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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1927-09-01 · 1-2 (9.1927) · page 1

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
1-2 (9.1927)
Date
1927-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gemeindeblatt dev SsvaeUMche« Gemeinde Frankfurt a SNaw Di- Gemeindemitgtieder erhalten das AtUtll^KevÄlttKeiSOV Anzeigenpreis für die S-ge,palt-ne Blatt unentgeltlich. Bezugspreis für » » » ^^^^^.^^^.^ Nonpare.lleze.le 40 Pfg. Nichtmitgli-der 40 Pfg. für die V S v G S M S t tt V 0 V 0 v W « l t tt « S B-r Wiederholungen Rabatt. Schnftleitung und Verwaltung: 6.)chrg. AkaNkfUtt Ü.M., Stpt./Ott. 192?! M. 1/2 ^5^°^«- Fahrgass« 14b- / » > Fernsprecher Hmila 152? und 70SS Aus dem Inhalt. Seite Amtliche Anzeigen.................... 10 Aus dem Gemeindevorstand................ 11 Aus der Gemeindevertretung................ 12 Dr. Grunwald, Die Herbstfeste im Volksbrauch ...... 3 Ninjamin Segel, Kol Nidre................ 6 Iomkippur in Ost und West................ 7 Dr. Heilbrunn, Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler..... 8 Anstalten und Vereine, Verfammlungskalender......13—17 Äücherschau.......-............... 17 Literarische Beilage Achad-Ha-am, Moses................... 19 A.S.Doniach, Achad-Ha-am............... 23 Dr.'Galliner, Bei Iozef Israels ............. 27 Aus Agnon, Der Thoraschreiber.............. 29 An die deutschen Juden! Die bedeutsame Zeit des jüdischen Jahres steht vor der Tür. Nosch Haschonoh und Jom Hakippurim rufen zum Gotteshause fallen? h h 5 Pf feiern. Möchte jeder jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten weitherziges Verständnis bei 'allen in Betracht kommenden jüdischeil Persönlichkeiten finden. Euch alle aber bitten wir: Setzt Gemeinschaft erhalten bleiben. Die Treue zum Judentum fordert Opfer. Aber ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht, die Festigung und Erhöhung des Judentums. die Freude an Gott bleibe die Quelle Eurer Kraft!" Der Vorstand des Rabbinerderbanoes Roschhaschono und Neujahr. Die Sonne geht zur Rüste. Des Neumonds erster matter Silberstreif verkündet den Juden das neue Jahr. Feierliche Sabbatstille rings in den jüdischen Häusern. Übervoll die jüdischen Gotteshäuser, wohin sie alle heute strömen, die noch jüdisch fühlen. Ein seltsamer Ernst, eine unaussprechliche Weihe ruht auf jedem Antlitz. Nnd was beten sie heute zu dem alten Vätergott, die Alten und die Jungen, die Männer und die Frauen? Das tausendjährige Gebet: „Uwechen ten pachdecho adonoi elohenu al kolmaasecho — o, laß die Ehrfurcht vor dir, Ewiger, unser Gott, alle Wesen erfüllen, laß eine heilige Scheu kommen über alles, was du geschaffen hast, daß alles Erschaffene sich in Demut vor dir beuge, daß alle zu einem einzigen Bund sich zusammenschließen, um deinen Willen mit ungeteiltem Herzen zu erfüllen laut der Erkenntnis, die uns geworden, daß dein göttliches Walten uns umgibt, daß in deiner Hand die Macht unddie Herrschaftistunddaßduin erhabener Heiligkeit waltest über allem, was du erschaffen hast." Ein anderes Bild: Die Nacht des letzten Tages im bürgerlichen Jahr! Neujahrsabend! Die Sylvesterglocken läuten. Ohrenzerreißendes Lärmen, tolles Prositrufen auf wildgewordenen Straßen und Plätzen. Trunkener Taumel. Rasendes Menschengewoge. Und im Innern der Häuser und der menschenerfüllten Wein- und Tanzhäuser wein- und tanz-erhitzte Gesichter, Gläserklingen, Ehampagnerkorken-Knallen, sinnverwirrende, ausgelassene Freude. Ein lustiger Leichenschmaus am Grabe des toten Jahres! I^e roi est mort, vive le roi, das alte Jahr ist tot. es lebe das neue! Orgastische Selbstbetäubung, um die mahnende Stimme der Vergänglichkeit zu übertönen. Flucht vor dem Ernst des Lebens in ausgelassene Tollheit, Flucht vor den fordernden Ewiqkeitsstimmen in die lockende Sinnlichkeit! Ist es nicht so: In der Art, wie ein Volk seine Feste feiert, enthüllt es sein innerstes Wesen. Zwar hat einmal ein berühmter Mann gesagt: Wer ein Volk kennen lernen will, der muß es bei seiner Arbeit sehen. Das ist aber eines jener Worte, das nur ein in seiner technisch-industriellen Tüchtigkeit schwelgendes Volk erzeugen konnte. Es ist genau so unwahr wie es unwahr ist, in der Technik den Gipfel aller Kultur zu erblicken. Nein! Wer ein Volk in seiner seelischen Eigenart, in seinem innersten Kern kennen lernen will, der muß es sehen, wie es seine Feste feiert In der Arbeit offenbart sich die materielle Kraft und Tüchtigkeit, in der Festesfeier aber der ideale Geist eines Volkes. Was prägte Israel seine unvergleichliche Eigenart auf? Was machte es zu dem reichen Volke, von dessen

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