Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 5 (1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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da» Ganze nicht für uns! - besitzen Die bekannte Anekdote, die einen jüdischen Spaziergänger, der am Sabbat vor dem Puioerturm in Posen seine Cigarre raucht, auf das zurechtweisende: „Rauchen verboten!" de» Postens antmomn läßt: „Ueber die Narrischkeiten bin ich längst hinaus!" — diese Anekdote ist von höchster symbolischer Bedeutsamkeit für eine sehr oerbreitete jü- Judentum, das innerlich für uns mit Recht im Zentrum der Wertordnung steht, wird ganz unkritisch gleichfalls ins Zentrum der so anders eingeteilten We ltordnung übertragen, wodurch eine Fülle schiefer historischer Urteile Selma^ Stern diese Gejahr durchaus vermeidet, ist ein vielleicht seinen historischen^Ort^noch^ bestimmbarer^ genachgeholt^ Das Z insoerb o t der Thvra ist in das da ablehnen, wo sie ihnen geboten ist! Dieses Symptom am Anfange der Iude^npolitik des Groben Kurfürsten. Wien Vertriebenen ebenso wie die französischen Hugenotten in den Ausbau seines Landes hineinzuziehen sucht. und sie lehnen « h. Diese Ablehnung ist historisch bedeutsamer als das Angebot selbst, weil dieses keinesstellung des Monarchen stammt, sondern aus der alten Gesinnung, die nun lediglich andere realpolitische Folgerungen zieht. Gerade in der Herausstellung dieses Umstandes liegt die Mcisterlcistung des Llernschen Buches, das den humanen Motiven nur einen Bruchteil und den realpolilischen das Ucbergcwicht in den Entschließungen der preußischen Regierung zuweist. Die Juden sind nach wie' vor machen und nicht.Personen und sind dies in einem immerhin höheren Matze als - vor Ideologie und Wirklichkeit der französischen Revolution - alle Untertanen. Dies zeigt sich in der Ausna^megestr^Zölle ^nd Steuern der Juden fortbesteht, wie über- Haupt darin, daß die Juden vor allem als Finanzquelle gewertet werden. Auch da und gerade da. wo di« Regierung sich ihrer bedient, find sie durchaus Werdzeug im Dienst anderer Interessen: bei der Umwandlung de» Agrarlandes in einen Merkantilstaat. bei de? Belebung freier Konkurrenz gegen die Starrheit der Zünfte, bei der Finanzierung der kurfürstlichen Kolonialpolitik gegen die Zurückhaltung der alten Handelsherren. Erst allmählich dringt in diese Politik der Versuch ein. die Juden auch von innen her mit dem Staate zu oerbinden - ein Unternehmen, das aber auch ganz von Seiten des Staats- Interesses her in Angriff genommen wird und die jüdischen Dinge nicht um ihrer selbst willen, sondern um Branden, burgs und später Preußens willen regelt. Die von der Regierung eingesetzten jüdischen ..Befehlshaber' bezeichnen deren Zwect^hat al» glatte Eintreibung der Iudenabgab«n. hässigkeiten^ zwischen den Juden, die insbesondere aus dem Urkundenbande mit trauriger Ergöklichkeit hervorgehen, doch nicht ohne historisches Recht, daß diese neuen Autoritäten und die aüjüdischen, daß Vorsteher und ihre Unabhängigkeit und^die Weite ihrer Befugnisse immer Der tritt immer entschiedener auf die Seite der .Laien" Immerhin beginnt nun. als vielleicht ungewollte Nebenwirkung dies» 5orm^ jüdischer Betätigung, all- Frage gestellt sein, ob die zu Beginn^ des 19. Iahrhun- Personen ^befreite oder ob sie nicht ^doch Objekt der Emanzipation nicht schlechthin als.Menschenrecht" nachlalion. d. h. von einer gewissen Selbstaufgabe, aburteile hier der Verfasserin nicht vorgreifen, möchten" aber bemerken, daß ihre Entscheidung besonderen Anspruch aus RelaUoität zu ^sehcn und di/zahlreichen Verbindungs- Erörterung? die sich ^än I^acobBurckhardts Rennaissancedegriff geknüpft hat und die dessen Entstehen bereits in das erste^ Viertel des 1:!. Jahrhunderts ansetzt. die das 19^Iahr^ ^und ^Iuden zu Tatsache^ ist^gleichsam symbolisch^ eine Wechselwirkung Sott und Wissenschaft