Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 8 (4.1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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/ Nachdem mit der Erwerbung de» AbUurientenzeugnisses der Gymnaflalkursus abgeschlossen war. bezog Adler die Universität Breslau und widmete sich dem Studium der Geschichte und Germanistik. Ohne seine Ausbildung zu vernachlässigen, genoß er die Freuden des Studentenlebens und sein heitere» Gemüt verbreitete überall Freude und Frohsinn und dieser Frohsinn hat ihn auch durch sein ganzes ferneres Leben nicht verlassen. Sehr bald zeigte sich die Liebe zur Pädagogik. 1379 ging er als junger Kandidat an die Samsonschule nach Wolsenbllttel und fand dort, trotz angestrengter Tätigkeit noch Zeit, sich Wissenschaft« lichen Studien hinzugeben. Eine Abhandlung aus der Geschichte der Welsen verschaffte ihm 1830 die Doktorwürde. Im August 1833, nachdem er sein Lehramt in Wolsenbüttel ausgegeben datte. legte er in Breslau die Staatsprüfung für das Höhcrc Lehrnmt ab und fand seine erste Beschäftigung am Gymnasium zu Schneide- Mühl. Er hatte das Glück, in Direktor Dr. Kunze einen wohl» wollenden und tüchtigen Vorgesetzten zu finden, der die hervorragenden Eigenschaften des jungen Lehrers wohl zu schuhen wusjte. Aber «ine Anstellung Adlers scheiterte an dem Widerspruch des Ministers, der keinen Juden an einer königlichen Anstalt bestätigen wollte. Direktor Kunze war selbst nach Berlin gereist, um die Bestallung zu erwirken, vergebens, sie wurde abgelehnt. Da gelang es. Adler an die städtische Mädchenschule zu bringen. Er ivurd« dort angestellt und die Regierung verlieh ihm den Titel des Oberlehrers, damals eine grosjc Auszeichnung. An dieser Anstalt hat er mehrere Jahre segensreich gewirkt. Allgemein beliebt und geachtet verlebte er eine glückliche Zeit, auf die er gerne zurückblickte. Hier fand er seine treue Lebensgefährtin, die ihm «in behagliches Hein» zu verschaffen wuhte und hier erwarb er sich eine gründliche Kenntnis des Schulwesens. 18!X) wurde er an die Mädchenschule der israelischen Gemeinde zu Berlin berufe». Damit trat er aus den engen Bcrhältttijsen der Kleinstadt in den groben Kreis der Reichshauplstadt und nun tonnten sich alle Seiten seiner reichen Begabung entfalten und auswirken. Er hat die Anstalt, die seiner Sorge anvertraut war. musterhast gestaltet und ihr iiberall Ansehen verschafft. Hier in Berlin beginnt seine umfassende soziale Tätigkeit. Er hatte dieNotlage der israelitischen Lehrer, besonders in den kleinen Gemeinden, kennen gelernt und es widersprach seinen idealen Anschauungen vom Lehrberus, daß diese treu mühenden Beamten in steter Angst um ihre Existenz und i» dauernder Sorge um ihre kärglichen Einkünfte sich nicht mit rechter Freude ihrem Berufe widmen konnten. So trat er denn .nit allen Kräften und der ganzen Wärme seines reichen Gemütes für sie ei». Materielle Besserstellung und lebenslängliche Anstellung, sowie Versorgung ihrer Hinterbliebenen waren die Forderungen, die er aufstellte und schließlich auch durchsetzte. Eine gediegene religiöse Unterweisung der Jugend schien ihm unbedingt erforderlich, und er scheute keine Mühe, sie mit allen Mitteln zu erreichen. Er war die treibende Kraft, die den Zusammenschluß der jüdischen Lehrcrvereine bewirkte, er gründete die Wissenschaftliche Bereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin und stiftete das Lehrerinnenheim in Steglifl. das später nach Gr. Ltchterselde verlegt wurde. Nach dem Rücktritt Bärwald's wurde er 1899 nach Frankfurt an da» Philanthropin berufen und trat am 24. April 1V00 sein Direktorat an. Neunzehn Jahre hat er hier gewirkt, «in charaktervoller Aiitardciter. ein wohlwollender Vorgesetzter, ein wahrer Freund seiner zahlreichen Zöglinge. Er war ein vorbildlicher Lehrer, der sich keine Mühe verdrießen ließ, unermüdlich tätig und seine gewaltige Arbeit-Kraft, sein liebenswürdiger Optimismus und seine hinreißende Persönlichkeit haben sich gerade hier in den glänzendsten Zarben gezeigt. Der Unterricht in der Geschichte und tn der Religion war hauptsächlich das Feld seiner Tätigkeit. Er verstand es. den Sinn für historische Größe zu wecken und auch den Blick der Zöglinge aus die dcdcu:eu5c:l Gestalten der jüdischen Vergangenheit zu lenken und für diese zu begeisleriu Adler war durch und durch liberaler Jude, aber sein Unterricht mußte auch solche fesseln, die aus orthodoxem Hause kamen, denn er wußte ihm eine inner? Wärme zu geben, die jedem zu Herzen ging. Er lehne nur, wovon er innerlich überzeugt war. 12 C.?. Ztra88keim L Co. Strassenun6 Vezedau. Uetening aller 5orter» Ssrtenklv». äologe un6 Unterkaltung vor»!^v»-?eoi»l»-?!St^ea. frankkurt 2. tt.-8ilä V»car 5oraa»er»tra»»e, Lcke VUKe!m,tra55e. fornspfocksr: Lpssssrt VSS. ^/.ise^e Hkt/5/e^bücüe/' t/ev nsutt/e/»?SPStSN s//7t/ /e/V/FF6L/e7/// ive^e/! au/^ll^cä 5o5/en/s» üt>en?//H//k Fttanckt. 2)/e ^Ne/kma/s 5//it/: LrHF/«? ^usvsk/, e/u/e? U^arv, //ot/5dtt/t'^e/' e^ka/te/k /?a5a//. /?e5/e ll. ü/5 ^ll^//ä///t? t/es Geizes Kingfreie 7Speten-In«tu5trie xupse» L ec>. Ve/e/0/1 Ht<?5La ^?/ke? San- 27— Z5ovlosi8eller Karten cker 8lM kraaklurt v!e?rel5e tar äie Vouerltarten tar <iie Zeit vom 1. 5pril ,«« vi» Zt Xor» tS27 («altig vom läge «ter 16»ung) detrogen. »-«n-elkzrte...........i« — Karl» komlllen rtouptkorte........Z4.— komilien öeikarte.........I.— A1onot»noup!lt»rte tar kremäe .... 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