Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 11 (7.1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^MM^K^iMWvo devOsvaettittOen Oemeinde SeaMßmit a.Maw Ar die N-mme?.^u^e0ung durch SlmtlitSev Auzelgev dev Gemeittdevevwaltttus?au?.^^a?rgass^ l-»^.^ Erdgeschoß 4. Jahrg. Fraatfurr u. M.. Iult l82ti.?tr. l l Gememdebibliothel. (Börnestraße 54) Bücherausleihe: Montag—Freitag l^ l Uhr 3-4 . Lesezeiten: Samstag W' ^.-l Uhr ^. Landgememden -^Großstadtzememden. Die Landflucht der Juden, die Auflösung der Kleingemeinden.^ift seit Iahren eines der bcsprochensten Pro- Die Stimmen verstärken sich mehr und mehr, die da sagen : Juden, lebt auf dem Lande! — aber sie erklingen Die Landenden jedoch verlassen nach wie vor ihre die Aurnck^le^enden. in der Mehrzahl alte Leute und gestellten, so hält sie sich unter großen Opfern, bei Steuersätzen, die in einer Reihe von Fällen l<x>"u der Reichseinkommenstcuer erreichen und überschreiten, einen Lehrer. Dieser soll dann gewissermaßen das gesamte geistige und reliqwse Leben der Gemeinde allein bestreiten, Erzieher Händen, so beschränkt s^h das gesamte Gcmcindeleben darauf, jeden Labbat und Festtag oder gar nur an den hohen Keterttigen zum gewohnheilsgemäßen Gottesdienst mal im Jahr an einer Veranstaltung des Centralvereins oder desAeichsbunds jüdischer Frontsoldaten oder höchstens veranstalteten Vortrag teilzunehmen. Einigkeit besteht durch! weg dann, dag jede Gemeinde am liebsten einen Lehrer für sich allein^hätte. besten Besoldung zum mehr oder minder Mit guten Ermahnungen, mit der Verpflanzung von einzelnen Juden in die Landwirtschaft, mit der Wiederbesetzung und Suboentionieruna einer Anzahl von Lehrer- Posten allein find aber die Landgemeinden, die Kleingemeinden nicht wieder zu beleben. Sondern es muß erkannt werden: Welche der Gründe, die zum Auflösungsprozeß führen, sind zwingend, welche find aufhebbar? Und wo bietet sich darüber hinaus die Möglichkeit zu Neubildungen? Betrachten wir zunächsti die wirtschaftlichen Gründe Da muß betont werden, bah die Umsiedelung in den meisten Fallen durchaus nicht identisch ist mit einer Berussumschichlung. Im Gegenteil, häufig ist sie eine zwingende Konsequenz des Berufs mit dem Ziele der Anpassung an die Vcrkchrsoerhältnisse. Das Wirtschaftsleben Knjtal. lifierl sich immer mehr um alte und neue Pu„k!e. deren Kennzeichen nicht etwa die absolute l^röße ihrer Bewohnerzahl, sondern die Lage zu Rohmaterial. Arbeitskräften oder Abnehmer, zu Behörden oder Heilquellen ist. Dementsprechend wächst die Zahl der jüdischen Bevölkerung nicht nur in Großstädten, sondern auch in Mittelstädten mit ausblühender Industrie, in Kurorten usw. Wenn die Mehrheit der auf Dörfern wohnenden Bevölkerung ihrem Beruf auswärts in Fabriken und Büros nachgeht und ihre Einkäufe am Arbeitsort vornimmt, dann ist der jüdische Detailhändler genötigt, dorthin zu folgen, mit dem Unterschied, das; er seine Wohnttn^ciuf seines (Geschäftes wohnen muß Und der Kaufmann, der mit Rohstoffen handelt. - Bich. Getreide. Wein hat in den Verkehrszentralen, den Markt- und Börsciwrlen ganz andere Entivick!ungsuögliti>ltcilen. ferner auch eine n^ln'schastlichell die industriellen^ivhstvffe hinzu. Schließ. auf einer Reihe von Gebieten line große Angeslelllettschaft ersordert. die in den höheren Positionen vst besser gestellt ist, als viele Existenzen des selbständigen Mittelstandes, einen großen Teil des jüdischen Nachwuchses vom stachen Lande. ' ch s l'ch G " d d U s' dl Anders steht es mit den sozialen und geistigen Gründen. Um diese mit knappen Worten zu charakterisieren: Die Jugend, die Verheiratung der Töchter, die geistige Anregung der Erwachsenen. Und diese Gründe erwecken in vielen eine Sehnsucht nach der «Großstadt, der sie bei der ersten Gelegenheit nachgeben, auch wenn wirtschaftlich gar Vas läßt sich dagegen tun? Ein Landesverband wie der preußische ist zu groß, um andere Wirkungen als finanzieller Art. um einen Er'müßte sich gliedern aus Bezirksverbänden, die die Größe etwa eines preußischen Regierungsbezirkes hätten. Ihre Verwaltung läge zwkckmäßig bei der Gemeindeverwaltung des Hauptortes. Ihr Hauptorgan müßte die jährlich zweimal tagende Bezirksversammlung sein, die sich aus Vertretern sämtlicher angeschlossener Gemeinden zusammensetzen würde. Außer der Regelung der Vermaltungsangelegenheiten des Bezirkes müßten diese Bezirks- Versammlungen die Gelegenheit zu Referaten und Aus-