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Selbst-Emancipation · 1891-09-18 · Heft 18 (18.9.1891) · p. Seite 8

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1891
Issue
Heft 18 (18.9.1891)
Date
1891-09-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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(Selb ft *(£ mancipatio it. Nr. 18 an, warum Palästina das gelobte Land „nicht ist"; dem gegenüber dürfte es am Platze sein, darzulcgcn, warum nach der Meinung so Vieler, die ebenfalls das Pro und Contra reiflich erwogen haben, der Loden Canaans, das gelobte Land „ja ist"! Viele Jahrhunderte, bevor noch ein Lichtstrahl irgend welcher Civilisätion ins Abendland gedrungen war, in jenen finsteren barbarischen Zeiten, wo die Ahnen der jetzt lebenden Cullnrvölkcr nackt und in den Wäldern umherliefen, oder auf den Steppen Centralasiens eine primitive Schweinezucht betrieben, ertönte schon von den Lippen unserer Priester und Leviten im Tempel des einig-einzigen unveränderlichen Gottes auf Moria der noch heute ergreifende Schwanengcfang: „Ich will nicht sterben!" Auf dem Felsen, im westlichen Raume jenes Heiligthurnes, stand die Bundeslade, die jene Docmnente enthielt, denen die Welt die Fundamente aller Gesittung verdankt.. Dort ans der Terrafie, vor dem Tempel, standen Jesajas und Micha, das Volk belehrend und warnend, und hielten jene Reden, die in noch jetzt unerreichter Weise die letzten Ziele der Erziehung des Menschengeschlechtes darlegen. Und das ganze Land war heilig, ein Eigenthum des Allvaters; — der Fremde, der anderwärts bedrückt wurde, und der Sclave, der seinem Herrn entfloh, durfte es als ein „Freiland", als seine Heimat betrachten. Darf es demnach befremden, wenn die von den bösen Elementen der Völker, in ihren heiligsten Gefühlen so schwer verletzten Nachkommen Israels, nach „jenem Boden", den ihre Vorfahren anderthalb Jahrtausende hindurch bearbeitet und mit ihrem Blute gedüngt, noch heute Sehnsucht verspüren? Wir halten uns an das Testament des Propheten Jeremias: Jeder, liebt sein Vaterland, wo seine Wiege stand, und ehrt die Stätten, wo seine Vorfahren .im Staube ruhen, über Alles. — Es fällt uns nicht ein, Palästina für unsere eigentliche Heimat zu halten; doch es ist und bleibt unser Mutterland, dem sich unsere Herzen voll Andacht zuwenden, weil daselbst die Propheten, Weisen und Heroen . Israels gewandelt. Wenn der seines. Vaterlandes beraubte, russische und rumänische Jude vor Allem ans „Mutterland" denkt, ist das nur ganz natürlich. Sie mögen nur nach Palästina wandern, die „Heimatslosen", die der böse Wille eines Einzelnen oder eines Parlamentes in die Fremde gejagt, so viele, als ihrer dort Raum und Fortkommen finden können! Die Ideale, die ihre Schritte nach jenem heiligen Boden lenken, sind geeignet, aus ihnen dort moralisch tüchtige, unserem Volke und aller Welt nützliche Menschen zu machen. Für das „Gros" der jüdischen Auswanderer bleibt allerdings, als das „kleinste Hebel", das Zusammenwohnen mit den Nachkommen der willigen Henkersknechte der Juquisitton, der nackte Kampf ums Dasein in Argenttnien. L. Mandl. Röhrenbach, 12. September 1891. Spenden für den Fond zur Vergrößerung der „.Selvst-Lmaurtpstton": Zur Ettnnerung an Magdeburg von L. M.: 5 Mk. 2fl. 84 fr.j Magdeburg: 2 Mk. 50 Pf. 1 fl. 42 kr., 'Ingenieur M. Ussischkin/ Moskau, (Jahresbeitrag): 3 Rbl. - 3 fl. 75.fr., M. Resek, Pilsen: 50 kr., Frl. Anna Klein, Tarnow: 1 fl:,- durch-Gregoire Bielkowsky, Rechtsanwaltsgehilfe, Odessa, von ihm selbst! 3 3161. 3 p. 75 kr. v: Abraham Submarin, Odessa; 1 Rbl. — 1 fl. 25 kr. v. Cäeilie Lew, Lehrerin, Odessa: 1 Rbl. ---1 fl. 25 kr.,-v. Clara Heller, Lehrerin,Odeffa: 1 Rbl. — 1 fl. 25 kr., v. Dr. med. Wladimir Maymann, Tatarbunarh (Bessarabien): 2 Rbl. — 2 fl.50 kr. Nathan Schönreld, Stryj: 653 inländ. u. 22 ausländ. Frau Gurland, Wilna: 240 auöländ, Dr. Siegfried Wertheimer, Wien: 200 inländ., v. S. Wulfsohn, Riga: 51 inländ. und 1030 ausländ., Student. MarkensammlungseomitLHorazdowitz: 5180 inländ. u. 220 ausländ., M. Friedmann, Horazdowitz: 1300 inländ. u 160 ansl., durch Dr A. Salz, Tarnow, von ihm selbst: 533 inländ. und 111 ausländ., v. Firma D. Klein: 400 inländ., v, Frl. Melanie Schützer: 500 inländ. und 400 ausländ., v. Eduard Schwager: 330 inländ., v. Drd. Sigmund Bromberg: 500 inländ., v. Drd. H. Rettinger: 500 inländ., durch Drd. Josef Traum, Tarnow, von 9t. Traum: 780 inländ. und 150 ausländ., v. S. Rottenberg: 35 inländ.. v. I Sprung, 35 inländ und 30 ausländ., v. I. Sommer: 89 inländ. und 6 ausländ., v. Manasche & Lubasch: 85 inländ. und 25 ausländ., v. M. D. Schiff: 120 inländ., v. Mann & Diener: 54 inländ. und 70 ausländ., v. Gräfenberger Curgästen: 120 inländ. und 110 ausländ.*), v. Frl. Natalie Pollak, Men: 1380 inländ. und 115 ausländ., Anna: 1380 inländ. und 20 ausländ., Jacob Kraus, Strakonitz: 1700 inländ., durch Mchard. Götzl, Wien, von ihm: 200 inländ. und 100 ausländ., v. Rudolf Löwenstamm: 6200 inländ. und 300 ausländ.. Briefmarken. — Zusammen mit dem bereits Ausgewiescncn: 91 fl. 91 kr. u. 41,015 inländ., sowie 18,935 ausländ. Briefmarken. . *) Darunter 60 inländ. und 50 ausländ. Marken, welche im Ausweise der Nummer 15. d. Jahrg., durch Druckfehler ausgelassen sind. Da sie aber schon dort bei der Summirung berücksichtigt erscheinen, so entfällt hier ihre Zurechnung. ' (Druckfehler - Berichtigung.) Im Artikel „Der internationale Arbeitercongreß in Brüssel" in der vor. Nummer soll es statt „Mandataren" richtig „Mandatgebern" heißen. Wichtig für jeden 3uden. „Wohinaus?" Mahnwort an die westeuropäischen Juden von Paul Dimidotv (Pseudonym) mit Vorwort von G e o r g Is a a c in Charlottenburg. Verlag von Rudolf Jsaac in Charlottcnburg. Preis: 1 Mark. „Wo hinaus?" ist ein Weckruf an die immer noch im tiefen Schlaf versunkenen Juden, welcher sie zu frischer Thätigkcit an dem großen von unseren Glaubensgenossen in Rußland cingeleiteten Colonisationswerk mahnen soll. „Wo hinaus?" fordert die Juden zu einer materiellen Reform auf. Es fordert sie auf, den so schmerzlich im Judenthum vermißten vierten Stand zu schaffen und in einem, auf palästinensischem Boden großgezogencn zahlreichen Bauernstände dem undefinirbaren Begriff „Judenthum" in Palästina eine materielle Unterlage zu geben. „Wo hinaus?" ist ein Compcndium für die Zionsfrcunde und ein Wegweiser für alle Diejenigen, welche sich über die Palästinabewegung eingehend unterrichten wollen. Eine Karte P a l ä st i n a s mit den bis jetzt daselbst errichteten 24 jüdischen Colonien ist eine werthvolle Zugabe zu dem Buche/auf welche alle Juden besonders aufmerksam gemacht werden. In Druck ist soeben erschienen und durch bllc Musikalienhandlungen zu beziehen: - „Dort, wo die Ceder . . ." Lied für eine Singstimme mit Pianofortc-Begleitung, : componirt von Berthold W. Conti (der wahrhaft hinreißende Text ist von Dr. I. Feld) P r e i s: 1 M a r k 50 Pfg. Das Lied ist in seiner Art h e rv o r r a g cn d, s ch ö » und w i r k u n g s v o l l und erregt in Folge der schwungvollen, sympathischen, dem packenden Text genau an gepaßten Melodie überall b e r e ch t i g t e s A u f s e h e n. In einem Thcile unserer Auflage ist über der Correspondcnz „S ch a b a tz" irrthümlich statt Serbien Bulgarien gesetzt worden. Der Kalender „Jordan" erscheint erst am 2». d. Mts. Wohin mit den russischen Juden? Von Dr. jur. M. J: Bodcnheimer. Preis 50 Pfg. 12 Stück 5 Mark. 25 Stück 10 Mark. Diese in unserem Verlage erschienene Brchüre behandelt in eingehender Weise obige Frage und beantwortet dieselbe in sachlicher, aber trotzdem interessanter Weise. Der Reinertrag soll zum Besten der russischen Juden verwendet werden. Bestellungen nimmt die Expedition der Menorah entgegen. W^xsttA« Verlag der Menorah. ".pm, „3 orda n // Jüdischer Dolkskalender für das Jahr 5652. Herausgcgeben von „Admath Jeschurun", Vereine zur Förderung der Colonisaüon Palästinas und rcdigirt von; Dr. Nathan Birnbaum, Chefredakteur der „Sclbst-Emancipation". Inhalt: Genaues und übersichtliches Calendarinm, GeschäftSnotizcn, Artikel nationalpolitischen und wirthschaftlichen Inhaltes, Bclletristtsches in Prosa und Poesie u.s.w. sowie Inserate. Preis: 30 Kr. S/W. 100 Stück: 25 fl. i*. SB». (Mehrzahlungen im Interesse der guten Sache werden dankend quittirt.) Adresse: Zeitschrift „Selbst-Euiancipation" für die Redactton des Kalenders „Jordan"; Wien, 2. Bez. Malzgaffe 4. ' Bon demselben Cojnponisten erscheint: Makkabäer-Lied Anfang: „Wisst Ihr, woher die Einheit stammt?" (Text von Dr. N. Birnbaum.) Lied für eine Singstimme mit Pianofortc-Begleitung. Preis: 1 Mark 50 Pfg. Dieses Lied findet in den bcthciligten Kreisen den wohlverdienten reichen Beifall. Musikalienhandlung Siegel L Schimmel, Berlin, C., Königsstraße 41. (Das ziveite Lied ist auch beim Componistcn selbst, Berthold W. Conti, Berlin, '9t. O., Kleine Frankfurterstraßc 22, erhältlich.) , Zwei Knaben im Alter von 13 und 15 Jahren, der deutschen, ungarischen und rumänischen Sprache mächtig, aus hochanständigem Hause, kräftig, sucht man als Praktikanten oder Lehrling unterzubringen. Volksbibliothek des Vereines „Zion" Nr. 2 und 3: „Der Wecker" Preis 12 Kreuzer. Nr. 1 der „Volksbibliothek" unter dem Titel „Der Kanczug" ist noch in wenigen Exemplaren int Vereine „Zion" zum Preise von 10 Kreuzern vorräthig. Bestellungen, welchen eine 5-Kreuzer-Briefmarke als Porto beiznlegen ist, find zti richten: Verein „Zion" Lemberg, Kosciuszkogasse Nr. 5. Henriette Klanz Hermann Bahn Verlobte. Wien Wien. Für die Redaetion verantw.: Dr. Nathan Birnbaum Äuchdruckerei Schloßberg, Wie», N., Stephaniestr. 2

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