Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 2 (1923-1924)
- Issue
- 3 (11.1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Hand. Bräutigam und Braut werden darunter, jener von den Männern, diese von den Frauen, unter dem Klange der . Musik, ausgefühtt von Geigenspielern und anderen Kunst- Leizim.d. i. .Spötter«. Lustigmacher. Scherzende, genannt, da sie auch durch Scherze allerArt zur Belustigung der .Hoch, zeiter' beitrugen. Die Hochzeitsmelodie hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Unter den fröhlichen Z'.irusen der zahlreich versammelten Teilnehmer — vorucn K-Kdo — und l»i luftigen Gesängen wird zuerst der Bräutigam unter den .Himmel" geleitet. Er trägt sein Haupt verhüllt, dem Ernst der Stunde angemessen. Es folgt die tiefverschleierte Braut in Begleitung der beiden Mütter ode? nächst v»nrmndten Frauen. Sie wird unter den Klängen der ebenfalls erhaltenen .Maan"-Melodle dreimal um den Bräutigam herumgeführt, vielleicht aus Grund des Prophetenwortes Ierem. 3l, 22 .das Weib wird den Mann umkreisen". Sodann führt der Bräutigam die Braut noch einmal im Kreise umher, während die nächststehenürtt unter ds:n verheißungsvollen Zurufe _?'ru ur'vu" — Seid fruchtbar und mehret Euch! — Weizen- Körner, das Symbol vielfacher Vermehrung, aus das junge Paar streuen. Viele mengen unter das Korn auch Geldstücke für wohltätige Zwecke, und schnflgelehrte Teilnehmer sprechen den Segen (Pf. 147.14): .Dein Gebiet beherrsche Frieden, und genieß? das T-tt des Weizens"! i.Maanführen"). Nunmehr beginnt der eigentliche Trauunasakt. mit dem bedeutungsvollen Worte Kidduschin. Heiligung, denannt, von jeher mehr mit heiligem Emst als mit leichtfertiger Fröhlichkeit begangen, sagt doch der Talmud: .Seitdem der Tempel zerstört, ist der häusliche Tisch ein Altar, das Haus selbst ein Tempel im kleinen". Da. wie einleitend bereits hervorgehoben, für die Trauung selbst feststehende Vorschriften gelten, so verlief diese wohl im ganzen wie noch heute in frommen Kreisen .^'^ — Nur einer eigenartigen Sitte müssen wir auch hier Erwähnung tun. Während nämlich noch jetzt bei Trauungen, die in Frankfurt nach altjüdischem Ritus vollzogen werden, am Schlüsse vom Bräutigam oder einem anderen Anwesenden ein hierfür besonders bestimmtes (.^las zertreten roird^)^geschah dies in^ alter Zeit mit dem Glase bezw. trunken.'^Der Bräutigam schüttete ^den Rch des Weines Snnaaogentür eingefügten Stein"), auf dem abgekürzt die Worte aus Ieremia 3Z, 1! standen: .Stimmen des Jubels und Stimmen der Freude, Stimmen des Bräutigams und der Braut'! Welch frohe Vorbedeutung, wenn der junge Gatte gut das Ziel traf: welche Bestürzung, wenn der Wurf nicht gelang, denn mit dem im Sinnbild de» Glücke», dem Stern, zerschellten Glase war alles sonst etwa bestehende Unheil von dem jungen Paare abgcwandt! — War die Braut eine Witwe, so wurde, wie es heute immer geschieht, das Glas auf der Erde zertreten. Nach der Trauung zog das junge Paar unter Musikbegleitung heim, und erst gegen Abend. - wie heute noch vielfach in Frankfurt üblich --. fand das Hochzeitsmahl statt. Dabei soll es am Tische der Frauen ziemlich laut, an oem der Männer gesitteter zugegangen sein, wurden doch in diesem Kreise in der Rege! gelehrte Tischgespräche 2 I geführt und geistvolle Tischreden gehalten; ja sogar der-! Bräutigam hielt, um seine Thoragelehriamkeit zu zeigen: ' und um zu beweisen, dag er würdig sei, in den Kreisder frvmmen^Gmiein^e ausgenommen zu werden, oft eine . reich beschenkt wurde. Der gewissenhafte Berichterstatterlägt uns auch im Geiste an der prunkhaft geschmückten: und reich beschickten Tafel teilnehmen, bei der »welsch? l Hühner". Pasteten .in der Deck". Schüsselpasteten, .ge- - raspelt Brot". Mandel- und andere Torten. .Pyramiden"^ > ^^bt' Obstend ähnlich- Leckerbin-n nicht fehlten. Dem. schmeckenden Speisen^ins Haus gesandt. — Nach der und springend, jubelnd und lärmend! an der Spitze die das. in der sonstigen Not und Bedrängnis^ selbst?er Jugend so se!:en emgeräu:::: ward. ^.a. die Gelegenheit. so fante man sie beim Schöpfe und lie^sie so ^schnell itt^t ^Am^ Aus der Semeindevertteiung