Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 1-2 (9.1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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umarmt man sich, wie die Araber an ihren Festen, gegenseitig mit Segensspruch. In Bagdad wird einige Tage vor Jomkippur Kappara^aufen^ können, ^statt 'dessen ein Geldstück verwenden dür- E?ew ^omkippur^o^r^E^ Mit dem ^lute bestreicht man'sich und den Kindern die Stirn. In Wattersdorf (jetzt Mattersburg) tragen selbst die Kinder Weiße Mützen weißen Kittel, in Galizien erst diese ^auch den langen Talilh tragen, ^u Kolnidre^wiw unter siebenmaliger Wiederholung des Tie „Dera^a" (Predia^) endete mit dem Aufrufs daß, wer sich sich die „Widduj" ^(Sündenbekenntnis) schloß. In 'Posen betet man Kolnid^e^ ot^ne Talith. Nach ^ner Ueberlieferung^wurde es Da bestieg der Rabbiner ^die^ Kanzel un^ befahl die Taletb/m Toten, heißt es, hatten sich, in den Talith gehüllt, unter die Beter verschwunden.^ An Roschhasck^ma und Jomkippur unterb^ibt das an ^iesen^Tagen unaufgefordert ^zur Synagoge ge^>en. Die Bne Israel in Indien sitzen den ganzen Jomkippur fastend zu Hause in verschlossenem Zimmer. Sie nennen, nach dem Gebete des „Torschließens" diesen Tag „Tag des Türschließens". Während nuin sick) hier am Roschhcrschana als gute Vorbedeutung an die^Sünde beim goldenen ^alb zu erinnern, a^les Gold gemieden. Bei den Juden Persiens ist am Versöhnungstage alles weiß gekleidet. Dicke Wachslichter brennen vierundzwanzig Stunden lang. Die Reste suchen die Knaben zu erhaschen. Daraus macht mau die „Habdala"-Kerzen für Sabbatausgang sowie die Lichtchen, die an Simchatl^ Thora ^n einer ^Stana.^ in de^ Pro- Figuren zu formen, ^n Grieä)enland knrd am Nachmittag des Jomkippur die Haftara Jona griechisch vorgetragen. Das Schlagen an die Brust beim Sündenbekenntnis ist bei den Juden Persiens selten, wie man sich überhaupt dort statt an die Brust eher^mit der Handfläche an d^e St^n schlägt. ^Am Jomkippur wie unterhalt)^ verrichtet. Schura (Daqhestan^ an Erew Jomkippur jeder sein Bettzeug init. Nack^Kolnid^ flitter' beklebt, angezündet werben. ^^>ort (in Daghestan) spielen manche zum Zeitvertreib am Nachmittag des Jomkippur auf dem Preßb^urg, bis auf wenige Ausnahmefälle für das ganze Jahr strengstens verboten ist. In Derbend ziehen junge Mädchen in Gruppen mit Harmonikamusik durch die Gassen. Vereinzelt werden Karten gespielt. Auch bei den F aI a s ch a s begegnet uns eine Feier des Jomkippur, die von dem sonst allerwärts zu I beobachtenden Ernst dieses Tages auffallend abstillt. Dieser Tag Buch?der^J^ als Gede^ ^obs'um Josef. werfen sie sich ^nieder und bitten, das G^esick)t^ einander zugekehrt, die Nachbarn um Verzeihung jedes etwa ihnen angetanen Unrechts. Am Tage selbst, an dem auch dort gefastet wird, stimmen sie aber Nach ihrer Aussage sollen diese die Freude über die von Gott gewonnene Versöhnung ausdrücken. Der Brauch erinnert aber an den im Talmud (Taanith 26V) erwähnten Tanz der Mädchen am Jomkippur, der sich bei den Juden Antiochiens, nach Ehrhsostomils ^(„contra ^uda^os") b^s ^ms Ende ^des^4. .Jahr- S^chli^^der Erute ein H^eirats^mar^kt^stat^bei lun^en Hütten und auf den Boden für die Vögel, wie es älMlich^ in soll, wenn er selbst au^ d^ Sew/tu^windung erhört ^hat, und^em günstiges Vorzeichen d'arin^ daß diese Körner von d^nen, sür d^ie ^e bestimmt swd, ve^zehr^ werden. Bei Embruch einander mit der Wechselrede: „Wie geht es den Kindern Israel?" „Salom,^Salom"^(Friede,^Friede!). Zum Schluß Laubhütten- und Schlutzfest. ^er^ ^ie^ crus Be^thause^KidduM^ Suikoth nur :m Hanse, mcht :m Ein alte^VM d?"^^ ^e^l desien^Herz g^ort nur Gott. Am Tage vor H^schana^r^ g^ge an^ezündet^ M^n^erschemt^in de^J^ Beeden Vers^Z, Mo^23^42^geschrie^ steh5 ferne? Bi der UMisir?, „l^ett^ Gäste^d^ . ^C^olh^n^oe^d Sul^koth^d^ Ha sind f^di^ der^V^olksgei^t zum Himmel empor und^olt^sich von do^ für das nächste Jahr vom^himmlischen Gerichtshofe ausgestellt is? ^n^ W^estrußland ^gibt man den^ Broten^ Handfo^r^^ „das Sck)or/ mit Tagesanbruch herrsck)t^in Rußland auf^ dem Syna-?o^ist es Sitte, an ihm Almosen zu verteilen, was alle professionellen Bettler gewissenhaft auszunützen verstcheu, ind^n: sie sich Mmttch^ be?age^n. ^Au^erdem w^r-d dort^meis/ von Kindern,^ein Lebkuchen und dergl., verkaüst. Bei der? Spaniolen^ werden die „Hoschanoth" ohne Geräusch fünfmal ^uf den Boden gelegt. ^Jn . schlagen. Wie es aÄ ^n anderen Kreisen als übl^s Vorzeichen gilt, wenn man seinen Schatten im Mondeslichte ohne Kopf sieht, so gilt in manchen jüdischen Kreisen der Schatten in der Hoschanarabba-Nacht als Orakel. Man ging, in ein Leintuch gehüllt, in