Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 7 (3.1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ELnzelrnenschen Kultur lebt. In der Zivilisation des allen Europa aber geht vieles zugrunde. Grenzenlos zerklüftet ist dieser Erdteil, grenzenlos zerspalten seine seele. Das Unmittelbare, die lebendige Welt, seinen Gott und Zwischenschicht, die sich zwischen ihn und die Welt geschüft, der Fabrik, dem^chein. der^Fiklion. Erschütt^nd liche Abstrakttonen^erscheinen. das Bewußtsein oder seine Wel/der^Vorstellung oder gar der Fiktionen, wie selbst sodatz zum Schluß eigentlich ^nichts üdr^g bleibt. Dieses Aber der Augenblick, in dem wir 4^ ist etwas Ungeheures. Durch modernistische Strömungen sie vie'einheitliche Religim? des europäi^hen Kontinents zu Ta? größer. Der griechisch/Katholizismus lM eben hunderte von Sek^n^rspaiten. und Ks: Weltkonserenz sagen? Geben wir ehrlich zu. bislang hat es weniger gesagt als versagt. Ich brauche an dieser Stelle nicht von^dem Fehlenden» einheiUichen^ römisch-katholischen Spannung mit dem realen ^eben aber ^noch größer^ ist braucht, ^was jeder weiß, daß^der ZerseZungsprozeß in ihrem praktischen ^Verhalten in der^Wek <und'darauf ollein Kommt es an) in jedem Augenblick von jüdischer Religiosität gelenkt werden, gesucht werden müssen, daß große Massen ihre religiösen Befriedrgunqen nicht mehr hier, sondern in Ersatzreligionen finden Typisch ist, daß eben die psychotherapeutischen Ärzte sich anschicken, die Funktionen des Seelsorgers zu übernehmen und dag ein großer Teil ihrer Gemeinde Juden find. In einer Situanon wie heute oerblaßt alles, was bloße Literatur oder Derwir sagen, hier ist Iesaj- «nd hir? Ier«5iia. Nein, was die Welt verlangt, ist ein lebendiger Gott, der sich oll ihrer Nöte annimmt, der sie beschützt in allen ihren Stunden. Von ihm aber kann nur künden, wer ihn 3 vermochten! Wo sind diese Menschen, die Religlon^leben. vor den Göttern Griechenlands verzückt zu stehen, sondern ihn zu leben, durch ihn die auf das Diesseits gerichteten. Strömungen des Christentums zu stärken und damit Worten Friedrichs des Großen wildesten Rmibtiers zu ganze Menschheit umspannt, fügt sich die Idee des neuen Europa als ein bescheidenes Borspiel. Fassen mir das! neue Europa in seiner Idee, in seiner herrlichsten Gestalt, i wie sie sich nie realisieren wird, an deren Realisierung! zu glauben aber unsere heilige Ausgabe ist. als eine! Stufe zum Reiche Gottes.! Nur durch Heiligung des Lebendigen und Zukimsligen. wird der Jude zum Mitschöpfer und zum Segen des neuen Europa. Dann wird sich an ihm das Wort des Herrn erfüllen, der da spricht: .Ich will Frucht den Lippen schaffen, die da predigen: Friede. Friede". Sorgen und Sosfnungen.