Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 8 (4.1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3094266-3094300-3094307--0600-3095303- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sammenlMt und eine Kontinuität der Geschichte von unerhörte? Geschlossenheit schus. Man möchte gern seinen Kindern das geben, was man einst besaß. Aber — man hat sein bißchen Hebräisch verlernt, so daß man den Seder nicht geben kann. Man will sich doch vor den eigenen Kindern nicht blamieren. Wenn in solchen Häusern das Kind nach dem Seder. abend fragt, das ist sreiltch wieder eine böse Botschaft. Wie eine Wunde, die jäh aufgerissen wird und schmerzt, wie eine Scham vor sich selbst, vor Frau und Kindern mag es da — uueingestandcn halb. Haid eingestanden - empfunden werden.*) Ganz anders aber ist es mit dem Fragen des Kindes dort, wo das Fragen scheinbar überflüssig ist. weil das Kind weij;, warum .ausgezeichnet ist diese Nacht vor allen andern Nächten" wo das Kind nur darum fragt, damit der Bater. wie jedes Jahr, anhebe zu erzählen vom Auszug aus Aegypten, von der Väter Not und Gottes wunderbarem Helsen Damit er erzähle, .wie sie sich gegen uns erhoben haben von Geschlecht zu Geschlecht, um uns zu vernichten.^ber der Heilige, gelobt sei er. hat Es gibt Dinge, nach denen man nicht ost genug und nicht ausführlich genug fragen kann. Und mag man sie noch so gut wissen, wenn man sie immer wieder neu zu verkünden Darum heißt es ja in der^Haggadah: Und schelt. und wenn wir noch so belesen und bewanderten der Thora. in der Geschichte unserer Vätcr wären, in jedem Jahre tritt auf's neue an uns die Pflicht heran: an die Kinder zu sragen und an die Väter, zu erzählen. Und jedes Jahr wird der Batcr neue Ailge in der alten Geschichte entdecken.- jedes Jahr wird eine andere Weite sich oor seinem Bllck austun. Wir können nicht auslernen. Peßach, die Geschichte des Auszugs aus Aegypten, das Judentum selbst und seine Geschichte, sollen uns immer ein Problem bleiben, eine stets auf's neue gestellte Frage. Das ist ein Fragen, das uns gute Botschaft kündet. Alle» Wissen ist nur aus Fragen entstanden und entsteht immer ^neu nur aus Fragen. Der zuerst gefragt der Weise ^om Toren/ der Fromme von/ Hoffäctigen'. Wem alle, selbstverständlich ist. wer sich über nichts wundert, wer nicht das große Staunen kennt, der wird weder Erkenntnis erlangen noch dem unsichtbaren Spender danken, der uns des Lebens Tisch gedeckt hat. Nicht klhäme^ sich da, Kind, und wäre es ein noch gen. Die größten Weisen Israels, di« Gelehrten von Bnebrad. Rabbi Elieser. Rabbi Iosua. Rabbi Eleasar den Asarla. Rabbi Akiba und Rabbi Tarphon haben eine ganze Nacht hindurch gefragt und gefragt und konnten mit dem Fragen nicht zu Ende komme.-.. Sie horchten nach Antwort hinaus in die Nacht, bis die Morgenröte anbrach. So haben zu allen Zeiten Philosophen, die großen Forscher, die Propheten und Goitesmänner hinausgehorcht in die Nacht, fragend nach dem ewig Unenträtselten, bis die Morgenröte ihnen aufging und ihnen die Offenbarung wurde, die sie dann, als Lichtbringer. den Menschen brachten. Und Peßach d^ Zu^unft.^die Erlösung des Messias- und^Hungernde. Das wird eine gute Botschaft sein/ die Elia, der Bringer guter Botschaft, uns kiiuden wird, wenn ') Für diese «reis« habe ich »«ine deutsche Haggadah versaht. sich das Prophetenwoet erfüllt: .Siehe. T""!? werden kommen, ist der Spruch des 5errn, Gottes. . sende ich Hunger übe? die Erde. r.'. ,! ^^ign r.'.ch T )t'u'.'>n' 5 Surft nach Wasser, sond.^n zu veruel>..:m die T^oUe^^ Eroigen." Sie WsHt ^lonis^su^k