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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1926-12-01 · 4 (12.1926) · page 9

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
5 (1926-1927)
Issue
4 (12.1926)
Date
1926-12-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Minhagim lehnt Joseph Hahn im allgemeinen ab. Eine Ausnahme macht er nur bezüglich der 6 Psalmen, die entsprechend den 6 Wochentagen zum Eingang des Sabbat rezitiert werden, sowie des Liedes Lecho dodi, das er in bedingtem Sinne zuläßt und das bei ihm zum erstenmal in der jüdischen Literatur Erwähnung findet. Als Gründer bedeutsamer sozialer Institutionen der Gemeinde, als Prediger und als der Vertrauensmann aller, hat er sich in den aufgeregten Zeiten der großen Nabbinerversammlung vom Jahre 1603, des Fettmilchschen Aufstandes und während der Wirren des 30jährigen Krieges unvergängliche Verdienste um den Zusammenhalt der Frankfurter Gemeinde erworben. Viele seiner Forderungen, so unter anderen die, Wanderlehrer auf das flache Land zu schicken, damit die Juden auf den Dörfern nnt den Bestimmungen des Religionsgesetzes vertraut gemacht werden, sind leider heute so aktuell wie damals. Der gedruckte Josiph Omez, der erst nahezu ein Jahrhundert nach dem Tode des Verfassers erschienen ist, wimmelt von Druckfehlern, die sein Verständnis ost sehr erschweren. An einem interessanten Beispiel zeigt der Redner, wie die in seinem Besitz befindliche Handschrift uns in die Lage setzt, wichtige Daten richtig zu fixieren, die auf Grund des bisherigen Textes nicht eruiert werden konnten. Ebenso bringt der Redner zwei Stellen zur Kenntnis, in denen die Handschrift unseren Text in sehr bedeutsamer Weise ergänzt. Das einemal handelt es sich um eine Sage, die den Sagenkreis erweitert, der sich an die Persönlichkeit Simons des Großen aus Mainz anschließt, das andere Mal um eine Darlegung, die uns Joseph Hahn, den Apologeten, zeigt, der auf Reisen Nichtjuden gegenüber die Wahrheiten und die Größe des Judentums darlegt kraft seiner innigen Frömmigkeit, seiner tiefen Vertrautheit mit dem jüdischen Schrifttum und den Urschriften des Christentums. Unter den drei Regeln, die Joseph Hahn denjenigen gibt, die das Wort der „Sprüche der Väter": „Wisse, was du zu erwidern hast" wahrmachen wollen, befindet sich auch die, daß der Verteidiger des Judentums die Evangelien kennen müsse. Die ebenso gelehrten wie interessanten Ausführungen des Redners wurden nicht nur von den Frankfurter, sondern von allen Kollegen mit dem lebhaftesten Beifall ausgenommen. In einem dritten Vortrag, der sich mit der Frühgeschichte der deutschen Juden beschäftigte, behandelte Rabbiner Dr. S. Levi- Mainz das Thema: „Die alten jüdischen Grabsteine in Mainz als Dokumente rabbinischerAutoritäten." Nach einer einleitenden Darstellung der Geschichte der alten Grabsteine und des unter dem Namen „Judensand" bekannten ältesten jüdischen Friedhofes legte der Referent die Bedeutung der großen Mainzer Meister dar, welche von der Uebersiedlung des Kalloni-mos von Lucca nach Mainz an bis zur ersten can!.iox-!wiil. cNS7K».48SI0 p»ci8WeN? limmkn mit sliekenäem WaZZen und ssei-ntkikkon 6.— IVllc. Kv8trenommierte Küenv.Kemüt>ione8 steZtaunant. k/littagolien kbenägeäeek 4.— iVIK.?sglkk Konxer!?um S Ukr-?ee K0d>fck5IV?2>IVl!V>LK unc« fL8?8äkl. vonne^tag, 8am8tag, 8onntsg Kk8vll8cnaft8abenli mit l'an? Kapells «Zreinsr MvMle In Wer KiMe llll «Melle Versll»iiiW k>». LLOI5-«LH?^IN(5LK laa.: ^t». öerxlläilser <Zr. Lockeaaeimerstrsöe 21 // ^ele5oa Usasa 6Z72 Bürsten aller Art 8pe?islitst ja Xopkbürstea, Kle!6ert»ürstea, 2saaua<l I^sxelbürsteä, Kokosmatten, Kämme, Lck^smme, tlssrsckmlick ia Oelluloid „a6 8ckil6pstt etc. 1^oiletresrtikel,(Iasallkksker2:ea, 8eikea ua6 psrkümeriea. Detsilverksu5 6er 8eikea5abrik Q. valtoa W Oo. Vernichtung der Gemeinde im Jahre 1096 als Lehrer in Mainz gewirkt und das geistige Leben der Juden bestimmend beeinflußt haben. Wenn auch die Grabsteine mancher Größen aus jener Zeit noch fehlen, so war doch durch die Steine des Meschullam ben Kallonimos, des Simon ben Jsak bar Abbun, des Rabbenu Verschon: bar Jehuda, des Jakob bar Jakar und des Jakob bar Menachem ein Dokumentenmaterial gegeben, das dem Referenten Stoff lieferte zu einer anschaulichen und fesselnden Schilderung der Vor-Kreuzzugszeit. Unter Heranziehung von Quellen aus Raschis Kommentaren, aus den Toßphot, aus der Gutachten- Literatur, aus Selichoth und Kinnoth wies er die Bedeutung der genannten Lehrer und ihrer Umgebung auf dem Gebiete der Exegese, Masora, Lexikographie und Kominentierung biblischer und talmudischer Texte, für die Bestimmung der Sitte und des Religionsgesetzes nach und zeigte, wie aus den Werken der großen Lehrer auch Aufklärung über geschichtliche Vorgänge zu gewinnen ist. Seine Anregung, dieses bedeutungsvolle Gebiet jüdischer Geschichte in den Tätigkeitsbereich des neugegründeten Südwestdeutschen Rabbinerverbandes einzubeziehen und insbesondere das Leben und das Werk des langjährigen Mainzer Rabbiners Maharil, dessen 500. Todestag uns das Jahr 1927 bringt, zum Gegenstand der Bearbeitung zu machen, fand, wie der Vortrag selbst, der auch neue Ergebnisse brachte, den ungeteilten Beifall der Kollegen. Zu der Versammlung waren 25 Kollegen, darunter 9 mit ihren Frauen erschienen, 42 Kollegen haben ihren Beitritt erklärt, 7 haben ihr Fernbleiben von der Versammlung nrit amtlicher Verhinderung entschuldigt. Zum Vorsitzenden für ein Jahr wurde S elig mann-Frankfurt, zum Schriftführer Friedmann-Frankfnrt gewählt. Die nächste Versammlung soll in Baden, voraussichtlich in Mannheim, stattfinden. Ein gemütliches Zusammensein der Kollegen und ihrer Frauen bei gemeinsamem Abendessen bildete den Schluß der an Anregungen reichen, alle Teilnehmer voll befriedigenden Tagung. Heinrich Stamm. Geb. 23. April 1867, gest. 14. November 1926. Am 17. November d. I. wurde Heinrich Stamm zu Grabe getragen. Die große Zahl derer, die ihn auf diesem Wege begleiteten, bezeugten seine Beliebtheit und die Anerkennung seines Wirkens. Aus dem Lehrerberufe kommend, trat Heinrich Stamm vor 20 Jahren als Sekretär in den Dienst des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde. Seine Pflichttreue und Bescheidenheit, sein gemütvolles Benehmen gegenüber den Hilfesuchenden machten ihn zur Hauptstütze des Pflegamtes. OH/e/^Qh/HS^ <b /t/U7L^/F/?5 a. (//a«5^«^//) ^Vaäs Sos/H«/»/. tt/?ot t/esatzmaok //? ^//na/'öe/lF. u. ^4ot/e^/tt's56/'llNL v. attsn 5«h/nllaksaahe/l i.o«ev KllcI^Si^Sii^ric!^tlur,gSri 8edl!Iers!k. lk kr. Lzelmdöjllierztk. A KrolZe kuswanl pi-akti8ekei- Ke8enenke?u äulZsi-st billigen weisen

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