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Selbst-Emancipation · 1892-09-19 · Heft 18 (19.9.1892) · p. Seite 181

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1892
Issue
Heft 18 (19.9.1892)
Date
1892-09-19
Page
Seite 181 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 18. Selbst-Emancipation Seite 181. fahrt durch Galatz hat der dortige Palaestina-Colonisationsverein sich der Emigranten liebevoll angenommen und ihnen mannigfache Dienste geleistet. Druckfehler. In dcr letzten Nummer haben sich mehrere Druckfehler eingeschlichen, die wir hiemit berichtigen: Im Artikel „die Tallisweber von Kolomca" (Seite 167, 1. Spalte) soll es statt „jüdische Denkbarkeit" richtig „jüdische Denkarbeit" heißen. — Im Bortrag „die Heilung des jüdischen Volkes" sind nach den Worten „Warum denn gerade nicht Palästina?" die nicht dorthin gehörigen Worte „entgegengesetzt werden könnten" auszulassen. — In der Correspondenz aus Krakau ist der Name des Herrn Israel Krasucki fehlerhaft Krakucki gedruckt worden. ■ Recenstvnen. Kchibhalh Zion. Eine Sammlung von der Colonisation Palästinas günstigen Aussprüchen dcr Gaonim des gegenwärtigen Zeitalters, herausgegeben von Jakob Stützky. — In dieser Sammlung find 84 Aufsätze und Briefe der hervorragendsten Rabbinen der Jetztzeit enthalten, in welchen diese die Berechtigung des Zionsgedankens aus dem Talmud, Midrasch, den Jalkutim und der übrigen rabbinischen Literatur beweisen. Die Aufsätze athmen Begeisterung für unsere Nation und unser Ahncnland. Wer die Autorität der Rabbinen, welche in der genannten Sammlung zu Worte kommen, kennt, der wird ermessen können, welchen Eindruck ihre Aussprüche auf das orthodoxe Judentum, welches auch an die Dinge von dieser Welt den Massstab der Religion und des Glaubens legt, machen müssen. Unter den Rabbinen, welche hier ihre Stimme für die Palästina-Colonisation abgcbcn. befinden sich solche, welche auch für sie gewirkt haben, so z. B. K. Samuel Mohiliwer aus Bialystock, welcher in Russland und außerhalb desselben Großes geleistet hat. Schibhath Zion wird auch deshalb den hebäischen Leser erfreuen, weil es ihm die. jüdischen Rabbinen, welche man als Mumien anzusehen pflegt, als Männer zeigt, in welchen warmes Leben nnd Empfinden fiir die gegenwärtigen Bedürfnisse ihres Volkes pulsirt. Der Ertrag des Buches ist dem Odessaer „Verein zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" gewidmet. — „Hirg'nlah" von A. Kamcnetzky. Auch dcr Verfasser dieses Buches bringt Belegstellen aus dem alten rabbinischen Schrifttum dafür, dass der Gedanke der Colonisation Palästinas der Beginn der nationalen Erlösung ist. Auch er sucht den orthodoxen Leser in hinreißender Beredtsamkeit von der Wahrheit des Zionismus zu überzeugen. Die Sprache des Verfassers ist eine. reine, seine Gedanken klar, — werthvolle Eigenschaften in den Werken von Rabbinen und Därschäniin.'... 'R. B" Eine nnfevftanbctte Sprache, Literarische Skizze von Fab ins Schach. Berlin 1892. — „Wir haben uns daran gewöhnt, die hebräische Srache als todt zu betrachten nnd sie auf eine Stufe mit der griechischen und lateinischen zu stellen". „Wir" — sind die deutschen Juden. Diesen Irrtum will der Verfasser durch seine Skizze beseitigen — eine löbliche Aufgabe, die er mit Geschick erledigt. Einem russischen Juden wird zwar diese Brochüre unwillkürlich ein Lächeln entlocken, denn ihm wird es seltsam Vorkommen, dass über so allgemein bekannte Erscheinungen, wie hebräische Privat- und Geschäftscorrespondenz „hebräische Buchführung, hebräische Wechsel, hebräische politische Tageszeitungen, hebräische Bücher erst speciell berichtet wird. Er mag lächeln, glücklich, dass er cs darf. Leider ist das Alles der ungeheuren Mehrheit der deutschen Juden so unbekannt, als ob es sich nicht um Hebräisch, sondern um Spanisch handeln würde. Ihre Rabbiner sind ihnen schon Ideale von „Hebräern", diese Ideale können aber zumeist selbst keine 5 Zeilen in richtigem Hebräisch aufs Papier bringen, wissen wohl auch nichts von .der oben geschilderten Entwicklung dcr Sprache; ihnen ist die hebräische Sprache eine Mumie, die sie bloss zu theologischen Zwecken verwenden. Da kommt nun der Autor obiger Brochüre und sagt dem deutschen Judentum sammt seinen Pastoren, was „Neuhebräisch" ist. Es ist „das alte biblische Hebräisch im alten semitischen Geiste mit Verarbeitung neuer Begriffe und Bereicherung neuer Worte für moderne Dinge. Wer ein gutes Neuhebräisch schreibt, der schreibt so, wie ein Jesajah schreiben müsste, wenn er heute lebte und über moderne Dinge schreiben würde." — Wer ein guter Nationaljudc ist, schaffe sich mehrere Excinplare der Brochüre an und verbreite sie, er leistet daniit unserer Sache einen großen Dienst. Das Heftchen ist um 25 kr. bei Hugo Schildberger, Berlin NW, Brücken-Allee 23 zu haben. _Die Ntdifche Unabhängigkeit von I. Jsch-Berlin. Bern 1892. Eine Brochüre von geringem Umfang auf nur neun Lctavseitcn — aber inhaltsvoll. Die theoretische Begründung der Nothwendigkeit eines eigenen Landes für Israel, eine Beschreibung Palästinas, der Hinweis auf die Culturaufgabe Israels in diesem Lande, einige beachtenswerte Anregungen zur praktischen Ausführuug — alles dies ist in knappen, schlichten und gemeinverständlichen Sätzen gegeben. Bedauerlich ist nur, dass die schon bestehende Zionsbewegung fast verschwiegen wird, so dass der uneingeweihte und nicht besonders aufmerksame Leser, glauben kann, dem ganz neuen Vorschläge eines Einzelnen gegenüberzustehen. Sonst . ist, wie gesagt, das Heftchen gelungen; es ist als Agitationsmittel bestens zu empfehlen. Einige Stellen, namentlich am Anfang und Schluffe der Brochüre, müssen durch ihre schön und genau ausgedrückten Wahrheiten auf halbwegs zugängliche Naturen unbedingt Eindruck machen. Das Heftchen ist um 13 kr. (einschließlich Versendung) bei Nydegger und Baumgart in Bern (Schweiz) zu bekommen. ) Eingesendrt. Löbliche Redaction! Da die Nationaljnden in Palästina die Pionniere der realen Seite des Zionsgedankens, das angenehme Fest des zehnjährigen erfolgreichen Kampfes um nationale Ehre und Wohlfahrt feiern, so wäre es vielleicht am Platze, dass ihr ruhmvolles Wirken weiteren Kreisen bekannt werde, und die Wahnvorstellung, dass die Zionsbewegung nur eine Fata morgana sei, ihren Rückhalt verliere. Es wäre nun in dieser Hinsicht ersprießlich, dass sich sämmtliche Colonien im Vereine mit der „Alliance Israöllte universelle" an der Chicagoer Weltausstellung betheiligcn, dort Früchte, Erzeugnisse, Photographien der Wirthschaftsgebäude und Felder und Beschreibungen ausstellen. Es könnte wol auch in geeigneter Weise die hebräische Sprache bei den Ausstellungsobjcctcn verwendet werden. So wäre cs vielleicht doch möglich, das Schweigen der sogenannten „judenliberalen" Blätter zu brechen, wenn andere unparteiische Berichterstatter von den Colonien Erwähnung thun. Ich will nur die Anregung gegeben haben; Ihre Sache ist cs, sie praktisch zu verwerthcn. Czernowitz, September 1892. Mag. David. Uachbernrrkung der Redaktion. Wir bitten sämmtliche der Palästina-Colonisatinn gewogene Zeitschriften, diese hochwichtige Anregung — das Zusammengehen mit der „Alliance Israelite universelle“ halten wir für nebensächlich und nicht leicht zu verwirklichen — weiteren Kreisen bekannt zu machen; namentlich aber ersuchen wir unsere amerikanischen Gesinnungsgenossen als die hiezu Berufensten, sich dieser Sache mit allem Ernste anzunchmen. Gorrespondenz der Hledaclion. Mag. David in Czernowitz. Die Broschüre ist unseres Wissens im Buchhandel nicht mehr erhältlich. Herrn L. R. in London. Es ist keineswegs richtig, dass das zionistische Partei-Organisations-Comite seine Bemühungen aufgegeben hät. Im Gegeiitheile, es ist immerfort an der Arbeit. Nicht Alles eignet sich zur Veröffentlichung. In einer besonders wichtigen Action erwies sich die Cholera als Störerin. Das ist Alles, was wir Ihnen mittheilen können. Herrn I. Calel» in Ptzilippopel. Nicht der ftanzösische Abgeordnete ist Schwiegersohn des Herrn Sz-, sondern dessen Bruder. Beide Brüder sind keine Juden. Herr Adam R. in Uew-Uork. Nach reiflicher Erwägung geben wir Ihnen Recht, dass es besser sei, auf die gemeine Verdächtigung nicht zu reagiren. Allen unfern Freunden sowie dem gesammten jüdischen Volke wünschen wir eine kh’thibliah w’chtimah tobhah. Gorrespondenz der Administration. Der Erhalt folgender Gelder wird dankend bestätigt. Spenden: Herr Salomon Zwillingcr, Baja: 80 kr., Herr M. Ellmann, Ingenieur, Budapest: 5 fl., löbl. Verein „Ahapas Zion" Tarnow: 1 fl-, Herr S. Schwarz, Tarnow: 50 kr., Herr Dr. A. Salz, Tarnow: 20 kr. „ .. Abonnements: Herr P. Ettinger, Nicolajeff: 2 Rbl., Herr Emil Neumann, Neutra: 2 fl., Herren Brüder Münz, Horazdowitz: 2 fl., Herr David Mogilewsky, Görbersdorf: 1 fl., Herr Eisig Grabscheid, Radautz: 1 fl., Herr I. B. Budik, Radautz: 1 fl., Herr Osias Gürtler, Radautz: 2 fl., Herr Ch. Friedmann, Schirwindt: 4Mk., Herr Sina Pelz, Krakau: 1 fl., Herr D. Mandel. Krakau: 4 fl., Herr R. Splitter, Krakau: 2 fl, Herr M. Rosenmann, Zurawno: 2 sl., Herr E. Leißncr, Lemberg: 2 fl., Herr S. Klopper, Karlovo: 10 Frcs-, Herr Tobias Dreh, Strakonitz: 4 fl., Herr A. Baum, Horazdowitz: 2 fl., löbl. Verein „Qgnisko", Tarnow: 2 fl., Herr Dr. A. Salz, Tarnow: 1 fl., Herr S. Lippe, Sloboda: fl. 2.30, Herr G. Seidemann, Podersam: 1 fl-, Herr L. Mandl, Röhrenbach: 5 fl., Herr Karl Pollak, Wien: 1 fl-, Herr L. Deutsch, Warasdin; 2 fl., Herr L. Dittersdorf, Borszczow: 1 fl-, Herr Moses Rottenberg, Bucarest: 5 Frcs., Herr I. Abramsohn, Stettin: 6 Mk. 50 Pf., Herr D. Mader Czernowitz: 2 fl., Herr L. König, Czernowitz: 1 fl-, Herr S. Hellenberg, Czernowitz: 2 fl-, Herr P. L. Trichter, Czernowitz: 1 fl. ' Markenspenden.-Herr S. Goldberg, Eydtkuhnen, HerrN. Pmeles, Wien, Herr X., Berlin, Herr S. Straßburger, Rexingen. Herr Dr. S. Wertheimer, Wien, Rcdaction „Selbst-Emancipation", Wien.

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