Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 20 (16.10.1891)
- Date
- 1891-10-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Selbst- E m a n ei p ä t i o n. Nr. 20. Nachbemerkung der Ncdaction. Es ist geradezu selbstverständlich, daß wir diese Anregung des gcchrlcn Herrn Einsenders nur willkommen heißen, und wünschen würden, daß sic von berufener Seite beachtet würde. *) Geehrte Ncdaction! Das von der türkischen Negierung erlassene Verbot der Einwanderung russischer Juden in Palästina hat Bestürzung in die Reihen der russischen Zionisten geklügen. Diese ist aber gewiß nicht im Staude, die Fehler gut zu machen, welche von allem Anfänge an in unserer Sache gemacht wurden. Meiner Meinung nach haben nämlich solche von allem Anbeginn an gemachte Fehler zu der heutigen Verwirrung geführt. Unsere Führer vergaßen, daß ein Volk, welches nicht mehr auf seinem Boden sich befindet, nicht im Nu die Vaterlandsliebe erringen könne, welche auf ihrem heimischen Boden wohnende Völker beim geringsten Anlaß bethätigcn. Sic rechneten nicht mit den Thatsachen oder suchten denselben durch Colonisationsarbcit zuvorzukoinmcn. Sic wollten zwei Fliegen mit einem Schlage tödten, indem sic zugleich propagirten und colonisirtcn. Bis aber nicht ein neues Geschlecht in glühender Begeisterung für die zionistische Idee hcrangebildct sein wird — und das anzustreben wäre Hauptsache gewesen und ist es noch — kann nichts erreicht werden, und kann der kleinste Mißerfolg, das kleinste Hinderniß nur Entmuthigung und feige Schwäche, wie eben jetzt, Hervorrufen. Erst müssen wir eine Generation haben, welche für unsere Sache zu leiden bereit ist, wie unsere Väter für den Glauben, welche heiter lächelnd allen Hindernissen entgegengcht, — dann haben wir gewonnenes Spiel. Daher müssen vorläufig alle unsere Kräfte und Mittel nur der Propaganda geweiht sein. Sic sind noch nicht so groß, um getheilt zu werden. Das wU ich unseren leitenden Zionisten zu bedenken geben. Hochachtend Zwi. Elisabethgrad, 29. September 1891. Nachbemerkung der Redaction. Der geehrte Einsender berührt da eine sehr wichtige Frage, die nicht nur für Rußland besteht, und die innerhalb der Zionisten zwei Lager gebildet hat. Der Streit dreht sich um die zu wählende Taktik. Wie so oft, dürfte auch hier die Wahrheit in der Mitte liegen, weun auch etwas näher zur Meinung des Einsenders.-Wir wollen in einem eigenen Artikel auf diese Frage zurückkommen. ' *) Au8 dem Russischen übersetzt. Correspondeuz der Redaktion. Der Herausgeber und der Chefredakteur des Blattes danke« hcrzlichst für die ihnen zugekommenen NeujahrsgratulatioNcn und erwidern dieselben. —in Magdeburg. Briefliche Antwort folgt. Correspondeuz der Administration. Herrn I. H.Chischin in Moskau. Der Empfang von 4 Rubel als Jahresabonnement und 6 Rubel Spende für das Blatt wird dankend bestätigt. Herrn Dr. Sigmund Strach in Austerlitz. Der „Verein AdmathJcschnrun" bestätigt Ihnen dankend den Empfang deS BettageS von 20 fl. an von Ihnen gesammelten Spenden. Herrn Dr. jur. E. Ehrlich in Wien. Der Verein „AdmathJcschnrun" bestätigt Ihnen dankend den Empfang des Betrages von 1 fl. Herrn I. Willhcimer in Sofia. Der Empfang von 5 Francs als halbjährige Abonncmcntsgebühr ab 1. Octobcr d. I. von Ihnen und von 5 Francs als halbjährige Abonnemcntsgcbühr ab 1. Juli d. I. wird dankend bestätigt. Fortsetzung des Verzeichnisses der Spenden für de» „Fond zur Vergrößerung der Selbst-Emancipation in nächster Nummer. Lin junger Mann, intelligent, kaufmännisch gebildet, mit schöner Schrift, sucht als.Comptoirist in einem Geschäfte, melches an Samstagen und isr. Feiertagen gesperrt ist, Anstellung. Auskunft in der Redaction des Blattes. Mi Wien finden ein oder zwei Knaben aus anständiger Familie, im Alter von 10 bis 16 Jahren in einem feingebildeten jüd. Hause volle Verpflegung, eventuell auch Unterricht in den verschiedensten Fächern, namentlich in deutscherSprache. Angemessenes Honorar nach Vereinbarung. Adresse in der Redaction. 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