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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1927-07-01 · 11 (7.1927) · page 10

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
5 (1926-1927)
Issue
11 (7.1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Tage für jüdische Musik. Im Rahmen des Frankfurter Sommers der Musik fanden eine Reihe von Veranstaltungen statt, die der jüdischen musikalischen Kunst gewidmet waren. Ob es in der heutigen Zeit auf instrumentalem Gebiet eine spezifisch jüdische Kunst gibt, wie sie noch aus der Zeit des zweiten Tempels in den Schriftdenkmälern beschrieben ist, soll hier dahingestellt bleiben. Zumal ohnehin im Vordergrund der Veranstaltungen die vokale Musik gestanden hat. Den Auftakt bildete ein Konzert des M ü uchener jüdischen Gesangvereins unter seinem Dirigenten Josef Ziegler. Der nicht sehr umfangreiche, aber aur disziplinierte Chor brachte eine Reihe von gottesdienstlichen Gesängen zu sympathischer Wiedergabe. Besonderem Interesse durfte die Uraufführung des Psalms „Was ist der Mensch" von Joses Ziegler begegnen. Die letzte Darbietung bildete eine Chorkompositivn über das Motiv des Pesachliedes „Chad gadja". Den Löwenanteil an den Erfolgen dieses Abends heimste freilich Mischa Elm an ein. Der berühmte Geiger spielte das Violinkonzert von Felix Mendelssohn-Bartholdy, in dessen beiden Ecksätzen seine blendende Virtuosität zu voller Geltung kam. Im zweiten Teil seines Programms interessierte vor allem die Phantasie von Ernest Bloch über eine chassidische Weise, deren tiefer Ttimmungsgehaltauch in derWiedergabeeinen starkenEindruckhinterließ. Gerade darum mag die Frage berechtigt sein, warum sich das Programm nicht aus ähnliche Stücke, an denen die neueste Violinliteratur keineswegs arm ist, beschränkte, denn Werke von Brahms und die als Zugaben gespendeten Stücke von Bach, Mozart und Chopin können auch bei weitester Auslegung füglich nicht als „jüdisch" angesprochen werden, auch nicht in noch so vollendeter Wiedergabe durch einen jüdischen Künstler. Vielleicht gilt aber auch für Mischa Elmaus kostbares Instrument das alte jüdische Volkswort: „Alles steht auf der Geige, nur kein I^seno cla>aZi." An dieser Ungleichariigkeit des Programms mag es gelegen haben, daß der erste Abend keinen recht geschlossenen Eindruck hinterließ, was gerade um der Gäste aus München willen zu bedauern war, deren hingebungsvolle und erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiet der Sangeskunst jede Anerkennung verdient. Ungemein wertvoll war der am folgenden Vormittag von dem Altmeister der kantoralen Forschung, dem weitbekannten Münchener Oberkantor Prof. Emanuel Kirschner, gehaltene Vortrag über die Entwicklungsgeschichte des Synagogengesangs. Für die meisten Zuhörer, unter denen sich zahlreiche Teilnehmer des gleichzeitig in Frankfurt tagenden Kantorenverbands und erfreulicherwetse auch viele Schulkinder befanden, mag der Nachweis der engen Abhängigkeit des gregorianischen Kircbengesangs von der jüdischen Singweise eine überraschende Entdeckung gewesen sein. Besonders eindrucksvoll wurde dieser Nachweis durch die von dem Frankfurter Kantor I. B. Levy mit deutlicher Phrasieruug vorgetragenen Gegenüberstellungen von charakteristischen Beispielen jüdischer und christlicher Kultweisen mit ihrer in einzelnen Fällen vollkommenen Identität. Reicher Beifall lohnte dem Vortragenden und seinem Mitarbeiter für ihre aufschlußreichen und mit'gespannter Aufmerksamkeit angehörten Darlegungen. Im Mittelpunkt des Interesses stand naturgemäß der zweite Abend, an dem dte drei Synagogen chöre der Frankfurter Gemeinde im überfüllten Sebastian-Bach-Saal ihr Konzert gaben. Der Chor vom Börneplatz unter der Leitung Dr Ehrenreichs und der solistischen Mitwirkung des Oberkantors Groß konnte Gesänge aus dem Freitagabend-Gottesdienst beschränkt, deren schlichter, von aller konzertmäßigen Verarbeitung serngehMeaer Charakter eindrucksvoll in die Erscheinung trat und vor allem bei dem selten gehörten „Mögen owaus" von Dunajewski eine fast goilesdienstliche Weihe hervorrief. Die traditionelle Art des Vortrags gottesdienstlicher Gesänge in Form eines Wechselgesangs 5m..chen dem Vorbeter und den Chorsängern (den sogenannten Meschorerim), wobei die letzteren gewissermaßen die Begleitung liefern, wurde besonders deutlich. Tie vereinigten Chöre der beiden liberalen Ge m e i n d e s y n a g o g e n, unter der Leitung ihrer Dirigenten Studienrat Frank Rothschild und Artur Holde, sowie unter Mitwirkung der ^>berkantoren Scheuermann Naumow-Fleischmann und Saretzki und der Organisten Würzburger und Schlicht boten anschließend eine überaus reichhaltige und vielseitige Auswahl hebräischer Synagogengesänge von de Rossi bis auf die Gegenwart. Die Chöre sind durch das Vorwiegen der Frauenstimmen und die Orgelbegleitung — man konnte bei dieser Gelegenheit die berühmte neue Walcker-Orgel hören — charakterisiert. An dem Programm war besondecs bemerkenswert, wie auch hier, in einer ganz neuzeitlichen Ausgestaltung des Gottesdienstes, stets die Anknüpfung an die Tradition gesucht wird. Deutlich trat dies etwa hervor bei der Wiedergabe des Psalms 118, wo die drei Solostimmen sich mit dem Chor zu schönster Einheit verbanden, und bei dem überaus feierlichen Priestersegen von Schorr. Das innige Tal-Gebet von Kirschner bot Gelegenheit zu einer spontanen Ovation für den anwesenden greisen Komponist, und mit dem mächtigen Halleluja aus Psalm 150 von Lewandowski fand das Konzert einen jubelnden Ausklang. In den großen künstlerischen Erfolg dieses Abends dürfen sich mit Recht alle Beteiligten, die Dirigenten vor allem mit ihrer mühevollen Vorarbeit in ganz kurzer' Zeit und ihrer befeuernden Leitung, die weitbekannten Kantoren der Gemeinde und die Chöre selbst teilen. Die Veranstaltung legte gleichzeitig rühmliches Zeugnis ab von dem hohen Stand des synagogalen Gesangs in der Frankfurter Gemeinde und von dem tiefen Ernst, mit dem auch auf künstlerischem Gebiet den religiösen Aufgaben der Gemeinde gedient wird. Einen außerordentlich erfolgreichen Abschluß fanden die Veranstaltungen mit dem dritten, dem jüdischen Volkslied gewidmeten Konzert. Wenn auch das Programm viel zu lang und nicht ganz glücklich angeordnet war, so vermittelte es dennoch einen ausgezeichneten Ueberblick über das weite und durchaus eigenartige Gebiet des ostjüdischen Volksgesangs, wobei die beiden Interpreten, Oberkantor Alter mit seinem prächtigen und kraftvollen Tenor und Rahel Ermolnikoff sich aufs glücklichste ergänzten. Ihren künstlerischen Höhepunkt fanden die Darbietungen mit den hebräischen Gesängen der Juden des Jemen und einigen chassidischen Weisen. Die Künstler und ihre Begleiter (der auch als Komponist bekannte Heinrich Schalit und vr. Willy Solomon) ernteten stürmischen Beifall. L. ^l>-«d>Qc^s--^c^^ SU? viM KULIS 8INlj k^O^SlIa^dS.r-'S l<ll<2^S^fSS Visse? u. »Aoosrst« Konserven-Vlaser lauten enxL/, tüter SS 1 I^iier SS weit'/z lüter SS ä t lüter 4S ^» k>0r?e!Isnbsr'8 Kückenkee enz!/z I.iter 42.ä I lüter 4S>» Summi-Mnge veit i/s l-iter 4S ä I I-iter S3ä Nnkock-^ppsrate mit l'nermometer, lAnsst? unä 6 Klammern versinkt.....von S.2S sn emailliert.....von SSV sn ^lisrmomsts? mit V/eittblecnnülse 70 von 4 ik'sn -^- Xiiisokon-entkei-nsi'.vonö/Asll M?eWMM SM-MVöLL« F-»»«aM»««LM55ZU5V KIIIW- PWM WiM?MM >vsrmebe8!3ncUZ. Lei LtokiwecnselerkrankunA, Ividigksi», Iscniss, Qicnt, kksums.ttsut erkrankunT usv. »MMIM I-M's. A t^ernspr. 1411 Mllllkt WMilllg Mledtlgiiiig erbeltzn

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