Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 4 (23.2.1892)
- Date
- 1892-02-23
- Page
- Seite 50 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3092672-3092717-3092721--0851-3093845- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 50. SÄbst-Emancipativli Nr. 4. Wie uns unsere spagnolischeu Freunde versicherten sind die letzteren Beschuldigungen erlogen, wem: auch zugegeben werden muß, daß man in spagnolischeu Kreisen dem Zuströmen der russischen Juden, welche mau mit den anderen Aschkenasim in einen Topf wirft, nach dem Balkan etwas schroff gegenübcrsteht, weil man von ihr die Verschleppung der Aflimilation und des Judenhaffes besorgt. Im Uebrigcn sei diese Besorgnis nicht größer als die der deutschländischen Juten vor der russisch-jüdischen Einwarderung. Der Verfasser der „Neuzeit-"Correspondenz spricht von „geistiger uud sittlicher Verkommenheit" der spagniolischen Juden, von einer „geistig verkrüppelten und moralisch verkommenen autochtonen spagnolischeu Bevölkerung". Stellen wir diese Aueßernngen neben diejeniger des an anderer Stelle unseres heutigen Blattes abgedruckten Artikels der „Jsr. Wochenschrift" über die russischen uud polnischen Juden, so haben wir ein Bild des Hochmuthds und der Anmaßung, wovon unsere nichtjüdlschen^Affimilauleu erfüllt sind. Man darf es daher nur auf tactische Gründe zurückführen, wenn der Sofiaer Correspondent der „Neuzeit" einen in dem Blatte „La Bulgarie“ veröffentlichten Artikel des nun mehr' zur Demission gezwungenen bulgarischen Oberrabbiners Dr. D a n k o w i tz anführt, worin sich dieser, ein waschechter Affimilant aus der österreichischen Monarchie, auf den Nationaljuden Dr. N ülf in Memel als Gewährsmann über die Arbeitsamkeit der russischen Juden und ihre Lust zum Handwerke beruft. Pcrsonalnachricht. Unser Gcstnmmgsgeiiosse Herr Salomo» Seid i» Podwoloczyska hat sich mit Fräulein Fanny Eha risch ans Brody verlobt. Bezeichnend. Die „Miltheilungen" aus dem „Ve.- ein zur Abwehr des Antisemitismus" in Deutschland müssen nachstehende „Berichtigung" veröffentlichen: Als Verfasser der in Nr. 9 dieser „Mittheilungen" abgedruckten Erklärung der evangelischen G e i ft» lichkeit der Stadt Eisleben constatire ich, daß die von der Redaction dieser Erklärung gegebene Auslegung, als ob sie den „Antisemitismus" als eines evangelischen Christen und insonderheit eines evangelischen Geistlichen unwürdig bezeichne, weder im Sinn noch im Wortlaut derselben einen Anhalt findet. Dieselbe bedauert lediglich, und zwar ausdrücklich im Jnterefle des berechtigten Kampfes für die bedrohten Güter unseres christlichen Volksthmns, die von dem hiesigen deutschen Reformverem beliebte K a m p f e s w e i s e; über den Antisemitismus selbst, gibt sie kein Urtheil ab, am wenigsten macht sie sich zum Richter über die Gewiffen der -evangelischen Christen und Geistlichen, welche antisemitische Bestrebungen unterstützen. E i s l e b e n, den 21. Dezember 1891. Bio. theol. D. H u p f e l d, Pastor und Superintendent a. D. Die „Israelitische Wochenschrift" in Magdeburg ärgert sich natürlich darüber, daß Herr Dr. R ü l s ihr in unserer letzten Nummer heimgeleuchtet hat. „Dr. R ü l f aus Memel, der bekannte Sammler, rast und wüthet, als ob der in Memel und Umgegend so niächtige „Wutki" seine Seele triebe." Diese schönen Worte kommen in einem „Selbstemancipation" überschriebeneu Artikel in der Nummer vom 12. Februar 1892 des genannten Blattes vor. Es ist eine traurige Sache um die Assimilation, wenn sie solche Rohheit erzeugt. Was sonst in dem Artikel steht, ist ebenso rüde und dumm als das Angeführte. Neben der Unanständigkeit und Albernheit spielt aber auch die Verlogenheit in dein Aufsatze eine große Rolle. Es heißt darin wörtlich: „I ü u g st ist uns n u n z u m ersten M a l die Nnmmer eines Blattes z u Gesichte gekommen, das den Namen „Selbstemancipation" führt, sich das Organ der „Jüdisch-Nationalen" nennt und jetzt schon im fünften Jahre erscheint." Wir erklären um die Behauptung, daß die Redaction der „Jsraelisischen Wochenschrift" erst ,.j ü n g st z u m e r st e n M a l" eine Nummer unseres Blattes „zu Gesicht e" bekommen hat, für eine mit einer bestimmten, leicht erkennbaren Absicht ausgesprochene L ü g c. Vielmehr tauschten wir mit der„J srael.Wochens ch r i f t". seit Frühjahr 1890 gegenseitig Exemplare aus; die «Israel. Wochenschrift" hat uns sogar im Sommer 1891 — also auch nicht „jüngst" — citirt. Bei dieser Gelegenheit fand sie auch einige wohlivolleude Worte für uns, auf die wir freilich ebensowenig geben, als auf ihr wüstes Geschimpfe. — Es ist nun constatirt, weffen das Blatt fähig ist, und unsere Leser werden gewiß nicht böse, sein, wenn wir dasselbe fortan als Luft betrachten. In Wolosin tRnßland) wurde die dortige berühmte „Jeschiwah" über behördliche Verfügung geschlossen und den Schülern eine zweitägige Frist zum Verlasse» des Ortes gegeben, widrigenfalls sie per Etappe weggeschickt würden Korrespondenz der Administration. Herrn Dr. A. Salz in Tarnow. Der Empfang von i fl. aus Abonnementsgebühr ab I. Jänner 1882 von Ihnen und von 2 fl. Abonnementsgebühr ab 1. Dezember 1891, von Heren Dr. EliaS Gvldhammer wird dankend bestätigt. Herrn Dr. Leo Kohan in Kischinclv. Der Empfang von je 2 Rubeln Aboiinemeiltsgcbiihren ab I. Oktober 1891 von Ihnen und den Herren Dr. M. Blumenfeld, Dr. Bcrnstein-Koha», Dr. Mucznik und Frcchtmauii wird dankend bestätigt. Der Verein „üldmath Jcschurim" bestätigt dankend den Empfang von 5 Rbl., ebenso der academische Verein „Kadimah" den Erhalt eines gleichen Betrages. Herrn Dr. Jakob Berustein-Kohau -p- Kischincw. Dev Empfang von 2 Rubel als Abonnementsgebühr ab I. April 1892 wird, dankend bestätigt. — Die Karte erhalten Sie demnächst. Herrn Gustav «cidemann in Dcutschbrod. Der Empfang von 2 fl. als Abonnementsgebühr des Herrn Ludvik Lipa ab 1. Februar 1892 wird dankend bestätigt. Frau Franziska Arnstein in Meran. Der Empfang von 2 fl. als Abomicmciitsgebühr ab 15. November 5 891 wird dankend bestätigt. („Das Volk".) Unter diesem Titel begann am 1. Jänner 1882 in K o l o m e a (Galizien) abwechselnd eine hebräische und eine Jargon- Zeitung wöchentlich z» erscheinen. Herausgeber: D. S. S i l b e r b n s ch und L. Taubes. Tendenz: Förderung und Verbreitung der jüdisch-nationalen Idee Inland: Ganzj. fl. 4—, halbj 2.20^ viertelst 1.29 Ausland: Ganz;. Fes. 10, halbj. Fcs. 5.50, viertelst Fes. 3. Die Herausgeber, als bewährte Schriftsteller in den gedachten Sprachen, werden sich bestreben, stets die gediegensten Arbeiten zu liefern und ditten um zahlreiche und rechtzeitige Abonnements-Anmeldungen. Sldresse: Redaction des „Ha-am“ („Das Volk" > Kolomea, Galizien. In Wien finden ein oder zwei Knaben aus anständiger Familie, im Alter von 10 bis 16 Jahren in einem feingeöilöeten züö. Hause volle Verpflegung, eventuell auch Unterricht in den verschiedensten Fächern, namentlich in deutscher Sprache. Angemeffenes Honorar nach Vereinbarung. Ildrcsse in der Redaction. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Natha« Birnbaum, — Druck v. Adof Fanto, Wien, II., Gr. Mohrcngasse 8.