine Vorlagen betreffen die Ausschreibung der Stelle eines Krankenhausverwalters, wobei der Wunsch geäußert wird, von dem Bericht der Krankenhausreorganisalionskommisfion Kenntnis zu erhallen, sowie die Wahl eines Vorstandsmitglieds in den Vorstand der Ignatz- und Anna- Sichel-Stiftung. Hieran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an, in welcher hauptsächlich Personalangelegenheiten insbesondere die Anstellung des Herrn Rabbiners Mendel Kirschbaum aus Skala bei Krakau als Rabbinatsassessor und des Herrn Dr. Nahm als Volontärarzt im Krankenhaus zur Sprache gekommen sind. Zuwendungen. Die Gemeinde hat in letzter Zeit folgende Geschenke erhalten : Von Frau Baronin Edmond de Rothschild in Paris ein Huldigungsgedicht der Frankfurter jüdischen Gemeinde an Napoleon I. Von Herrn Hermann Wronker einen weißen Vorhang für die heitige Lade in der Synagoge an der Königsteinerstraße. Von Herrn Adolf Veckhardt ein Aquarell des alten Friedhofs am Börneplatz vor dessen Instandsetzung. Von Herrn Prof. S. Jsaac sein gemeinsam mit Prof. von Noorden verfaßtes Werk: Die Zuckerkrankheit und ihre Behandlung. Von Herrn Moriz Sondheim ein Exemplar seiner (nicht im Buchhandel erschienenen) Gesammelten Schriften. Ferner hat der verstorbene Geheime Jntendanzrat Emil Ledner in Wien eine Jahrzeitstiflung zum Andenken an seine Frau errichtet. Personalien. Die seit dem Hinscheiden des/ehrenamtlichen Rabbinatsasscssors der Gemeinde Herrn Jakob S. Posen verwaiste Stelle eines zweiten R a b b i n a t s a ss e s s o r s ist nunmehr mit Herrn Rabbiner Mendel Kirschbaum aus Skala (Polen) besetzt worden, der sein Amt demnächst antreten wird. Als Religionslehrer wurde Herr Dr. Seligmann Bär Es chwege, bisher in Hamborn, zunächst auf ein Jahr angestellt. WWI >M. kelmWMköM WMWMW Vorteiles?!« ve«Iingungsn «MXLI. » »>«ue A«sSi,»«5 St?ske — Vßsnss LSSS SV HtzNINHtz Unser neues HHvclell ist sehenswert! Konl«u?5sn»lo» in QusIitSt un<ß koemsckSnkeit. 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