Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 6 (2.1927)
- Date
- 1927-02-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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geisternde Festrede, die der Vorstand unserer Gemeinde wahrscheinlich veröffentlichen wird. Die orthodoxe Religionsgesellschaft feierte dieses freudige Ereignis noch auf andere Weise. Sie suchte die bedeutenden Kosten von 6000 Gulden zusammenzubringen für einen Eruf. An jedem der früheren Stadttore, die niedergelegt werden, sotten zwei Säulen mit elektrischen Uhren aufgestellt, die verbindendeil Leitungsdrähte symbolisch die abgetragenen Stadttore vorstellen und somit das Tragen am Sabbat wieder erlaubt sein. Die Neligiousgesellschaft muß die nächtliche Beleuchtung und Unterhaltung der Uhren übernehmen, was jährlich 600 fl. kostet. Unter dem 11. Januar 1865 wird mitgeteilt, daß der Seuat seine Zustimmung zu diesem Projekt nicht gegeben habe. Im Juni des gleichen Jahres wird uns von dem Wahlsieg einer Partei berichtet, die eine Umgestaltung der Gemeindeverfassung im Sinne der Selbständigkeit und freien Selbstverwaltung erstrebt. Die Ereignisse des Jahres 1866, der Sieg Preußens über Oesterreich bringt das Ende der Freien Reichsstadt, die Juden Frankfurts teilen seitdem ihre Geschichte mit denen Preußens und seiner Juden. Gerade der blutige Zusammenstoß zwischen Preußen und Oesterreich zwang hier die von Bismarck geleitete Reaktion, ihren Kampf gegen den Liberalismus einzustellen und Konzessionen zu machen. Der im März 1867 in Berlin zusammengetretene „Bundesreichstag" hatte eine liberale Mehrheit; ihm gehörten auch vier Mische Abgeordnete an, unter diesen der begabte Politiker Lasker, der aus der Fortschrittspartei ausgetreten war, um sich den Nationalliberalen anzuschließen, die unter Bismarcks Leitung für die Einigung Deutschlands wirkten. An dieses Parlament wandten sich nun mit Petitionen um Gleichberechtigung 412 jüdische Gemeinden aller Bundesstaaten. Lasker verhielt sich während der folgenden Debatte schweigend, um nicht den Anschein zu erwecken, als spräche er „für seine Person". Dagegen verfocht der wackere Demokrat Wiggers mit großer Gewissenhaftigkeit die Sache der Freiheit. Gegen-Ende der Tagung von 1868 nahm der Reichstag den Antrag Wiggers an, und im nächsten Jahre erhielt dieser vom Bundesrat approbierte Beschluß die königliche Bestätigung. Das vom König Wilhelm unterzeichnete und von Bismarck gegengezeichnete Gesetz vom 3. Juli 1869 lautete: Einziger Artikel: „Alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen uUd staatsbürgerlichen Rechte werden hierdurch aufgehoben. Insbesondere soll die Befähigung zur Teilnahme an der Gemeinde- und Landesvertretung und zur Bekleidung öffentlicher Aemter vom religiösen Bekenntnis unabhängig sein." Senri Grßgoire und die Frankfurter Juden. Von L. Horwitz (Kassel). Es mag anläßlich des 100. Todestages Pestalozzis (17. Februar 1927) von Interesse sein, aus der nachfolgenden Reminiszenz zu ersehen, daß bei der Gründung der Gemeindeschikle „Philanthropin" die Ideen des großen Erziehers Beachtung fanden. Die Schriftl. Der berühmte Kirchenfürst Gregoire, der in der Geschichte der französischen Revolution eine so große Rolle spielte und zur Zeit der Nationalversammlung für die bürgerlichen Rechte der Juden eintrat, hatte schon im Jahre 1788 in einer Preisschrift über die „Physische, moralische und Politische Regeneration der Juden" in eindringlichster Weise die Gleichberechtigung der Juden verlangt. Er stand, wie sich aus zeitgenössischen Quellen ergibt, mit dem Frankfurter Gemeindevorsteher Jacob Stern in Verbindung und hat sich in einer späteren Schrift „Neue Bemerkungen über die Juden, insbesondere über die Frankfurter und Amsterdamer" u. a. folgendermaßen ausgelassen: ......Ehe ich schließe, sei es mir vergönnt, einige Bemerkungen, die Juden zu Frankfurt a. M. betreffend, um deren willen ich schon einmal meine Stimme erhoben habe, hier niederzuschreiben. Wie sehr diese den Wert religiöser Bildung fühlen, läßt sich dadurch beweisen, daß sie die Namen ihrer Gelehrten nur mit Lob erwähnen: Wolff Heidenheim, Gelehrten Orientalischer Sprache zu Rödelheim bei Frankfurt a. M., eines Lippmann Büschenthal, jungen Dichters Geisenheimer, der mit einem Stifter ihres Philanthropins oder Armenschule eine Reise nach Verdun smuß wohl Iverdon heißen) gemacht hat, um daselbst die P e st a l o z z is ch e Methode zu studieren. Ich kann nicht umhin, dieser menschenfreundlichen Stiftung meinen Beifall zu zollen; sie blüht noch immer und macht durch die Fürsorge ihrer Vorgesetzten die merklichsten Fortschritte. Der gelehrte und ehrwürdige Fürst Primas, dem keine Gattung guter Werke fremd ist, trägt 600 Gulden im Jahre zur Unterstützung dieser Schule bei. Seine guten Absichten gegen die Juden sind keinem Zweifel mehr unterworfen. Zum Belege dieses edlen Benehmens dient der Brief, den er mir hierüber geschrieben hat. So ist in seinem Lande der Leibzoll aufgehoben worden, und in seinem menschenfreundlichen Beispiele ahmten ihm andere Regie- VIN«Zjr.5c? Xsiservßesk« 4 Zonrlerverksukim k^siss dsclsu tonci st-mAkigtsi- (ZsgSnstäncis in /N/?^/./,^ - /</?/57^/^ 6/^5 - 5 7^/^V6 l/^ Losiss-, Kaffss-, I'ss-Ssi'vios, Kaffes-, 'ssv-, IVIoooatssssn, l'finkgarmtu»-sii,LalÄi-, Kompott-, Odstsenalsn, Kuolisnvlatton, l.ikörunci V/sinröms»-, ^in-sIglAss»' Wa8Ongs»'mtu»'Sn stc:. Äu<Äu ^unÄKncSs/Vl ^bMc^erÄMtt/^ ^Sr-i^sprSQ^sr: Osnoi^is ^ks^L^ von lVlsreus in Vurgsieinfurt sincj c>ie besten' Ltets triscn dei A. vergmsnn, ^clsidertstrskS Td »HsSngsu V4V » vs»t«IIung«n kll? Pessck erditts k?UI»»«»ig