Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 1-2 (9.1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Gemeindebivlioihek. Unter den zahlreichen Institutionen der Frankfurter Israelitischen Gemeinde nimmt die seit einiger Zeit im Hause Börnestraße 54 befindliche Bibliothek einen hervorragenden Platz ein. Hier bietet sich jedem wissensdurstigen Gemeindemitglied eine Fülle geistbildenden Stoffes: umfaßt doch die Bücherei heute bereits ungefähr 12 000 Bände, Werke aus den verschiedensten Wissenszweigen. Eine übersichtliche Aufstellung ermöglicht es dem Besucher, sich rasch einen Uebcrblick über die Kostbarkeiten Zu verschaffen, die die hohen Regale bergen, ein Ueberblick, der zu tieferem Eindringen einlädt. Den Kern der Bibliothek bildet die fast 6000 Bände zählende, an literarischen Schätzen überreiche Bücherei Hermann Cohens, des Begründers und Hauptes der Marburger Philosophenschule. Sie enthält natürlich vorzugsweise Werke , aus dem eigentlichen Forschungsgebiete des berühmten Gelehrten. Die hervorragendsten Werke der Philosophischen Literatur alter und neuer Zeit, des In- und Auslandes, neben Deutschland namentlich auch Englands und Frankreichs, sind in z. T. sehr selten gewordenen Ausgaben vertreten. Besonders zu erwähnen sind die heute nur noch schwer erhältlichen Erstausgaben der Schriften des Königsberger Philosophen Immanuel Kant und die ganze Kantliteratur in fast lückenloser Vollständigkeit. Aber auch Bücher aus anderen Wissenszweigen birgt diese Bücherei, besonders aus solchen^ die Cohen als zur Philosophie gehörig angesehen hat, in erster Linie Werke über die höhere Mathematik, den Ausgangspunkt der Cohen'schen Pbilosophie. Auf seine Frühzeit — er war eine Reihe von Jahren Hörer des Breslauer Rabbinerseminars — weist der judaistische und hebraistische Teil seiner Bibliothek hin, der die Hauptwerke dieser Literatur zum Teil auch in Übersetzungen enthält. Daß der tiefe Denker auch während seiner Marburger Zeit den Angelegenheiten der Juden und des Judentums wärmstes tätiges Interesse entgegenbrachte, beweisen die jüdischen Werke der neueren und neuesten Zeit, unter ihnen ein in seiner Vollständigkeit selten gewordenes Exemplar der „Allgemeinen Zeitung des Judentums", die vorzugsweise in den älteren Jahrgängen eine Fülle des interessantesten Materials znr Erforschung unserer Religion und ihrer Geschichte bietet und deren Besitz als währe Zierde der Gemeindebibliothek angesehen werden kann. Cohen besaß auch ein vollständiges Exemplar von Lazarus Goldschmidt's Übersetzung des Babylonischen Talmuds. Den Aestheten Cohen lernt man in der großen Zahl von Büchern über Kunst und Künstler kennen? geradezu einen Schatz bildet die bekannte Zeitschrift „Kunst und Künstler", die der Philosoph von dem Beginn ihres Erscheinens gesammelt hat. Daß Hermann Cohen aber auch ein enthusiastischer kenntnisreicher Musikfreund gewesen, daß er die klassische Musik besonders in Gemeinschaft mit seiner Gattin, einer Tochter Äewandowski's und Meisterin des Klavierspiels, geliebt und gepflegt, ja daß er ein feiner Zeit viel beachtetes Büchlein über „Die dramatische Idee in Mozarts Operntexten" geschrieben, ist Wohl sicher nur den Intimsten seines Hauses bekannt geworden. 11 Wie die Cohen'sche Bücherei zur Vertiefung des Philosophischen Wissens, so regt die der Gemeindebibliothek angegliederte Sammlung des bekannten Frankfurter Orientalisten Raphael Kirchheim zu solcher auf dem Gebiet der hebräischen Literatur an. Es fehlt in der Kirchheim'schen Sammlung kaum ein bedeutendes Werk derselben; sast dollständig find die Commentare zu Bibel und Talmud vertreten. Unter den in deutscher Sprache abgefaßten Büchern finden «sich Unica von unschätzbarem Wert. Als eine glückliche Ergänzung der rein wissenschaftlichen Literatur darf die der Gemeindebibliothek einverleibte Bibliothek der „Vereinigung israelirischer Lehrer und Lehrerinnen zu Frankfurt am Main" bezeichnet werden. Sie enthält für alle diejenigen, die sich mit der Didaktik und Methodik des jüdischen Religionsunterrichtes befassen, eine fast lückenlose Sammlung des einschlägigen Materials, fast sämtliche Lehrbücher der jüdischen Geschichte und Religion, die in den Schulen im Gebrauch gewesen sind und noch sind; ferner die wichtigsten Nachschlagewerke der jüdischen Literatur, viele Wörterbücher und natürlich auch die englisch geschriebene „^owisti LuL^elopsdia", der eine deutsch und hebräisch geschriebene jetzt folgen soll. Mit Auflösung des Vereins „Jüdische Bibliothek und Lesehalle" ist dessen über 2000 Bände starke Büchersammlung Bestandteil der Gemeindebibliothek geworden. Wer sich über irgend eine Juden und Judentum betreffende Frage erste Information verschaffen will, findet in dieser Sammlung reichlich Gelegenheit hierzu. Die bekanntereu jüdischen Autoren der Neuzeit, aber -auch des Mittelalters sind in ihr vertreten, besonders reichhaltig die jüdische Belletristik deutscher und hebräischer Sprache. So bildet die Genreindebibliothek eine wahre Fundgrube zur 'Erweiterung und Vertiefung des Wissens der Gemeindemitglieder auf allen Gebieten. Um ihre Schätze bequem nutzbar zu machen, ist neben der Bibliothek ein geräumiger Lesesaal eingerichtet worden, der 55 jüdische Zeitschriften aus Deutschland und dem Ausland enthält. Selbstverständlich finden sich hier neben deutschen, französischen und englischen Zeitungen auch solche in hebräischer und jiddischer Sprache. Während der Sommermonate ist der Lesesaal an Sabbathen und Sonntagen von 1056—1 Uhr geöffnet, an Sabbathen außerdem noch nachmittags von 3>6—6 Uhr; die Bücherausleihe findet an Werktagen von 12—1 und 3—4 Uhr, an Sonntagen von 12—1 Uhr statt. Die Lesezeiten in den Wintermonaten werden seinerzeit im Gemeindeblatt bekannt gemacht werden. vr. lernst L1a.u. Aus der Gemeindevertretung Sitzung der Gemeindevertretung Mittwoch, 23. Juni 1926, 7 Uhr. Die Anregung des Herrn Wolfgang Auerbach in Sachen der Veröffentlichung des Sitzungsberichtes der Gemeindevertretung im Gemeindeblatt usw. als Vorschlag zur Förderung des Interesses an der Gemeindearbeit wird an den «»»O»»»»»V»»»G»G»»«»»»««« sevk. kvven Färberei unll Kkem. kvinigung ».sicSen in »»SN 5ts«Meiilen >S»Otz prämieneinnakme . . . 1331313921^ Kapital unä Reserven , . 128000000 KAI äer vereinigten (Zeseüscnskten im ^anr 192Z. Kilian? l^ebensversickerunxs Lank ^. - Q. VersickerunZ8be8t. 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