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Selbst-Emancipation · 1891-08-03 · Heft 15 (3.8.1891) · p. Seite 8

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1891
Issue
Heft 15 (3.8.1891)
Date
1891-08-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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S el b st - E m a n c i p a t i o n. Nr. 15 Die utopischen Details des jüdischen ZukunftS- StaatcS erinnern vielfach an uiangelhafte moderne Institute, der allgemeine Zuschnitt ist ein rein bureaukratischer. Wir haben zu wenig Raum, um näher auf Alles im obigen Werke Angeführte und Angcdeutete cinzugehen jedenfalls enthält es viele lobenswerte Regulativen des Familienlebens und practische Ansätze zur Lösung der für einen jeden Zukunfts-Staat so wichtigen Agrarfrage. Es ist mft seltenem Optimismus geschrieben. Die Voreingenommenheit für eine Besiedelung der amerikanischen Pampas ist, wie leider auch bei vielen Anderen, auf den Mangel jedweden Verständnisses für das h i st o r i s ch e und g e i st i g e I u d e n t hu m zurückzufühen. Sprndrn für den Fond zur Vergrößerung der „Selvst-Lmanciparion" : Durch Herrn; Ingenieur- Michael Ellmann in Tulcea (Rumänien): 36 Francs — 26*46 fl. als Ergebnis; einer Sammlung, woran sich bethciligten die Herren Daniel Ellmann, Weinberg, Jacob Weiß, Abr. Bergmann, Julius Grad m Babadagh mit je 5, I. M. Steinfcld, I. Rabinovici mit je 3, CH. Goldstcin, Josef Lcibovici mit je 2 und I. Blumenfeld mit 1 Franc: Dr. I. Wcrtheimer, Jamnitz 1 fl.; „Ruffisch-jüd.'wiffenschaftl. Verein", Berlin, unter dem Motto „Zur Nachahmung empfohlen": 50 Mark — fl. 28.95; Leopold Liebster, Wien: 28 inländ. und 222' ausländ.; Jacob Kraus, Strakonitz: 3900 inländ.; M. A. Landau, Butschowitz: 375 inländ. und 135 ausländ.; Samson Reich, Wien: 1100 inländ.; Fräul. Natalie Pollak, Wien 46 inländ. und 37 ausländ. Briefmarken. — Zusammen mit dem bereits AuSgetviesenen: 56 fl. 41 kr. und 6831 inländ. sowie 1685 ausländ. Briefmarken. „Admach Mschurun", Verein zur Förderung der Colonisation Palästinas, Wien, IX., Müllncrgassc 13. Weiterer Spendenausweis: Leseverein „Zukunft", Czernowitz 10 fl. Die isr. Cultusgemeinde T r aut man ist für drei Jahre mft einem Jahresbeitrag von 10 fl., deren erster bereits berichtigt wurde, dem Vereine als Mitglied beigetrcten. Correspondenz der Administration. Herrn S. E. Daschewsky in Elisabctharad. Wir bestätigen dankend den Empfang folgender Abonnements durch Sie: Von den Herren Dr. I. I. Gol» dcnbera, Dr. R. Kutschcrsky, Alexander Godberg, David Mohilewsky, I. A. Katz, Dr. B. Zagorsky, je zwei Rubel und I. I. Bernstein, Bukstan L Co. in Odeffa je 4 Rbl. ab 15. Juli 1891. Herrn I. Willheimer in Sofia. Wir bestätigen dankend den Empfang folgender Abonnements durch Sie: Am 27. Mai d. I., von Ihnen 5 Francs ab 1. April 1891 und von Herrn I. Steruberg, 5 Francs ad 1. Mai 1891; Ende Juli d. I. von den Herren I. W. Löwingcr, A. M. Silber, Moriz Boschan je 5 Francs ab 1. Juli 1891. Correspoudenz der Redaktion. —.— in Magdeburg. Auf das Thema kommen wir in nächster Nummer zu iprechen, Brief folgt. Herr M. Ebner, Czcrnowitz. Leider kam Ihr w. „Eingcsendet" für diese Skr. zu spät. Erscheint in nächster Nummer. ' Sprechsasl. Antworten: An Jfch Jehndi in Grodek. Als Agitationsschrift für die Zionsidee ist auch folgendes grundlegende Werk von Wichtigkeit: „Derischath Zion oder Zions H e r st e l l u n g" in hebräischer Sprache von 'Hirsch K a l i s ch e r. ins Deutsche übersetzt von Dr. Poppcr, Rabbiner in Czernikau; Thorn 1865. Dr. Jsak Schecht in Bojan. Allen Freunden und Gesinnungsgenossen sage ich, beruflich für kurze Zeit in die Alpcnländer abgercist, ein herzliches Lebewohl und bitte um Entschuldigung, wenn ich in der Eile keine separaten Abschiedsvisiten gemacht habe. Abraham Sauber borg, Ingenieur. Belletristisches. David Allrop. Von Benjamin d'Jsraeli, Lord of Beaconsfield. (15. Fortsetzung.) ' „David." „Ein recht verständiger Raine! Guter David, es war ein Glück, daß ich bei der Hand war, als Ihr mit der Schildwache spracht. Ein Jude mit einem Franken sprechen, und noch dazu mit einer Schildwachi; Ei, ei, ei! das ist was schönes! Wahrhaftig, cs war ein wahres Glück? Nicht wahr?" „Allerdings ein großes Glück." „Nun, das ist doch aufrichtig! — Da, den Weg da! Es ist nicht weit. Wir sind unserer wenig hier, mein lieber Herr, aber es wird eine bessere Zeit kommen, ja sie wird kommen." „Das glaube ich auch." „Wir haften unsere Zusamuienkünfte auf einem ehemaligen Friedhofe. Ihr habt gewiß einen schönen Tempel in Bagdad, Jerusalem ist nicht Bagdad. Aber dieser hat auch seine Ursachen. Er ist sicherer, und wir sind nicht sehr reich, wünschen auch nicht so zu erscheinen " Ein langer Gang führte sie zu einer Anzahl kleiner, niedriger Gemächer, wo man aus einem in das andere ging. Sie wurden von ehernen Lampen erleuchtet die hier und da in leeren Nischen standen, in welchen sonst Leichname gelegen hatten, und .die jetzt durch den Rauch der Lampen beschmutzt waren. Zwei- bis vreihundert Personen waren in diesen Gemächern versammelt, und wer aus dem Hellem Tageslichte Hinabstieg, konnte kauui etwas unterscheiden. Rach und nach geivöhnte sich aber das Auge an die trübe und dunstige Atmosphäre, und Alroy erblicke in dem letzen und bester ecleuchtetcn Gemache ein hohes Bauwerk von. Cedernholz, das Nachbild der Bundeslade, in welchen: sich die heiligen Gefäße und die geweihten Abschriften des Gesetzes befanden. Hier standen die Ueberreste Israels, gefangen in ihrer ehemaligen Hauptstadt, in Reihen ausgestellt, gelobten, trotz ihrer Leiden, ihrem Gotte Treue, und bewiesen sie, ungeachtet alles Schmerzes getäuschter Hoffnungen. Ihr einfacher Gottesdienst war beendet, die Gebete gelesen, die Antworten gegeben, das Gesetz aufgelegt und vom Vorbeter waren die frommen Gaben bekannt gemacht. Nachdem dieses geschehen, öffnete der ehrwürdige Zimri einen Band des Talmuds und legte dem versammelten Volke das Gesetz aus. „Es steht geschrieben," sagte der Rabbi, „Du sollst keinen andern Gott haben neben mir. Wißt Ihr aber, was unser Vaier Abraham sagte, als Nimrod ihm befahl, das Feuer anzubeten? Abraham antwortete: Warum nicht lieber das Wasser, welches daS Feuer verlöschen kann? Warum nicht die Wolken, welche Wasser hcrabgießcn können? Warum nicht die Winde, welche Wollen erzeugen können? Warum nicht Gott, welcher Winde schaffen kann?" Ein Gemurmel des Beifalls lief durch die Versammlung. „Eliezer," sagte Zimri zu einem jungen Rabbi gewendet; „es steht geschrieben, daß der Herr eine gllppe nahm von Adam als dieser schlief. Ist denn Gott ein Räuber?" Der junge Rabbi richtete bestürzt und verlegen seine Augen auf den Boden.. Die Versammlung selbst war eben so verlegen und etwas beunruhigt darüber. „Nun? Keine Antwort?" sagte Zimri. „Rabbi", entgegnen ein Fremder, ein großer schwarzbrauncr afrikanischer Pilger, der in einer Ecke in einen rothen Mantel gehüllt stand, und über den eine Lampe ein flackerndes Licht ergoß: „Rabbi, in mein Haus brachen in vergangener Nacht Räuber ein und stahlen mir ein irdenes Geschirr, ließen mir aber statt besten ein goldenes Gefäß, zurück." . „Wohl gesprochen, sehr wohl'gesprochen!" rief die Versammlung. Der Beifall war laut. (Fortsetzung folgt.) Lachtrsg. Die letzten aus Palästina einlangenden Zeitungen sprechen sich alle höch st b er u h i g e nd über das sogenannte Verbot der Einwanderung ans, für das zum Theil die englische Intervention verantwortlich gemacht wird. Am leichtesten werde dasselbe dadurch, daß die einwandcrnden Juden die türkische U n t e rthanenschaft annehmen, paralysirt werden. „H a o r" speciell ist voller Zuversicht und sicht in dem Verbot einen V e wei s des Forisch r i t t e s, den die Zionsidee gemacht hat. Man werde das momentane Hinderniß leicht beseitigen können. Die Nachrichten über den Noth st and in Ier u s a l em sind nach den uns zugekommenen neuesten Mittheilungen arge Uebertreibungen. _ Soeben ist erschienen: Volksbibliothek des Vereines „Zion" Nr. 2 und 3: „Der Wecker" Preis 12 Kreuzer. Nr. 1 der „Volksbibliothek" unter deni Titel „Der Kanczug" ist noch in wenigen Exemplaren im Vereine „Zion" zum Preise von 10 Kreuzern vorräthig. Bestellungen, welchen eine 5-Kreuzer-Briefmarke als Porto beizulegen ist, sind zu richten: Verein „Zion" Lemberg, Kosciuszkogassc Nr. 5. „Revista Jsraeiita" Rumänisch-Israelitisches Organ. Erscheint in Bucarest am 1. und 15. jeden Monats in Buchsormat, 32 bis 48 Seiten stark. Abonnementspreis für Ausland ist Frcs. 20 ganzjährig, 10 Frcs. halbjährig und5 Frcs. vierteljährig. Enthält Artikel bezüglich des Judenthums im Allgemeinen, hauptsächlich betreffs der Juden in Rumänien. Hat auch eigene Correspondenzen von den Colonien in Palästina, Anierika und anderwärts. Doktor der Rechte und Vertheidiger in Strafsachen, der in einigen Monaten eine Advokaturskanzlei eröffnet, wünscht sich mit einer zionistisch gesinnten Dame (Mädchen oder Wittwe) mit entsprechendem Vermögen zu verheiraten. Anträge nnter „Dr. W." an die Administration dieses Blattes. mb n&m, s.121 1JHK3 DBHJ JTNÖ tm'rrnn nVUTO $>*1’ Itw' .v'3«' c*!?nj D’IDID nana 1SUV131 Tno . bc 2 pi nie’!? 11'Nll .kmllin vaiN Iit^ .(jyp’iKBBjmn). fps ni»a in f]DM vip 20 main . Gustav Bader, Krakau. Wawrzynea 20. Ein oder zwei Knaben im Alter von 13 bis 17 Jahren in Pension zu nehme», wünscht ein anständiges Haus. Adreffe in der Administtatwn. d.Bl. Für die Rcdaction verantiv.: Dr. Nathan Birnbaum. Buchdruckerei Schloßberg» Wien, II., Stephaniestt. 2

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