Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 23 (19.12.1892)
- Date
- 1892-12-19
- Page
- Seite 222 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 222. Selbst-Emancipation Nr. 23. dies nöthig wird, z. B. jetzt in den Colonien Gadrah und Mischmar- Hajarden. Dieses schöne Institut wurde im Jahre 5651 (1891) durch den Ingenieur Temkin unter Beihilse der wackersten Zionsfreunde gegründet und Anfangs von Herrn Friedmann geleitet. Vor ungefähr einem halben Jahre übertrug derselbe die Leitung gütigst und mit Erlaubnis des Leiters des Executivcomites auf den Unterfertigten. Die materielle Lage der Bibliothek war Anfangs eine sehr ungünstige. Die Einnahmen aus den Entlehnungsgebühren find naturgemäß sehr geringe, während ihnen bei aller Sparsamkeit sehr große Ausgaben gegenübcrstehen. Erst, als durch die Bemühungen des gegenwärtigen Leiters des Executivcomites, Herrn Bienstock, der Vorstand des „Vereines zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" eine jährliche Subvention von 1500 Francs der Bibliochek bewilligte, wurde die Lage derselben eine feste und gesicherte. Trotzdem ist sic nicht im Stande, alle neuen Erscheinungen der Literatur anzukausen; sie kann den älteren Büchern nicht die neuen zugesellen, und die Mitglieder schmachten nach neuer Lectüre wie der Durstende vor einer intermittirenden Quelle nach dem Wicderkommen des Wasiers. Es ist doch nur recht und billig, dass sich in einem Institute, das der Mittelpunkt von Bildung und Wißen im Mittelpunkte der wahrlich an Männern von Geist nicht armen neuen Ansiedlung sein soll, alle Bücher unseres Volkes finden, vom Buch der Bücher, der heiligen Schrift, angefangen,, bis zu den Erscheinungen des laufenden Jahres, ebenso, wie in diesem Zelte Sems die Geistesschönhcit Japhets einen Platz erhalten muss. Das ist aber leider Alles nicht der Fall. Die jüdischen Bücher erreichen die'Zahl 1285, kaum ein Zwanzigstel unserer Literatur; diejenigen anderer VMer 1056. Diese Ziffern zeigen, wie arm die Bibliothek ist. Es ist eine Schmach, eingestehen zu müssen, dass Bücher, wie „Medial", die „Concordanz", „vor vor v'äorsohav“, „Üearued haschalem“ gar nicht, die anderen nur unvollständig, bruchstückweise vorhanden sind. Indem wir das Vorstehende veröffentlichen, hoffen wir, dass die 2ne des ältesten Culturvolles der Erde, welchen außer der Liebe zur ung auch noch Liebe zu Zion innewohnt, das Beste ihres Bücherbesitzes für unsere Bibliothek spenden, dass sie uns das Borwärtsschrciten ermöglichen und uns helfen werden, ähnliche Anstalten in allen Städten und Ansiedelungen unseres heiligen Landes anzulegen. Wir hoffen auch, dass die geehrten Auwren und Zeitungsherausgcber, wie dies schon viele von ihnen früher gethan haben, ihre Bücher und Zeitungen uns zukommen laßen, ebenso, dass sich Männer der That finden werden, welche Bücher für unsere Bibliothek, namentlich bei den Reichen unseres Volkes, sammeln. In diesen Erwartungen danken wir den bisherigen Gönnern unserer Bibliothek ebensowohl, als den künftigen und schließen mit dem Wunsche, dass es ihnen vergönnt sei, die Tröstung Zions und ihres Volles zu erleben. Im Namen der Bibliothek „Lchnar Zion“ und vieler Wisscnsdurstiger im heiligen Lande. Josua E i s e n st a d t, Jaffa, 27; Cheschwae 5653. Bibliothekslcitcr. Adresse für Büchersendungen: Bibliothek „Schaar Zion“, Jaffa, Palästina. — Spender in Russland wollen jedoch die Adreffe: I. CH. Rawnitzky, Odessa, benützen. Den Schriftstellern, welche ihre Bücher schicken, wird-das am! Jahresschluss erscheinende Sammelbuch, in welchem die Ereignisse in der Colonisationssache verzeichnet sein werden, zugehen. Die Namen der Spender werden in den Zeitungen veröffentlicht werden. Nachbemerkung der Redaktion. Es ist selbstredend, dass wir den vorstehenden Aufruf allen unseren Lesern' zur möglichsten Berücksichtigung empfehlen müssen. Die Pion-- niere unserer Ideale in Palästina, sowie die dortige jüdische Bevölkerung überhaupt, müssen auf einem hohen Cultnrniveau erhalten bleiben, resp. auf dasselbe gehoben werden, wenn die zionistische Idee siegen soll. Darum, Gesinnungsgenossen, eilet der Bibliothek „Schaar Zion“ zu Hilfe! Aber vergesset dabei auch nicht des neugegründeten hebräischen Sprache- und Sprechvereines „Safah berurah“ in Wien, dessen Aufruf unten folgt und der ebenfalls Eurer Unterstützung würdig ist. . Arrfrnf! Zur Pflege und Verbreitung hebräischer Sprache und hebräischen Sprechens hat sich in Wien ein Verein namens „Safah berurah“ gebildet, welcher durch eben diesen seinen Zweck berufen ist, ein mächtiger Damm gegen alle nivellirenden Bestrebungen im Judenthum zu werden. Er will den westeuropäischen Juden die Möglichkeit, die hebräische Sprache als Umgangssprache zu gebrauchen, beweisen, und sir dadurch für das Hebräische und ihre snationalen Güter begeistern. Durch Unterrichtscnrse, Vorträge, eine Bibliothek und gesellige Zusammenkünfte will er seine Aufgabe zu erfüllen trachten. Der Besuch der Unterrichtsstunden, deren in jedem Curse wöchentlich zwei abgehalten werden, ist für ordentliche Mitglieder obligatorisch. Jeder Wiener Jude, der das ehrliche und standhafte Verlangen trägt, die Sprache seiner Väter zu erlernen und sprechen zu können, konnne und trete dem Vereine als ordentliches Mitglied bei. Er wird hier außer geistiger auch die sittliche Förderung finden, welche in dem. freundschaftlichen Umgänge mit nach gleichem, hohen Ziele Ringenden besteht. Jene für die Entwicklung und gänzliche Wiederbelebung der hebräischen Sprache begeisterten Stammesgenossen jedoch, die entweder uicht in Wien wohnen, oder durch unbehebbaren Zeitmangel am regelmäßigen Besuche der Unterrichtscurse verhindert sind, ersuchen wir, dem Vereine als fördernde Mitglieder, Stifter oder Unterstützer beizutreten. Wir bitten auch alle Gesinnungsgenossen der Vereinsbibliothek hebräische oder solche Bücher, swelche sich mit der hebräischen Sprache befassen, zu spenden, und bitten die hebräischen Schriftsteller, uns ihre Werke, die Herausgeber hebräischer Zeitungen, uns diese uNentgelttich einzusenden. Alle, die uns auf die eine oder andere Weise fördern, werden nebst unserem innigen Danke auch noch das angenehme Bewusstsein besitzen, eine gute Sache, eine Volkssache unterstützt zu haben. Für den Vorstand des Vereines „8atah berurah“: Dr. Nathan Birnbaum, S. I. Vierer, Präsident. Secretär f. d. deulsche Sprache. Bücher- und Zeitung-, sowie Briefe und Geldsendungen wolle, man an den Cassier des Vereines, Herrn Josef Sachs, Men, IX.fi', D'Orsaygasse-7, adressiren. Ordentliche Mitglieder zahlen eine Eintrittsgebühr von mindestens 50 kr., einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von mindestens 30 kr.: förd ernde Mitglieder eine Eintrittsgebühr von mindestens 1 fl., einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von mindestens 50 kr. Wer dem Vereine eine einmalige Spende von mindestens 200 fl. ö. W. zuwendet, ist Stifter, wer ihm eine solche von mindestens 50 fl.^zuwendet, Unterstütz er des Vereines. Korrespondenz der Htedaction. Herrn Dr. R. in Frrlburg Im Srrrsgaü. Sie wenden sich mit Ihren neuerlichen, an unseren Chestcdacteur gerichteten Ermahnungen an die unrichtige Adreffe. Däselbe hat zwar den Entwurf der Statuten für den Verband ausgearbeitct, selbst die Vervielfältigung desselben nach der in einigen Sitzungen der Statutenausarbeitungs-Cvmmission erfolgten geringfügigen Abänderungen durchgeführt, die einzelnen Exemplare an die verschiedenen. Localvercine und Gründungscomites versandt, hierauf die auf die Gründung der Ortsgruppen bezügliche Correfpondenz geführt, hat also sämmtliche Vorarbeiten der Verbandsgründung geleitet. Dies Alles hat derselbe aber, ohne Ausschussmitglied des „Admath Jeschurun“ zu fein, nur auf feine Mitgliedschaft in der Statutenausarbeitungs-Commifsion sich stützend, gethan. Nachdem nun das letztangeführte Mandat erloschen ist, bedauert er, keine rechtliche Handhabe zur Fortführung der Verbandsgründungsarbeitcn zu besitzen, und muss dieselben gänzlich dem Ausschüße des „Admath Jeschurun“ überlaßen, der sie übrigens zweifellos zu einem gedeihlichen Ende sichren wird. Löbl. Redacttorr des „PrMlosr" in Lemberg. Bezüglich Ihrer gütigen Aufforderung wegen Ortsgruppe Lemberg gilt ebenfalls Vorstehendes. Herrn Elias Gumplowic; in podgorrre. Wir erlauben uns, Ihnen wiederholt zu erklären, dass wir in diesem Jahre mit der Versendung des „Jordan" nicht betraut sind. Herrn Het. Kal; in Tarnow. Auch für Sie gilt die höfliche Bitte, sich mit Ihren fteundlichen Ermahnungen an eine andere Adresse zu wenden. ' Herrn M. Friedmann in Horaxdowib Es freut uns sehr, dass die Anregung unseres Chefredacteurs auf fruchtbaren Boden gefallen ist und der dortige Localverein nunmehr gesichert ist. Ihr geschätzter Brief wird den Ausschüße des Vereines „Ädmath Jeschurun“ zur Erledigung übergeben werden. Korrespondenz der Administration. bestätigt) .. Herr I, Milcheimer und L. Radbil, beide in Sofia, je 5 Frcs.; Herrn P. Wassermann,.Turn-Severin, 20Frcs.; Herr, Prilucky, Krcmenetz, 2 Rbl.- Herrn B. Facksteiu, Zytomir, 1 Rbl.; Herr Dr L.. Plaskoff, Simfcropol, 4 Rbl.; Herr M. Rosenstein und L. Aisensiein, Simfcropol, je 2 Rbl.; Herr M. Ehrlich, Lublin, 4 Rbl.; Herr Dr. I. Jmelcs, Wie», 16 fl.; Herr M. Freiherr von Manteuffel, Weichselstetten, 4 fl.; Herr I. Pinsker, Odeffa, 4 Rbl.; Herr B. Gruder. Wien, 1 fl.; .Hxrr^L. Eumplowicz, Podgürze, 2 fl. 3ri!(f?j?oh IWwjqand Drück & Söhne, Wien, F"r die Äedaction verantwortlich: g)r. Uatharr Sirubaum. - VII., Neubaugaffe 59