Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 22 (16.11.1891)
- Date
- 1891-11-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. müßte geschaffen werden, an welche die Einzelvcreinc ihre Referate, schicken müßten, und wo , die Vorträge vervielfältigt und an die Einzclvcreine versandt-werden würden. — Ich habe nur die theoretischen Anregung gegeben; möge» sie andere in Praxis übersetzen.**) Elisabethgrad, 10. November 1S91. Zwi. Belletristisches. David Alroy. Von Benjamin -'Israeli, Lord of Beaconsfield. (19. Fortsetzung.) — Soll ich ihn preisen? — „Sagt gar nichts. Was er gcthan hat, that er;m Schmerz, that er alles in Ehren. Sollte er denn Alschiroch schonen?" — Nein, nein! Ich würde ihn selbst erschlagen haben. Braver Junge, er that seine Schuldigkeit, und ich.. . . ich, Mirjam, Dein Oheim, den sic hinter seinen Rücken verspotten und ihn einen Geizhals nennen, blieb zurück in der Stunde der Prüfung? Schonte ich meine Schätze, wenn cs die- Rettung meines Volkes galt? Zog ich mich hinweg von allcr Unruhe und Mühe dieser Zeit? Eine Zeit der Prüfung, meine Mirjam, doch verglichen mit dieser, der Bau des Tempels. — Was ist das für ein Geräusch? Eine Gestalt bewegt sich hinter diesem Gitter. Unser Kerkermeister? Nein, nein, cs ist Calcb. Treues Kind, ich fürchte Du hast zu viel gewagt. — „Ich komme mit Erlaubniß, Herr, und bringe gute Nachricht." -— Er lächelt! Ist» möglich? Sprich, sprich.— „Alroy hat den Harem unser» Gouverneurs, als dieser von Bagdad nach dieser Stadt unter Geleit seiner ausgcwähltestcn Krieger zog, gefangen genommen. Und nun hat er Botschaft gesendet mit dem Anerbieten, ihn siir Euch und die Euer» auszutauschcn. Und Hassan hat geantwortet, daß seine Frauen nur seinem Schwerte ihre Freiheit verdanken sollten. In der Zwischenzeit sind aber der Abgesandte Eueres Reffen und er dahin übcreingekommcn, daß die beiderseitigen Gefangenen mit der . geziemendsten Freundlichkeit behandelt werden sollen. Ihr toerdet daher wieder in Euer» Palast zurückkehrcn können, und eben ertönte die Trompete vor der. großen Moschee, um das ganze Herr gegen Alroy aufzubieten, den Haffan gelobt hat, todt oder lebendig nach Hamadan zu-bringen." - — Der Harem des Gouverneurs! Und von seinen besten Truppen bewacht! Das. ist 'eine große That. Er gedachte unserer. Treuer Sohn! Der Harem des Gouverneurs! Seine besten Truppen! Das ist eine sehr große That. Der Herr ist gewißlich mit ihm. Er hat den Muth seines großen Vaters. Wenn ich mir ihn so denke ... . ein Kind! Ich gab ihm zu essen... Caleb! Kann dies David sein? Aber er schlug Alschiroch; Mirjam! wo ist sie? Würdiger Caleb, sieh doch nach dem Mädchen. Sic liegt am Boden! Todt, völlig todt. Hole Wasser. Es ist nicht völlig rein. . . aber wir werden bald in unscrm Palast sein. Den Harem des Gouverneurs! Ich kann cs noch nicht glauben. So sprenge doch, sprenge! Mehr Waffer! Ich will ihr die Hände reiben. Sic werden wieder warm! Sie schlägt die Augen, aus! Mirjam, köstliche Neuigkeiten, mein Herzblatt! Den Harem des Gouverneurs! :-i- „Da sind wir ja wieder daheim, Caleb! Ich fühle mich wieder ganz jung. Daheim bin ich, aber doch ein Gefangener. Ihr sagtet, daß sich das Heer versammle; es kann ihm nicht gelingen. Glaubst Du, Caleb, daß es ihm gelingen kann? Ich hoffe, er wird lieber sterben. Gefangen möchte ich ihn nicht sehen. Ich fürchte, sie martern ihn. Wir wollen auch sterben; wir wollen alle sterben. Jetzt da ich wieder aus dem Kerker bin, glaube ich, ich könnte sogar mitfechten. Jst's denn wahr, daß er sich mit Räubern verbunden hat?" **) Die Schaffung einer Centrale dürste auf ge-- schliche Schwierigkeiten stoßen. Dagegen ließe. der unstreitig richtige und bcachtungswerthe Gedanke, welcher in der obigen Anregung liegt, sich auch durch gegenseitige Vereinbarungen und lebhafte Correspondenz verwirklichen! Die Redaction. IL c l b st - E IN n II c i p a t i o n. — Ich sprach mit dem Voten und hörte, daß; er zuerst zu einigen Räubern in den Ruinen der Wüste geflüchtet sei. Er habe ihre Bekanntschaft auf seiner 'Pilgerfahrt gemacht. Ihr Anführer soll einer aus nnserem Volke sein. — „Das freut mich. Da kann er mit ihm essen. Ich - . wünschte nicht, daß er Unreines mit den Jsmaeliten esse." . — Herr! unser Volk strömt ihm von allen Seiten zu. Man sagt, Jabastor, der große Cabalist, sei von de» : Bergen gekommen mit zehntausend Mann, und habe sich mit ihm verbunden. — . „Der große Jabastor! Da ist doch wieder einige Hoffnung. Ich kenne Jabastor sehr wohl. Er ist zu weise, um sich zu einem hoffnungslosen Unternehmen zu gesellen. Es ist ein großer Name, ein gewaltiger Geist. Ich habe solche Dinge von diesem Jabastor gehört, daß Du darüber staunen würdest wie Saul über den Geist! Ich bin voll Hoffnung; ich fühle mich gar nicht wie ein Gefangener. Er schlug die Wache des Harems und hat jetzt den großen Jabastor für sich, da schlägt er sie alle." — Der Bote sagte, er habe den Harem bloß -genommen, um seinen Oheim und seine Schwester zu ' befreien. — „Er hat mich stets geliebt: ich habe aber auch : meine Schuldigkeit an ihm gethan. Ja, das habe ich. ' Jabastor! Der Name ist ein wahrer Zauber! Es giebt - Leute in Bagdad, die in der Nacht ausstehen würden, um sich zu Jabastor zu begeben. Ich lvill hoffen, daß David seinem Rathe in allein folgt. Ich wollte, ich hätte seinen Diener gesehen, damit ich ihm auch eine Botschaft senden gekonnt." — Herr! Fürst Alroy bedarf des Raths nicht eben sehr, das kann ich Euch versichern. Man sagt, er führe das Scepter des großen Salomo, das er selbst aus den unbekannten Gräbern von Palästina geholt habe. — (Fortsetzung folgt.) „Admath Jeschurun“. Verein zur Förderung der Colonisatio» Palästinas, Wien, IX., Müllnergaffe l 8. Kortletznug des Verzeichnisses der dem Vereine zugewendete», anläßlich der hohen Feiertage gesammelten Spenden: -Von der löblichen Cultnsgemcinde Jglau (Böhmen) sl. 23.—, von der löbl. Cultusgemeinde Hartmanitz (Böhmen) fl. 13.94, von der löbl.. Cultusgemeinde Mühlbach (Ungarn) durch Herr» Joses Israel fl. 8. , von der löbl. Cultusgemeinde Zurawno zGalizien) durch Herrn M. Rosenmann sl. 4.90, von der löbl. Cultusgemeindc Komarno (Galizien) durch Herrn Leib Ehrenberg fl. 3.67, von Herrn Dr. Blumenfeld in Jaroslau (Galizien) sl. 2. :, von Herrn I. Ewen in Boiyslaw (Galizien) fl. 1.50, durch Herrn Moses Rudich, Cultusvorsteher, Radautz (Bukowina) fl. 10.—. (Von Herrn Elias Auerbach sl. —.50, von Herrn Moses Wundermann sl. —.30, Hauptsynagoge fl. 3.78, Synagoge Rudich fl. 1.17, Synagoge Lesncr fl. 1.78, Cultus- Caffe sl. 2.47.) Den hochherzigen Spendern danken wärmstcns für den Ausschuß: Julius Götzl, Dr. M. T. Schuirer, Dr. O. Kokcsch, Eafficr, Präses. ' Schriftführer. Korrespondenz der Aedaction. Herren 8. M. in Wien und L. 8. in Dresden: Für diese Nummer selbst zur Durchsicht zu spät cingelangt. Ix. in Jaffa. Bitte nur zu senden; wir werde» sehen. Korrespondenz der Administration. Ungenannt nein wollende Dame in Horazdowitz: Bestätigen dankend den Empsang von 3 fl. als Spende zu Zwecken der „Sclbst-Emanciparion." Herrn M. Horn in Stanislau: Bestätigen dankend de» Empfang von 2 sl.- als Fördererbeitrag für den akademische» Verein „Kadimah" in Wien. Herrn Ed. Schwager i» ssarnow: Bestätigen mit Dank den Empsang von 2 sl. als halbjähriger Abonnemcntsgebühr ab 1. Oetvber d. I. v. Ihnen und von 2 sl. als halbjähriger Abonnementsgebiihr vom löbl. Vereine „Ognisko.“ - Ben-Zion imBadautz: Bestätigen dankend den Empfang von 2 sl. als vierteljähriger Pränumerationsgebühren der Herren lulius Auerhach und isak Ausländer ab 1 November dieses Jahres. ' , . Nr. 22. - „Netnsta Israelit«" Nuinänisch-Jsraelitisches Organ. - Erscheint in Buc a r e st --am 1. und 15. seden.' Monats in Buchförmat, .- ' >is 48 Seiten starb. Aboiinementspreis für A» ' >st Frcs. 20 ganzjährig, 10 Frcs.halbjäliri., - (-res. vierteljährig. Enthält Artikel bczügliai Judcnthums im. Allgemeinen, hauptsächlich fö der Juden, in - Rumänien. Hat auch eigene w. rcspondenzen von den Eolonien in Palästina, Amer ka und anderwärts.' Doetor dev Rechte und Verheidiger in Strafsaoen, der in einigen Monaten eine Advokaiurskanzlei eröffnet, wünscht' sich mit einer zionistisch gesinnten Dame (Mäd- - chen oder Wittwe) mit entsprechendem Vermögen' zu verheiraten. Anträge umer „Dr W." an die"' Administration dieses Blattes. Dritte bedeutend vermehrte und verbesserte Auflage der einzig existirenden, großen '' Wliinlllunle von Palästina in hebräischen und deutschen Lettern, mit zahl-: reichen historischen und geographischen Anmerkungen; auch über die neuen jüdischen Colonien. —, Länge 119 Etm., Breite 106 Ctm. — Colorirt. Zum Gebrauche für jede jüdische . Lehe-Anstalt sowie sür's Haus eingerichtet von Markus Löwy, Preßburg. Preis: Unaufgespannt 2 fl. 25 kr. oder 4*/2 Mark,: auf Leinwand gespannt 2 sl. 75 kr. oder 51/2 Mark, : ohne Postporto. Zu beziehen beim Verfasser, Preßburg, i Schloßgrundgasse 18, sowie durch alle Buchhandlungen ' Lehlrrr erhallen cnljprcchtudni Uabatt.; : *mr (H a-o-r). Wer sich über die Zustände des heiligen Landes' und die Ereignisse daselbst richtig informiren will,! beziehe das Wochenblatt „Ha««'“. - Dasselbe enthält gute und sachliche Artikel, aus-., führliche Berichte, namentlich auf dem Gebiete der, Wiederweckung unseres Volkes, also über Colonisatio»' und Wiederbelebung der hebräischen Sprache. ' Preis: 15 Francs jährlich. Sen Jehnda Redacteur des „Haor* : Jerusalem. Ein.junger M»»n, ' - - intelligent, kaufmännisch gebildet, mit schöner ' Schrift, jucht als Comptoirist in einem Geschäfte, ' welches an Samstagen und isr. Feiertagen ge-- sperrt ist, Anstellung. Auskunft in der Redaction des Blattes. ' In Wien finden ein oder zwei Knaven aus anständiger Familie, im Alter von 10 bis 16 Jahren in einem feingebihleten jiitt. Hnujse ■ ■ volle Verpflegung, eventuell auch Unterricht in den verschiedensten Fächern, namentlich iiy deutscher Sprache. ' Angemcffenes Honorar nach Vereinbarung.' . Adresse in der Redaction. ' Ausweis der Spende» für den Iiond zur Mergrößernng der „Selöst-Kmancipation^ in nächster Aummer. Für die Redactioii verantw.: Dr. Nathan Birnbaum.’ Buchdrucker«. Noritz Knäpflmacher, Wien, IL, Obere Donaustraße 63, (Productenhof).