Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 23 (1.12.1891)
- Date
- 1891-12-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Selbst - Emancipation. Nr. P. Seite 8. Gouverneur von Wilna veranlaßt, daß bei den Juden des Städtchens Lhmelnik Hausdurchsuchungen gehalten werden. Das Ergebnis derselben war, daß man mehrere Stück Photographien des Baron Hirsch mit der Aufschrift „Kaiser der Juden" in Beschlag nahm. Gegen die Besitzer solcher Bilder sollte wegen Hochverrathes gerichtlich vorgegangen werden. Die Untersuchung hat jedoch Folgendes festgestellt :'Die bezeichnet«:» Photographien wurden von unbekannter Hand denLeuten ins Haus gestellt, dieselben sind durchaus Wiener Fabrikat und zeigen dieselbe Marke, wie jene Photographien mit dem abgeschlachteten Kinde, welche vor einiger Zeit auf Corfu die traurigsten Judenexzeffe zur Folge hatten. Die bereits verhaftet' gewesenen Juden wurden in Folge des Untersuchungsresultates wieder freigelaffen. (Iie predigt eines Karaiten.) Nach „Israelit und Jeschurun" forderte der Chacham der berühmten Karaitengrmeinde von Dschufut Kaleh in der Krim in einer seiner Predigten während der letztvergangenen hohen Feiertage seine Gemeinde auf, eingedenk zu sein, daß Karaiten und Rabbaniten einen Stammvater haben und sich daher Erstere beeilen sollen, ihren unglücklichen rabbanitischen Brüdern Hilfe und Trost zu bringen. (Die Karaiten sind bekanntlich eine die mündliche Ueberlieferung nicht anerkennende jüdische Seele,' wovon eine kleine Gemeinde in Halicz (Galizien), kleinere Gruppen im Orient, die überwiegende Mehrheit auf der russischen Halbinsel Krim wohnt. Die Beschränkungen, welchen die übrigen ruffischen Juden unterworfen sind, gelten für die Karaiten nicht, welche vielmehr mit der christlichen Bevölkerung gleichgestellt sind.) Literarisches. Moreh derech, b’erez Israel w’suriah. (Wegweiser in Palästina und Syrien) von Abraham Moses 8 u n c z. Jerusalem. 5651. Herr Luncz, der durch sein gründliches Wissen in allen palästinensischen Angelegenheiten bekannt ist, hat auch diesmal ein zeitgemäßes Werk erscheinen lassen. Alle bisher in europäischen Sprachen herausgegebenen Bücher dieser Art behandelten das frühere Palästina und ohne Berücksichtigung der Bedürfnisse der Juden. Anders der Llorsh derech von Luncz, der speciell für die jüdischen Einwanderer berechnet ist und wie wohl er erschien, als die Einwanderung besonders lebhaft war. dennoch auch jetzt für Zionsfreunde großen Werth hat und auch später nicht verlieren wird. Das Buch ist reichhaltig. So findet der Leser in demselben z. B. eine kurze Geschichte Palästinas, die Angabe der Paschahresidenzen, die Aufzählung der Münzen, Maße und Gewichte des Landes, die Preise von Nahrungsmitteln und anderen Bedürfnisien, über das Post- und Telegraphenwesen,' Hinweise auf die Sitten der Araber, gesetzliche Bestimmungen, einen Leitfaden der arabischen Sprache, nützliche Warnungen, Berichte über die neuen Colonien, 'ein Verzeichnis der Straßen, Städte, Berge, Thäler, Höhlen und andere viele werthvolle Mittheilungen. Noreh derech ist in leichtem Hebräisch geschrieben. Der Verfasser verspricht die Herausgabe eines zweiten Bandes, der den ersten ergänzen soll. Es wäre dies nur zu wünschen. „Tal jalduth" von W. Jawitz, Jerusalem. Der leuchtendste Punkt auf dem Gebiete der Zionsidee ‘ ist der kleine Kreis von Gelehrten und Schriftstellern in Jerusalem, welcher unsere alte Volkssprache bereichert und namentlich auf dem bisher unbebauten Felde der nationalen Jugenderziehung arbeitet. In diesem kleinen Kreise ist W. Jaw itz einer der Hervorragendsten. Das jüngste seiner Werke, das Kinderbuch „Tai jaldutli“ unterscheidet sich vortheilhaft von allen hebräischen Schulbüchern, welche in ziemlich großer Menge in den letzten Jahren erschienen sind. Den Stoff hat I a w i tz dem hebräischen Volksgeiste angepaßt, den die jüdischen Kinder als Erbgut überkommen haben. Märchen und Legenden aus Talmud und Midrasch, Aussätze über Palästina und die Liebe zu demselben, Skizzen aus unserer Geschichte, — alles für den Kinderverstand eingerichtet, bilden den Inhalt Die Sprache ist die der ersten Propheten, der Styl einfach und leicht. Speciell die in dem Buche enthaltenen Lieder haben nichts Aehnliches in der hebräischen pädagogischen Literatur. Büchlein, wie „Tal zaickutb" sind der größte Gewinn für unser Volk, und wer den Werth nationaler Jugenderziehung zu würdigen weiß, wird ein Merkchen wie dieses ebenso willkommen heißen als die Errichtung einer großen Colonic. „Admath Jeschurun“. Verein zur Förderung der Colonisation Palästinas, Wien, IX., Müllnergasse 13. Montag, cken 7. vevember 1891, Abends, findet in dieser Saison der erste Geselligkeitsabend des Vereines in Hemfelds Restauration, I., Franz-Josefs-Quai (vis-a-vis der Stefaniebrücke) statt: Programm: Ernste und heitere Vorträge, zum Schluffe Tanz. Eintritt frei. Beginn 8 Uhr. DieMitgliederdesVereineswerden h ö f li L st ersu cht, vollzählig zu erscheinen ufnd Garste, sowohl Damen als Herren, einzu-. Aortfehung des Verzeichnisses der dem Vereine zugewendeten, anläßlich der hohen Feiertage gesammelten Spenden: Vom löblichen Lllujan-Verein Stockerau (Niedervsterreich) 14 fl., von „Tischgesellschaft" Radautz (Bukowina) 2 fl. 50 kr., von der löblichen Cultusgemeiüde Jöchnitz 5 fl. 54 kr., von Herrn Melich Liquornik in Dorna Kandreni (Bukowina) 7 fl. 79 kr., von Herrn Aron Lewin in Lemberg 2 fl. 40 kr. Spenden für den Kond zur Vergrößerung der „Setvst-Kmancipatiou"' Baar: „Tischgesellschaft" Radautz 2 fl.; Bernhard Swoboda in Wien 70 kr.; M. Horn in StaniSlau 5 fl. Zusammen mit dem bereits Ausgewiesenen 115 fl. 48 kr. Briefmarken: Dr. Siegfried Wertheimer, Wien: 2800 inländische und 400 ausländische; Leon König, Czernowitz: 7770 inländische und 2203 ausländische; S. Arnold, Horchawski, Lewin, Silberstein, Spinner, sämmtliche in Lemberg: 1800 inländische und 300 ausländische;' Rebekka Kapralik, Czernowitz: 388 inländische und 248 ausländische; David Mader, Czernowitz: 184 inländische und 125 ausländische; Akademische Vereinigung „Hasmonaca", Czernowitz: 334 inländische und 018. ausländische; H. Reich, Wien: 370 inländische und 30 ausländische; Salomon Schick, Polotzk: 540 ausländische. Zusammen mit dem bereits Ausgewiesenen: 01.856 inländische und 28.704 ausländische Herrn Leon Königin Czernowitz, Ringplatz, erklärt sich in liebenswürdiger Weise bereit, die in dieser Stadt für den Fonds gesammelten Marken zur gemeinsamen Beförderung nach Wien zu übernehmen und erwartet, daß im Interesse eines Portoersparniffcs und leichteren Sammelns auch in anderen Orten seinem Beispiele folgen werden. Sprechsaal. Antwort. Herrn Dr. L. in Magdeburg. Die Colo nie Peki in bei S a'fe d wird von Sefardim (Mestarab) seit uralter Zeit bewohnt. Die Umgangssprache der Bewohner von Pekiin ist arabisch; sie sind so unwissend, daß sie von den Arabern kaum zu unterscheiden sind. A M. in Krakau. Korrespondenz der Aedactron. Herrn A. L. in Lemberg. Beantwortung brieflich. Herrn 8. M. in Wien. Artikel in nächster Nummer. Herrn L. 8. in Dresden. Brief folgt. Herrn 8. M. in Marburg a. d. L Können wir schon an und für sich nicht so langen Berichten in auti- und pliilosomitieis Raum gewähren, so sind wir umsoweniger im Stande, Ihren Artikel aufzunehmen, als auch der Tenor desselben unseren Tendenzen widerspricht. Herrn M. in Brody. In dieser Ausdehnung für unser so' sehr an Raummangel leidendes Blatt nicht geeignet. Als kürzere Correspvndcnz sind wir den wesentlichsten Inhalt Ihres Aufsatzes gerne aufzunehmen bereit- Herrn M. G. in Zloczow. In nächster Nummer. Herrn 8- A — d. in Lemberg. Sie bitten das „Orthodoxe Hilfscomitv für arme vertriebene Juden" in Prcßburg, das am 10. November d. I. unter dem Vorsitze Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Schreiber' tagte und welches bisher 19.261 fl. an Spenden gesammelt hat, sein Augenmerk auf Palästina zu richten. Die von Ihnen für Palästina angeführten' Gründe waren in unserem Blatte schon des Oefteren erörtert, so daß wir sie aus Raummangel nicht wiederholen. Es wäre, wie Sie ganz richtig bemerken, Sache der österreichischen Colonisationsvereine, genanntem Comitö mit Auskünften zu dienen. Löbl. Verein „Zion" in Lemberg. Der Chefredacteur dankt herzlichst für die freundliche Ernennung zum „correspondirendc'n Mitgliede" bei Ihrer Plenarversammlung vom 27. Tischri d. I. und für Ihr ichmeichelhaftes Schreiben. _- __ imlunger JRaun, intelligent, kaufmännisch, gebildet, mit schöner Schrift, sucht als Comptoirist in einem Geschäfte, welches-an Samstagen und isr. Feiertagen gesperrt ist, Anstellung. Auskunft in der Redaction des Blattes. Doelor der Rechte und Verheidiger in, Strafsachen, der in einigen Monaten eine Advokaturskanzlei eröffnet, wünscht sich mit einer zionistisch gesinnten Dame (Mädchen oder Wittwe) mit entsprechendem Vermögen zu verheiraten. Anträge unter „Dr. W." an die Administration dieses Blattes. _A- HXL" („Das Volk"). Unter diesem Titel beginnt am 1. Jauner 1892 in Uolomea (Galizien) abwechselnd eine hebräische und eine Jargon-Zeitung wöchentlich zu erscheinen. Herausgeber: D. S. Silberbusch und £. Taubes. Tendenz: Förderung und Verbreitung derjüdischnationalen Idee. preis: Inland: Ganzj. fl. 4.—. halbj. fl. 2.20. Viertels, fl. 1.20 Ausland: Ganzj. Fcs. io, halbj. Fcs. 5.50, viertelst Fes. 3. Die Herausgeber, als bewährte Schriftsteller in den gedachten Sprachen, werden sich bestreben, stets die gediegensten Arbeiten zu liefern, und bitten um zahlreiche und rechtzeitige Abonnements-Anmeldungen. Adresse: Redaction des „Ha-am“ („Das Volk") Kolomea, Galizien. „Revista Jsraettta" Rumänisch-Israelitisches Organ. Erscheint in B u c a r e st am 1. und 15. jeder Monats in Buchsormat, 32 dis 48 Seiten stark. Abonnementspreis für Ausland ist Frcs. 20 ganzjährig, 10 Frcs. halbjährig und 5 Frcs. vierteljährig. Enthält Artikel bezüglich des Judenthums im Allgemeinen, hauptsächlich betreffs der Inden in Rumänien. Hat auch eigene Correspondenzen von den Colonien in Palästina, Amerika und anderwärts. In Wien finden ein oder zwei Knaven aus anständiger Familie, im Alter von 10 bis 16 Jahren in einem fiemgeföltlefe» jüd. Müsse volle Verpflegung, eventuell auch Unterricht in den verschiedensten Fächern, namentlich jn deutscher Sprache. Angemessenes Honorar nach Vereinbarung. Adresse in der Redaction. man (H a o r). Wer sich über die Zustände des heiligen Landes und die Ereigniffe daselbst richtig informiren will, beziehe das Wochenblatt „Haor“. Dasselbe enthält gute und sachliche Artikel, ausführliche Berichte, namentlich auf den: Gebiete der . Wiederweckung unseres Volkes, also über Colonisation und Wiederbelebung der hebräischen Sprache. Preis: 15 Francs jährlich. Ben Jehuda Redakteur des „Haor“ . Jerusalem. TTi .Ttiö .smoi bsnu?1 psa Wegweiser in Palästina und Syrien. Heransgegeben ljvonj A. M. Luncz in Jerusalem A. preis eines Lxemplares in rothem Prachteinband: 3 Francs oder 1 Rubel. (Wiederverkäufer erhalten Rabatt.) “jVl ,TWa ist für Palästina-Reisende. und solche, welche sich im heiligen Lande ansiedeln wollen, unentbehrlich. Auf 300 Seiten enthält es praktische winke für die Reisende, die Bestimmungen der wichtigsten Gesetze, die genaueste Beschreibung von Land und Leuten, namentlich auch von Jerusalem und den Kolonien. sowie ein Lehrbuch der arabischen Sprache (auf 20 Seiten). Zn bestellen unter der Adresse: A, M. Luncz, Jerusalem (Palästina.) Wegen Kauunnangets ökeiöt diesmal die Kortsehung des Hiomanes „David Alroy" aus. Für die Redaction verantw.: Dr. Nathan Birnbaum. Buchdruckerei Moritz Knöpflmacher, Wien, IL, Obere Donaustraße 63, (Productenhof).