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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1926-08-01 · 12 (8.1926) · page 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
4 (1925-1926)
Issue
12 (8.1926)
Date
1926-08-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Logensckwestrrn bestehenden Kommission in Breslau organisiert bade, feststellen, daß die tatsächliche Fürsorge weit Hinte? dem obwaltenden Bedürmis zurückbleibt. Tatsache ist. daß zahlreiche Blinde, teils Kinder, teils Erwachsene, innerhalb ihrer Familien verbleiben und dort in zn^r liebevoller und wodlrueincnder Obhut, aber doch in ganz falscher und unzweckmäßiger Fürsorge stehen. Zweierlei muß deachtet werden. In so und so vielen Fällen, von denen mir allein mehrere brknnt sind, geniert man sich, nach außen hin die Blindheit eines Familienmitgliedes wissen zu lassen, oder, ist man so töricht nicht, glaubt man. durch die häusliche Ps.ege und liebevolle Fomilienodhut besser zu sorgen, als durch die Überführung in ein Institut. Dies ivie das ist irrig u, d schadet dem Blinden weit mehr, als ihm das Verbleiben in einein noch so liebevollen Familicnverbande nützt. Als bei mir im Alter von 6' : Jahren unheilbare Blindheit festgestellt wurde, sagte Prof. Förster in Breslau zu meinen Eltern .Wollen Sie sich und Ihrem Sohne ein trübes Leben machen, dann behalten Sie ihn zu Hause; wollen Sie etwas Tüchtiges sürs Leben aus ihm nia» chen. so geben sie ihn in ein Institut". Das sollten sich alle gesagt sein lassen, die sich mit der Frage besassrn müssen was soll aus einem Blinden werden? Um hieraus richtig antworten zu können, muß zuvor gefragt werden. Was kann aus einem Blinden werden? Hier fehlt der Raum, diese Frage eingehend zu beantworten, darum will ich mich dahin zusammensasjen. Aus einem Blinden kann das werden, was man aus ihm macht: und damit ist gleichzeitig gesagt, daß sehr viel und sehr Vielerlei aus dem Blinden zu machen ist, wenn es ihm nur ermöglicht wird, die in ihm ruhenden Kräste und Fähigkeiten zweckentsprechend auszubilden und nach ersolgter Ausbildung auch nufibar zu machen. Das ist aber nur bei sachkundiger Führung möglich. Die Familie kann das nicht leisten. Hier darf nicht in erster Linie das gütige Herz liebevoll sprechen, sondern der Verstand muß erwägend in der Seele des Blinden zu lesen verstehen. Es ist selbstverständlich, daß das Fehlen von optischen Eindrücken umgestaltend auf das Empfindungsleben des Menschen wirken muß. und die Art dieser Umgestaltung ist vom jeweiligen, Intellekt abhängig. Somit muß. abgesehen von der allgemeinen Blindcnausbildung, gan; individuell verfahren werden, wenn man d?ran geht einen Blinden für das Leben brauchbar zu niachen. In z-dem Blinden ruhen latente Kräitr. die geweckt und Kult:- viert werden müssen, und diese Kräste lassen sich genau so erfolgreich auswerten, als wäre der rein physische Mangel, das Fehlen des Auge«, überhaupt nicht vorhanden. Es kommt eben nur darauf an. in jedem Falle die richtigen Kräfte aufzufinden und sie richtig auszubilden. Ist das rrwlgt. dann müssen Brtätigunqsmöglichkeitcn geboten werden, und der so für das Leben gerüstete Blinde wird seinen Play ausfüllen und den Beweis erbringen, daß die Fürsorge, die für ihn gewirkt hat. etwas ganz Besonderes zu schaffen im Stande war. nämlich Lebensglilck. Man stelle bei der Blindenfürsorge dieses Moment in den Vordergrund. Den Blinden arbeitsfähig niachen. ihm eine seinen Krästen und Fähigkeiten entsprechende Betätigungsmöglichkeit erschließen, heißt, ihn aus seiner seelischen Gebundenheit lösen, die ihn durch das Fehlen de» Auges fesselt. Mit drin Lösen seiner Kräfte aber, sei es aus körperlich technischem oder auf geistigem Gebiete fühlt sich der Blinde zugleich seelisch erschlossen, und er verliert die ihn hemmende Sonderstellung als Blinder, die ihm seinen Plan außerhalb der Gesellschaft anwies, und er erobert sich einen Play in den Nethen der im beruflichen Wettbewerb stehenden Menschen. Wirken und schassen, sich den Weg bahnen und im otiiisischcn Dunkel doch sicheren Fußes gehe», gestützt aus Können. Selbstvertrauen und verständnisvolle prophi>laktifche Fürsorge, das bedeutet für den Blinden Glück, höchstes, reinstes Lrbcnsglück. und für die Blindenfürsorge bedeutet?^ das Erreichen des schönsten Zieles: denn Glück ist den Blinden dasselbe wie Licht, und eine Fürsorge, die dem Blinden durch die Nacht seines Daseins Licht leuchten läßt, hat ihr Ziel restlos erreicht. Das müssen wir uns sagen, wen» wir an die Hunderte unserer illdis>?>-!>. Blinden denken, denen solches Licht nicht strahlt, weil ihnen die Segnungen einer zweckmäßigen Ausbildung nicht zuteil werden, und zwar lediglich deshalb nicht, weil die Fürsorge es bisher »och nicht verstanden hat eine Tür zu finden, durch die ihr der Eintritt in das schürende Gehege der Familie möglich wird. Diese Tür ist da, ebenso der Schlüssel, sie zu öffnen. Lassen wir ihn nicht länger unbenutzt hängen. Seien wir uns bewußt, daß, wenn wir diese Tür öffnen, den bisher unsicher im Dunkel tappenden Blinden Weg erhellendes und Sicherheit schassendes Licht ins L?ben strahlt. Wer als Fachman aus dlindrnfürsorgclijchem Gebiete hiervon überzeugt ist, darf nicht ablassen zur Mitarbeit aufzurufen und wir tun es indem wir den Erfolg vorwegnehme», mit dem Wort. .Laiirt leuchten das Licht durch die Finsternis." iL!", LUZvVeZl e55e. »n 5 vruek!u?t-7SOO5e.K.^?«I«p»>on Sp«»»»r« Z5S7. Nac», Se»cr,sn,»<:»,>ut.: Nürnef 2SSZ. L^»t»-«n Otte»,l»»<t.«-r 0ruclcIutt»ol-.K-- > Vollkoen-n--»-- ka»,t»ut»un< > rlottertvernlctituaO Muet» «u» >?«,>»»-rrn0d-:> -jure», tr-,»,t,topter--l >- l^A«»iZi»«t x rtirmlictie ketol-tuilt tt-,ll«eetnl-tua-t«i.. el'-zlt/a»/^« HllL/üü»'^^ /5t ll/»^«» />t'L.-»' ^«^-/i^/ttiv/i/i/.'/i/u/z^. KOOS 6 Scnn/^SL!., Oskar Lommerstr. ecke ^iMelmstr. ».»ppociron,. //07^ 6ä^5 /!e/565-?F/t7//^7L /5t?t7//6 7^6/.,5// ^6^57^/?-/W//^/?7- /4/>>!«V/5cN5 7^575/65 5>!.4,57>,Q >!öQVOL555/V 65/^ 7>i^

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