Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1893
- Issue
- Heft 17 (1.11.1893)
- Date
- 1893-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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H-onnemettts-Preise - (Zusmdimz inbegriffi,,) ' .$fS2Ä?n‘"” I - „ Rußland „ Rbl. 4 .„Amerika „ Doll. 2 „ die übrigen Länder „ Frcs. 10 -'' Halbu. vierteljähriges Abonnement zu den entsprechenden Theilbeträgem Das Abonnement kann mit jeder Nummer beginnen. Einzelne Exemplare 18 kr. Hrgan der Zionisten. Herausgeber und Chefredacteur: Ke Ar. Walhan Wrnbaum. Erscheint Anfang und Mitte eines jeden Monates. Redaktion Adm iir ist v it t i « « Wien, II./3, Miesbachgaffc 12. (Sprechstunde: Täglich nurvon 1 bis 2 llhr Mittags.) ltnfrnnfirte Briese werden nicht angenommen und Manuscriple nich retournirt. Nr. 17 Wen, 1. Uovrmber 1893. VI. Jahrgang. Mittheilnnq. — Das neue Statut der Wiener jüdischen Gemeinde — Die Wcihlreform und die Zionisten. — M. L. Lilicnblnin . — Ans Palästina: Jaffa. Notiz. Ans den Colonien. Eingesendet. — Änö anderen Ländern: Inland, Deutsches Reich, Nordamerika, Argentinien. 'Notizen. — Eingcsendet — Correipvndciiz der Redactivn. Inserate. ■*:. . Unseren geehrten Abonnenten und freunden beehren wir uns dih Mittheilung zu wachen, daß die „Lelbst-Lmancixation" vom 1. Januar 1894 als erscheinen wird, ohne datz eine Erhöhung des Abonnementspreises eintritt. Mr werden auch in Zukunft unserem Principien mit nnerschiitterlicher Trene dienen, aber wir werden zugleich alle Ereignisse tm Leben der )udenheit aufmerksam verfolgen nmd berichten, sowie dem nnterhaltenden Theil sorgfältige pflege angedeiheri lassen. Die Administration. DasttetteStlrttttderWienerjttdischen Gemeinde. Die Zionisten sind eine national-sociale Partei. Sie haben, sich daher zur Pflicht gemacht, in die Streitigkeiten der religiösen Parteien sich Inicht zu inengen. Diese . .'Pflicht Haben s bisher ängstlich erfüllt und werden dies auch weiterhin thün. Nur dann, wenn in Form religiösen oder antireligiösen Eifers ein' Angriff gegen das jüdische Volks- . thum erfolgt, erhebt - der Zionismus seine tadelnde, warnende Stimme. Und ebenso darf die zionistische Partei sich nicht gleichgültig gegenüber allen jenen Institutionen und! Vorkommnissen im jüdischen Volksleben verhalten, welche in Folge der eigenthümlichen Stellung, der Judenheit einen confessionellen Charakter erhalten haben, aberin Wahrheit von tiefer, einschneidender Wichtigkeit für die Nation als solche . sind. So sind zum Beispiel die sogenannten Culttksgemeinden Körperschaften, welchen der Zionist die allergrößte Aufmerksamkeit entgegenbringen muß, da sie ja nichts anderes sind als Organisationen, bestehend aus den in einer Ortschaft wohnenden Söhnen des jüdischen Volkes. Was sie zusammenhält, ist zum allerwenigsten der Cultüs,dem die Juden je nach der religiösen Ueberzeugung, die einen in dieser, die anderen in jener,- manche in gar keiner Form obliegen. Pielmehr werden die modernen Cultusgemcindcn, wenn auch nicht durch das jüdische National-Bewußtsein, so doch durch das unvergängliche nationale Gefühl der Juden zusammengehalten. Das Schwergewicht dieser jüdischen Vereinigungen liegt in den Werken der Liebe, welche Angehörige des jüdischen Stammes gegen ihre Stammesbrüder als solche üben. Die „Cultus-Gemeinde" ist nichts anderes, als die officielle Form, welche das europäische Judenthnm finden mußte, um das Märchen von der eiitiiatioiiasifirten „mosaischen Consejsion" anftecht zu erhalten. Diese Form wurde. gewählt, weil sie eben in Folge des Umstandes, daß das jüdische Volk eine eigene nationale Religion besitzt, am nächsten lag. Umsomehr ist es aber Pflicht der Zionisten, mit allen Mitteln darnach zu strebe», daß innerhalb der Cultusgemeinden eine wahrhaft jüdisch-nationale Erziehung, eine wahrhaft jüdische Nächstenliebe Platz, greife. Soll die jüdische Gemeinde diesen Namen verdienen, so muß sie ein Brennpunkt jüdischen Nationallebens, ein Hort jüdischen Wissens, eine Pflegestätte jüdischer Vergangenheit und eine Arbeitsstätte für die Zukunft unseres Volkes sein. Wir können diesen Wunsch noch am. verständlichsten in Worte kleiden, wenn wir sagen: d.ie jüdischen Gemeinden müssen wieder zu „jüdischen Gemeindet gemacht werden, und aufhören, blos „israelitische Cultusgemeinden" zu sein. Dies ist aber besonders bezüglich jener Gemeinden, welche einen großen Ruf in Israel genießen und .durch die Anzahl ihrer Angehörigen den Juden der ganzen Welt