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Selbst-Emancipation · 1892-11-30 · Heft 22 (30.11.1892) · p. Seite 213

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1892
Issue
Heft 22 (30.11.1892)
Date
1892-11-30
Page
Seite 213 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22. Selbst-Emancipatioir Seite 213. Senior Sachs, einer der ältesten und zugleich hervorragendsten Forscher auf dem Gebiete der jüdischen Literatur, namentlich des Mittelalters, ist am 15. d. Mis. im 77. Lebensjahre in Paris gestorben. Das jüdische Volk, dem er in nationaler Treue anhänglich war, erleidet einen großen Verlust. Secher Zadik libhrachah. Urcensionen. JawiK's tteuifte gdjrtfieit.*) — P’ri haarez (1. Thcil) Klänge aus der Vorzeit. — (Fortsetzung.) Die Arbeit I a w i tz' s seit seiner Niederlassung in Jerusalem ist eine zweifache; erstens pädagogische und Jugendliteratur; zweitens Publicistik. In ersterer Beziehung kommt ihm Niemand gleich. Seine Kinderbücher athmen jüdischen Geist und sind in einem schönen Hebräisch (der ersten Profeten) geschrieben; namentlich sind seine Bücher für die Colonistenkinder voll herrlicher Bilder, welche die Leser nur zu glühendster Begeisterung sür ihr Volk und seine Ideen, für ihr Land und ihre Sprache erfüllen können. Was seine Publicistik betrifft, so ist' sie nicht Sturm und Drang, sondern Ruhe und Maß. Alle seine Artikel zeigen den Belesenen, Gelehrten, den Denker. Bis zum Beginnen der Colonisationsaera pflegten wir aus Jerusalem, der Residenz Davids, nur Kalender, Bettelbriefe, streitlustige Aufrufe, Bannsprüche, zu Gesichte zu bekommen; das war die ganze damalige Literatur. Jetzt ist das anders worden. Mit dem Siege der productiven Arbeit geht gleichen Schritt der Sieg der hebräischen Sprache, welche allmälig zur Umgangssprache der Jude» wird. Ben Ichnda bemüht sich in seinem „Haor“ (früher „Haz’w.“) den nationalen Gedanken zu verbreiten, dabei aber auch seine Leser über Europa, dessen Cultur und Literatur zu belehren. Er will eben Leben und Bewegung unter den Juden Palästinas schaffen, und darum Unterhält er sie über Zola und sein „I’Argent“, über Tennyson, über die wiyenschaftlichen Errungenschaften von Koch und Pasteur. Mit Ben Jehuda erwarben sich Verdienste um die Belehrung des Volkes Dr. Schereschewsky, welcher eine Anatomie und I. M. Pines, der in glänzendem Hebräisch naturwissenschaftliche und Bücher über den Ackerbau schrieb. In diesen Schriftstellerkreis trat als letzter, aus Russland kommend, ein Meister in seinem Berufe, W. I a w i tz, ein. I a w i tz gab zunächst periodisch erscheinende Hefte, „Haarez“, heraus, deren Inhalt größtentheils von ihm selbst besorgt wurde. Sie waren eine neue Erscheinung in der hebräischen Literatur, ivclche großes Aufsehen erregte. Der lauterste Patriotismus, gepaart mit der reinsten Sprache, entzücken den Leser; namentlich die Gedichte zeigen so viel Leben, so viel Rcichthum an Ausdrücken und Poesie, dass sie gewiss nicht den besten lyrischen Erzeugniyen Europas uachstehen. Nachdem vier Hefte erschienen waren, änderte I a w i tz aus Rücksicht ans die Ccnsurverhältnisse Russlands, wo eben die nieisten Leser des Hebräischen sind, ihren Namen in „Mi - Jemschalem“, und jetzt wiederum in „?'ri Haarez“, dessen 1. Theil eben vor uns liegt. R. Brainin. (Fortsetzung folgt.) Eingesendet. Löbliche Redaction! Mehrere Gesinnungsgenossen aus Bosnien spendeten unserem Vereine vor längerer Zeit einen Betrag von 231 fl. SO kr. mit der Bestimmung, denselben zur Unterstützung der Hausindustrie in den Colonien Palästinas zu verwenden. Da unsere Bemühungen, im Wege des brieflichen Verkehrs in Erfahrung zu bringen, welche der Colonien eine der Unterstützung bedürftige Harisindustric betreibt, und wem die Unterstützung ani Meisten vonnöthen sei, bisher nicht zur Erlangung einer genügenden Auskunft fiihrten, glauben wir im Wege der Oeffentlichkeit am ehesten zu einer solchen zu gelangen und ersuchen, uns diesbezügliche Mittheilungen an die Adresse der Bereinsleitung, Wien, IX., Müllnergasse 13, znkommen zu lassen. Zugleich sprechen wir den edlen Spendern, welche wir unten namentlich anführen, hiemit öffentlich den wärmsten Dank aus. Verzeichnis der Spender: 1) aus Travnik die Herren: Altaraz Salomon 10 fl., Komfort Jeruham 10 fl., Komfort Jussuf 5 fl., Alkalay Chaim 5 fl., Abinon David 2 fl., Altaraz Moso 2 fl., Salom Josef 10 fl., Salom Mentho 3 fl., Altaraz Chaim 1 fl., Levi Zadik 2 fl., Alkalay Mordo 1 fl., Alkalay Moso 50 kr., Pinto Moso Binjo 50 kr., Salom I. Jack 2 fl., Komfort M. Jacob 1 fl., Altaraz Moso Bohor 50 kr., Mohtipljo Salomon 3 fl., Salom Josua 2 fl., Altarez Menahem 50 kr., Altarez E. 50 kr., Pereiner Jzalt 2 fl., Montilis Salomon Moso 2 fl., Wachsler Salomon 2 fl., Straßberger W. 2 fl., Israel Feldbauer 2 fl., Dr. Bernard Zauderer 25 fl., Samuel Feldbauer 25 fl., Klein Lazar 50 kr., Scharf 50 kr., Drucker Adolf 4 sl., Hoffer I. 10 fl., Weiß Samuel 10 fl., Fcldbauer Max 3 fl., Barany M. 3 fl., Schwarz Gustav 2 fl., Weiß Sigmund 3 fl. 2) aus Bugojno die Herren: Gros Martin 4 fl., Baruch Samuel 4 fl., Alias Jachiel 1 fl., Mas S. Mordhai 2 fl., Athias S. Chaim 1 fl., Salom Avram 5 fl.. Alias Rafael 60 kr., Baruch Avram 50 kr., Mas H. Mordo I fl., Mas H. Salomon 30 kr. 3) aus Jajce die Herren: Salom Daniel 10 fl., Altaraz I. Moso 10 fl., Salom D. Jakob 10 fl, Dr. Jakob Sollner 11 fl., Altaraz S. Jakob 3 fl, Altaraz S. Moso 2 fl., Dr. Munk Moritz 5 fl. Ferner die Herren Baumgarten Anton ans Agram 2 fl. und Dr. Fischer aus Livorno 1 fl. Für den Ausschuss des Vereines „Admath Jeschurun“: Dr. M. T. Schmirer, S. R. Landau, Präsident. Schriftführer. Freibnrg (An die österr. Zionisten). Wenn wir wol nun nach dem Mahnrufe aus Heidelberg sicher erwarten dürfen, dass die österreichischen Gesinnungsgenossen bald als politische Partei auftreten werden, so darf doch deshalb die direkte Anteilnahme an der Colonisarion seitens der zu diesem Zwecke in Oesterreich gegründeten Verein keineswegs vernachlässigt werden. Das wird ja auch wieder für die politische Thätigkeit Propaganda niachen können. Deshalb muss die Organisation, wenn sie noch nicht fertig hingestellt sein sollte, endlich schleunigst zu Ende geführt werden. Unser geehrter Gesinnungsgenosse, Herr Dr. Salz in Tarnow, hat mehr als Recht, wenn er schreibt: „Der Schaden der Nichtorganisation und die Vorteile oiner besonderen und allgemeinen Organisation der österreichischen Zionsfreunde sind in unserem Jahrhundert des Coalitionswesens so bedeutend, dass wir mit jedem Monate, jedem Tage, ja jeder Stunde geizen müssen". Es ist notwendig, dass die Verbandstatuten sofort »ach der Genehmigung in Druck gelegt werden und nn't einem Musterstatut für Ortsgruppen und einen warmgehaltcnen Aufruf sofort an alle Freunde unserer Sache in die österreichischen Provinzstädte versandt werden. Aber nicht blos nach Galizien, sondern auch in die deutsch-österreichischen Provinzen und besonders auch nach Böhmen. Denn unsere Organisation muss sich Uber ganz Oesterreich verzweigen, wenn sie der politischen Thätigkeit Vorarbeiten soll. Hoffen wir, dass unsere leitenden Kreise in Oesterreich endlich die Notwendigkeit schnellen und entschiedenen Handelns erkennen. Dann wird auch der Sieg unserer guten Sache sicher nicht ausbleiben. Freiburg, im Breisgau, 10. Nov. 1802. Ein rejchsdeutscher Jude. Korrespondenz der Kedaclion. Herrn Leopold Mandl in R ö h r e n b a ch : Wir haben Ihren fteundlichen und so gut vertretenen Antrag, unser Blatt weder „Organ der Jüdisch-Nationalen" noch „Organ der Zionisten", sondern „Organ flir ethische Bestrebungen auf israelitisch-nationaler Grundlage", nach, wie Sie wünschten, reiflicher Erwägung nicht berücksichtigen zu können geglaubt. Eine a b st r a c t e ethische Bewegung hat keinen Wert und wir glauben, dass Sie in einem Jrrthum besangen sind, der edel, aber dennoch ein Jrrthum ist. Unser heutiger Leitartikel berührt übrigens dieses Capitel. Wie Sie, wissen auch wir den Satz „galah kawod mi- Jisarael“ als die „Quelle alles Unglücks" zu schätzen, und wie Sie rufen auch wir schnierzlich aus: „Das Volk, dessen Ahnen am Sinai gestanden, wird heute, weil es nicht besser ist, als die Andern, als das allerschlechteste ausgeschrieen und von nicht ganz verdorbenen Menschen dafür gehalten!" Aber, wie gesagt, man muß etwas praktischer — es thut uns leid, dieses verhängnisvolle Wort hier gebrauchen zu müssen —, an die große Sache der Herstellung unserer Volksehre gehen, als Sie es Vorschlägen. — „Die besseren Elemente der Meiischheit zu Gönnern" unserer Sache zu machen, — dazu zu gelangen, ist bereits längere Zeit Sache unseres Nachdenkens, und schon in den nächsten Wochen wird diesbezüglich ein Versuch gemacht werden. Korrespondenz der Administration. Der Empfang folgender Gelder wird dankend bestätigt. Spenden: Herr Dr. C., Berlin: 50 Mk., HerrDr. L. Kohan, Kischineff: 10 Rbl. Abonnements: Herr A. Jmass, Kischineff: 1 Rbl., Löbl. Studentenverein „Anatolica", Riga: 2 Rbl., Herr Zyblikiewicz, Czerueolica: 1 fl., Herr M. Spinner, Bottuschan: 5 Francs, Herr M. Wolff, Magdeburg: 2 Mk., Herr L. Mozkin, Berlin (für 6 diverse Quartal- Abonnements): 6 Mk., Herr H. Groner, Krakau: 1 sl.. Herr I. Mark, Kalusz: 1 fl., Herr A. Nagelberg, Ludwikowska: 1 fl., Herr Dr. E. Tschlenow, Moskau: 4 Rbl., Herr M. Ussischkin und M. Maidansky, beide in Jekaterinoslaw: j e 4 Rbl., Herren I. Stern, A. Salomon, I. Einhoru, A. Zentler L Fils, M. Schiffer, A. Jalkowitz, Bukarest: je 10 Francs, Herren N. Wisner & M. Cohen, sämmtlich in Bukarest: 5 Frcs., Herr A. Wolf, Josefstadt: 2 Mk., Herr M. Moses, Kattowitz: 1 fl., Herr Dr. Sl. Salvendi, Dürkheim: 3 Pt. 50 Pfg., Herr S. Broch, Naklo: 1 fl., Herr S. Topper, Brody: 2 sl., Herr Moritz Vogelfänger, Gliniany: 1 fl., Herr G. Traum, Tarnow: 1 fl., Herr I. M Bardach, Lemberg: 1 fl., Herr Carl Stand, Lemberg: 2 fl., Herr Ch. I. Duenas, Haskowo; 5 Francs, Herr Ch. E. Rosen, Termancsti: 10 Francs, Herr

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