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Selbst-Emancipation · 1891-09-02 · Heft 17 (2.9.1891) · p. Seite 8

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1891
Issue
Heft 17 (2.9.1891)
Date
1891-09-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Selbstti a n ei p a 11 o n. Dr. Nathan Birnbaum und Dr. Siegfried Wertheimer gewählt werden. 3. ) ES wird eine Agitationsbrochure unmittelbar nach dem Kalender herausgegeben, welche Beschreibungen der Colonien und sonstiges WissenswcrtheS enthalten und gratis zur Versendung gelangen "wird. '• 4. Einige Unterstützungen werden vottrt. "Spenden. Durch das „N- W.Tgbl." 1 fl. und 2 fl. — Von Herrn Gustav Beck, Pilsen, Mitgliedsbeitrag: 4 fl. Spenden für den Fond zur Vergrößerung der „Selbfl-Lmancipsrion": „Ein kleines Opfer für. ein großes Werk" in Sofia; 5 Fr. ---.fl. 2.35.; N. M, Odessa: 12 fl.; M. Friedmann, Horazdowitz: 700 inländ. und 100 ausländ.; Drd. L. Mansch. I. Nelken. A. Lewin, I. Renzer, S. Arnold u.' m. A., Lemberg: 1622 inländ und 210 ausländ,; Sina Pelz, Krakau: 84 inländ. und 66 auSländ.; S. Seidncr, Czeruowltz: 90 inländ, und 76 ausländ.; Simon Schapira, Rädautz: 120 inländ, und 40 auSländ.; Sara Wilner, Turn-Severin: 300 inl. und 400 au8l>; Sig. Wassermann, Turn-Severin: 400 inländ. und 220 ausländ.; Carl Stand, Lemberg: 760 inländ.; Gustav Beck, Pilsen: 2700 inländ.; I. Sammlung dc8 „russischjüdischen wissenschaftlichen Vereines" in Berlin: 245 inländ. und 10.035 ausländ, (wovon I. Sammlung Magdeburg: 300 und von Frl. Jda Mayer und Hans Michaelis: 1000);'Gustav Kohn, Gymnafiast, Travnik: 750 inländ. und 50 ausländ.;, Richard Götzl, Wen: ISO inländ. und 56 ausländ.; Robert Frankfurter, Wien: 50 inländ. und 10 ausländ.; Oscar Löwenstamm, Wen: 500 inländ. und 100 ausländ.; Bernhard Bauer, Wen: 26 inländ. und 10 auSländ.; Salo Goldblatt, Wien: 65 ausländ. Briefmarken. — Zusammen mit den bereits AuSgetvirsenen: 72 fl. 40 kr. und 19,932 inländ., sowie 15.736 auSländ. Briefmarken. . Correfpondeuz der Riedaetion. Chowew s’fath amo in Czeroowitz. Hebräische ConversaüonSbücher gibt es schon längst in Rußland, doch entsprechen dieselben nicht den Anforderungen, welche man an ein solches Buch zu stellen berechtigt ist. Der Verein „Safah berurah" in Jerusalem, sowie die namen- und tendcnzgleichen Vereine in , Rußland tragen sich mit der Abfickt, solche Bücher heraüszugeben (s. Rrl 11 des Jahrganges 1890 der „S.-E."). Die hebxäischen Zeitungen, enthalten interessante Abhandlungen über Wörterbildüngen und Spracherweiterung.' .. Correfpondeuz der Administration. Auf mehrere Anfragen. Marken werdea am besten als. «Muster ohne Werth" eingesandt. Herrn Gustav Beck in Pilse«. DaS Kalender- Comite bestätigt dankend den Empfang von fl. 3 30 als Subscriptionsbetrag für 11 Exemplare. — Der Vereiu „Admath Jeschurun" wird wahrscheinlich solche Münzen beziehen., , > . Herrn Jacob KorkiS in Lemberg. Der Empfang von je 1 fl, als vierteljähriger Abonnementsgebühr von Ihnen und derHerren Dr. I. Auerbach, Dr. Max Sprecher und D. H. Tieger für das s. Quartal 1891 wird daukend bestätigt. Herrn I. D. Flore in Sofia. Der Erhalt von 5 Francs als Abonnement für das 2. Semester 1891 wird dankend bestätigt, Herrn Moses Roseumau« in Zurawuo. 1 fl. AbonnementSgrbühr erhalten zu haben, wird dankend bestätigt. Herrn I. Willheimer in Sofia. Der Empfang von je 5 Francs als Halbjahr. AbonnementSgebühr ab 1. Sept. 1891 für die Herren H. Sonnenschein und Sab. Tagger wird dankend bestätigt. — Ebenso 7 Fr. als Subscriptiönsbeträg für '10 Kalcnde'rcxemplare.: Herrn Dr. Emil Blumeufcld in Jaroslau und Herrn Carl Stauden Lemberg. Der Empfang von je fl. 1.20 für 4 Kalendcrexemplare wird dankend bestätigt. -r - Herrn M. Friedmann in Horazdowitz. Der Empfang von fl. 26.45 für 40 Kalenderexemplare wird dankend bestätigt. Danksagung. 'Dem Herrn kaiserlichen Rathe, Dr. med. Siegmund Lindner in Wien, II., Praterstraße Nr. 39/ spreche ich hier für die liebevolle Behandlung, deren Ässolg eine völlige Behebung meines Augenleidens war, den wärmsten Dank aus. , H. L. Teller,- : . Lehrer des Hebräischen an der Baron . Hirsch'schen Schule in Boryslaw. Gesinnungsgenossen! Tretet dem „Admath Jeschurun", verein zur Förderung der Tolomsation Palästinas Wien, IX., Müllnergaffe 13 zahlreich bei. Belletristisches. David Alroy. Von Beujamin d'Jsraeli, > Lord of Beaconsfi eld. (16. Fortsetzung.) „Gelehrter Zimri," fuhr der Afrikaner fort; „es steht in der Gemara; daß es einen Jüngling in Jerusalem gab, der in Liebe gerieth zu einer schönen Jungfrau, sie aber verhöhnte ihn. Und der Jüngling war so ergriffen von dieser Leidenschaft, daß er nicht sprechen konnte; wenn er aberder Jungfrau ansichtig ward, blickte er flehend auf sic und sie verlachte ihn. Eines Tages mm begab sich der Jüngling, da er nicht mehr wußte, was er beginnen sollte,-in die Wüste; und gegen die Nachtzeit hing er wieder nach Hause, die Thore der Stadt'aber-waren verschlossen. Und er stieg hinab in das Thal Josaphat und trat in das Grabmal Absalons und schlief darin.- Und er träumte einen Traum, und am folgenden Morgen ging er voll Heiterkeit in die Stadt. Und die Jungfrau begegnete ihm und fragte ihn: Bist Dü das, der so lacht? Und er antwortete: Gestern war ich traurig und in Verzweiflung, und ging aus der Stadt in die Wüste, und kehrte zurück, aber die Thore der Stadt waren geschlossen, und ich stieg hinab in das Thal Josaphat und trat in das Grabmal Absalon's und schlief darin, und träumte einen Traum, und seitdcni habe ich immer, gelacht. Und die Jungfrau sagte: erzähle mir Deinen Traum. Und er antwortete und sagte: ich werde meinen Traum bloß meinem Weibe erzählen, denn er betrifft ihre Ehre. Und die Jungfrau ward neugierig und sagte: ich bin Dein Weib, erzähle mir Deinen' Traum. Und sogleich gingen sie, und wurden verheirathet, und lachten seitdem stets alle Beide. Nun, hochgeehrter Zimri, was soll diese Erzählung bedeuten, — ein bloßer Scherz scheinbar für einen Meister des Gesetzes, — aber sie ward geschrieben von dem größten Gelehrten der Gefangenschaft?" — Das übersteigt meine Begriffe. — antwortete der oberste Rabbi. : , Rabbi Eliezcr schwieg. Die Versammlung murrte. „So höre dann jetzt die Auslegung," sagte der Afrikaner. „Der Jüngling ist unser Volk, und die Jungfrau ist unser verlornes Zion, und das Grabmal Absalons beweist, daß die Rettung allein kommen kann vom Hause Davids. Hörst Du dies, junger Mann?" fuhr der Afrikaner fort, trat vor und. legte seine Hand auf Alroy. „Ich spreche zu Dir, weil ich tiefe Aufmerksamkeit in Deinem Benehmen beobachtet Habel" . Der „Fürst der Gefangenschaft" war betroffen und warf einen Blick in das schwarzbraune Gesicht vor ihm; aber der Blick, las nichts. Der obere Theil des Gesichts des Afrikaners war halb durch dichtes Kraushaar verhüllt und der untere durch seine sonderbaren Gewänder. Ein glühendes Auge war das einzige Charakteristische, das wie ein Blitz aus einer finstern Wolke hervortrat. - „Ist meine Aufmerksamkeit der einzige Grund, weshalb Ihr Euch an mich wendet?" fragte Alroy. — Wer gibt gern alle seine Gründe an? — entgegncte der Afrikaner mit, lachendem Spott. ■ „Ich mag sie auch uicht wissen. So viel nur, Fremdling, daß ich, was Ihr auch nur immer damit meinen mögt, es doch begreifen kann." — Sehr wohl! Hochgelehrter Zimri: ist dies Dein Schüler? Dann wünsche ich Dir Gluck. Ich mag ihn wohl dem hoffnungsvollen Eliezer gleich stellen. — Mit diesen Worten schritt der lange Airikancr aus dem Gemache. Mroy würde ihm, auf der Stelle nachgceilt sein, um weiter und ohne Zeugen mir ihm zu sprechen, aber es verflossen bei den höflichen Aufmerksamkeiten Zimri's gegen ihn einige Minuten, ehe er sortkonntc, und dann sah er sich nach dem Fremden vergebens um. Er fragte nun die Versammlung über ihn aus, aber Niemand kannte den Afrikaner. Er war Keines unter ihnen Gast, Keines Schuldner, und Niemand hatte ihn allem Anscheine nach vorher jemals gesehen.-•• Die Trompete erscholl schon zum Thorschluffe, als Alroy aus dem Thore von Zion trat. Die Versuchung war zu unwiderstehlich. So eilte er denn mehr als hundert Schritte weit fort, ohne rückwärts zu sehen, und als er dies that, bemerkte er zu seiner Freude, daß er in dieser Nacht nicht wieder zurückkönne. Die Sonne war untergcgangen, aber der Oelberg war noch beschienen von ihren letzten Sttahlcn, das Thal Josaphat dagegen lag im tiefsten Schatten zu seinen Füßen. Eine Zeit lang wandelte er in den Bergen umher, betrachtete Jerusalem von hnndert verschiedenen Punkten aus, und schante auf die einzelnen Planeten und ganzen Sternbilder, die nach und nach in helleres Licht oder über den Horizont traten.' Endlich stieg er etwas erschöpft in da8 Thal hinab. Der schmale Bach Siloa sah wie ein Silberfaden aus, der sich im Mondlichte dahin loand. Einige heimathlose Arme schliefen unter dem Gewölbe seiner Quelle. Verschiedene einzelne Grabmäler von beträchtlichem Umfange erhoben sich am Fuße des OelbergeS. (Fortsetzung folgt.) Wohin mit den russischen Juden? 25on Dr. jur. M. J. Bodenheimer. Preis »0 Pfg. 12 Stück 5 Mark. 28 Stück/« Mark. Diese in unserem Verlage erschienene Brchüre behandelt in eingehender Weise obige Frage und beantwortet dieselbe in sachlicher, aber trotzdem interessanter Weise. Der Reinertrag soll zum Besten der russischen Juden verwendet werden. Bestellungen nimmt die Expedition der Meuorah entgegen. älftCcS Verlag der Menorah. "♦pm, „Der Jordan" JüdischerVolkskalender für das Jahr 8652. Hcrausgegeben von „Admath Jeschurun", Vereine zur Förderung der Colonisaüon Palästinas und redigirt von Dr. Nathan Birnbaum, Chcfredacteur der „Selbst-Emancipation". Inhalt: Genaues und übersichtliches Calendarium, Gcschäftsnotizen, Artikel nationalpolitischcn und wirthschnftlichcn Inhaltes, Belletristisches in Prosa und Poesie u.s.w. sowie Inserate. Preis: »« Kr. ö. W. lv« Stück: 25 fl. ö. W. (Mehrzahlungen im Interesse der guten Sache werden dankend quittirt.) . Annoncen, welche bei der großen localen Verbreitung der zionistischen Partei viel Aussicht auf Ersolg haben, werden billig berechnet. Erscheint Mitte September. Adresse: Zeitschrift „Selbst-Elnancipation" für die Redaction des Kalenders „Der Jordan"; Wien, 2. Bez. Malzgaffe 4. Ei« oder zwei Knaben __ im Alter von 13 bis 17 Jahren in Pension zu nehmen, wünscht einanständiges Haus. Adresse in der Administration, d. Bl. Für die Redaction verantw.: Dr. Nathan Birnbaum Buchdruckerei Schloßberg» Wien, II., Stephanies«. 2

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