Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 9 (3.5.1891)
- Date
- 1891-05-03
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. S el b st - E m a n c i p a t i o n. Nr. 9. wurde. Dasselbe soll enthalten: 1. Artikel über die Vorttcfflichkeit und Ncalisirbarkeit des Gedankens, Hebräisch zur Umgangssprache zu machen. 2. Aufforderung zur Gründung ähnlicher Vereine. 3. Aufzählung der bestehenden Sprechvereine und Berichte über deren Wirten. 4. Untcrrichtsplänc. 5. Vocabular sammt Kritik der von den einzelnen Vereinen neu angcwendcten Wörter. 6. Artikel in Sachen der Colonisatton Palästinas. 7. Gedichte und Erzählungen. 8. Bibel- und Agada-Comnicntare auf philologischer Grundlage. 9. Capitcl aus der Geschichte der Juden und des Judcnthums. Auch die „Safah berurah" in Warschau ist sichr rührig. Sie hat eine Schule und eine Bibliothek gegründet und gibt Volksbücher heraus, deren erstes „die Geschichte des R. C h a s d a i Gaon" ist. Eingesendet. Der Verein „Admath Jeschuru n" in Wien ersucht höflichst alle Gesinnungsgenossen, welche seit Juni 189g bis heute für denselben bestimmte Gelder an die Adresse des Herrn Dr. Filipp H a j e k gesendet haben, dem gefertigten Präsidenten die Höhe des Betrages (resp. der Beträge) und das Datum der Absendung (womöglich unter Beifügung von Rccepissen, Quittungen u. s. w.) baldigst bekannt geben zu wollen. Für den Verein „Admath Jeschuru n": Dr. At. I. Schnirer. Dr. O. Kokcsch dz. Präsident. dz. Schriftführer. Wien-Döbling, Hirschcngaffe 35. Berlin, den 11. April 1891. Geehrter Herr Ncdacteurl In der letzten Nummer ihrer wcrthcn Zeitschrift, in welcher in dem Arttkcl „Mahnwort an alle Vereine für die Colonisatton Palästinas" der Gedanke ausgesprochen wurde, daß ein CenttalcomitL geschaffen werden uiützte, welches alle palästtnasreundlichen Kräfte vereinigen solle, machte der geehrte Verfasser des erwähnten Arttkels beut „Russisch-jüdischen wissenschaftlichen Vereine" den Vorschlag, mit allen zionistischen Vereinen in Beziehung zu tteten und Zeit und Ott für einen nach Berlin zu berufenden Delcgirtcntag zu bestimmen. Obzwar wir mit Freuden die Erfüllung des ausgesprochenen Planes begrüßen würden, so halten wir cS dennoch für unsere Pflicht zu erklären, daß der „Russisch-jüdische Wissenschaftliche Verein" als studentische Corporation sich dieser cdlxn Aufgabe nicht unterziehen kann, da er sich allen praktischen Untcrnchmungeit ferne hält und sich ausschließlich mit dem Studium der jüdischen Geschichte, der jüdischen Frage und der nationalen Idee in theorcttscher Hinsicht beschäfttgt. Dagegen sind viele Mitglieder des Vereines gerne bereit, sich jeder ihnen von irgend einem Palästtnavercinc aufcrlcgtcn Arbeit zu unterziehen. Hochachtungsvoll für den „Russisch-jüdischen wissenschaftlichen Verein" L. Mozkin, cand. math. L. Lury, stud. Phil . I. Vorsitzender. I. Schriftführer. Geehrte Redaction! Gestatten Sic, das ich zu der in der vorigen Nummer Ihres Blattes aufgeworfenen Frage der Einberufung eines Dclegirtentagcs sämmtlichcr zionistischer Vereine Stellung nehme und meine Meinung darüber Abgesehen von der Unrealisirbarkeit eines solchen allgemeinen Delcgirtentages, welche ich weiter unten Nachweisen werde, ist der eine vom Verfasser des Lcitarttkels der vorigen Nummer angeführte Zweck: Die Schaffung eines Ccnttums, dem alle Gelder der landsmannschastlichcn Subccnttcn zufließcn,sollen, die jenes zu verwenden habe, unerreichbar und der andere Zweck, nämlich das Aufstellcn eines gemeinsamen zionisttschen Programms, könnte nur der Sache schaden. Niemals könnte der russische Chovave Zion-Verein einem anderen die Verwaltung seiner Gelder überlassen, da derselbe unter der strengen Conttole der russischen Regierung arbeitet, die ein solches statutenwidrigcS Gebühren mit der Auflösung des Vereines beantworten würde. Diesem Verein aber etwa die Gelder der übrigen Vereinigungen zuflicßen zu lassen, hieße die Hand in den Nachen des Löwen stecken, da die Existenz der „Chovave Zion" nur von der Laune der Negierung abhängt. Ebensowenig würde der „Esra" seine Autonomie aufgeben wollen, der übrigens stets seine Jnformattoncn bei Herrn Scheid cinholt und wahrscheinlich auch durch die Verwalter des BaronS feine Unterstützungen vcrtheilt. Von schädlichen Folgen für die Zionsidee wäre das Aufstellen eines festen Programms. Gar viele und besonders die deutschen und französischen Juden ttagen ihr Scherflein nicht aus zionisttschen, sondern aus „Humanitären" Gründen, wie sic cs nennen, bei. Kaum wird die Zionsfahne entrollt, so ziehen sich viele zurück aus Furcht vor Stöcker oder Drumont. Dann wäre auch ein festes Programm nur ein Hemmschuh für die ziouisttsche Bciveguug, die sich nach den verschiedenen Vcrhättnissen der einzelnen Länder recken und strecken muß *) Auf die Worte „Zion", „Wiederbelebung des Jndenthums" muß geschworen werden und der Wege nach Zion gibt es gar viele. Was endlich die Unrcalisirbarkcit des allgemeinen Delegirtcntages anbettifft, so möchte ich nur eine Thatsache erwähnen, welche die Gebundenheit der Chovave Zion in Odessa genügend charakterisirt. Als dieser Verein die Bestättgung seitens der Negierung crhiett, wurde ihm vom „Esra" in Berlin ein Gratulattonsschreiben zugcschickt. Dieses blieb bis nun unbeantwortet, da der russische Verein jede officiclle Verbindung mit dem Ausland aus Furcht vor Auflösung vermeiden muß. Und nun erst die Beschickung eines „jüdischen Congreffes" wie es sogleich heißen würde! Wohl kann eine private Besprechung weniger Personen stattfinden, wie dies auch vor einigen Monatcn in Paris geschehen ist, aber, um Gottcswillen nurkeinDelcgirtentag! Wenn ich gegen einen allgemeinen Delcgirtcntag bin, so möchte ich desto eifriger für einen sogenannten landsmannschaftlichen Dclegirtentag und besonders für einen galizischcn cintreten. Trotz der mehrjährigen Agitatton ist die zionistische Bewegung in den breiten Volksschichten fast noch gar nicht bekannt. In Galizien ist der Boden für diese Idee günstiger als irgenivo, da hier die Assimilatton ihre Drachcnsaat noch nicht ansgcsttcut hat und das jüdische Volk bei polittscher Freiheit das Gefühl der Solidarität und Nationalität noch intakt besitzt. Also die Sache frisch angreifen und das Judcnthum Galiziens ist zionisttsch.**) Z., 21. April 1891. Hajehudi. *) Von der Aufstellung eines „gcmcinsamcn zionisttschen" oder „festen Programmes" war in dem Lcitarttkel der Nr. 8 keine Rede. Die Ccntralbehörde hat sich nach demselben nur mit der Gelderverwcndung zu befassen, glcichgilttg, ob die Gelder aus zionistischen oder Humanitären Händen stammen. Die Aufstellung eines Programmes kann nach dem Inhalte des mehrerwähnten Arttkels nur Sache der landsmannschaftlichcn Subccnttcn sein, da sie zum Capitcl „Agitatton" gehört. Die Redaction. **) Wir behalten uns natürlich vor, für den Fall, als nicht andere Freunde und Mitarbeiter unseres BlattcS uns zuvorkommcii sollten, den geehrten Herrn Einsender, soweit es noththut zu widerlegen. — Neuerlich tritt auch der „Hamagid" für eine Einigung sämmtlichcr Zionsvereine ein. Die Redaction. Sprechsaal. Antworten. Herrn L. M. in Berlin. Außer dem von Herrn Dr. I. S. in Bojan genannten'Werke ist mir von Sir Laurcncc Oliphant noch folgendes Werk über das heilige Land bekannt; „The Land of Gilead". Dasselbe ist von N. S o k o l o w in dessen „Ercz chemdah" berücksichtigt. stud. med. L. Sch. in Kazan. Herrn L. M. in Berlin. Von Sir Laurcncc O l i p h a n t ist mir eine Brochure „Die Juden und die Orientfragc" bekannt. Dieselbe ist in deutscher Uebcrsctzung in den „Populär-Wissenschaftlichen Monatsblättern" in Frankfurt a. M. erschienen und sind Scparatabdrückc davon gemacht worden. M. T. in Wien. Fragen. Herr stud. med. L. Sch. in Kazan. Wem ist bekannt, ob es außer „Ercz chemdah" von Sokolow noch eine systematische Geographie des heiligen Landes Jsch Jehudi in Grodek. Welche Schttften in d e u t j ch c r Sprache eignen sich als Agitationsschriftcn für die jüdisch-nattonale Idee? Correspondenz der Redaction. Herrn Moriz Pachtmann in Drohobycz. Ihr „Eingescndct" für diese Nummer zu spät gekommen. Herrn L. H. in Berlin. Wir nehmen bis auf Weiteres Gedichte nur in Ausnahmsfällen an. Herrn A. L. in Lemberg. Die Antwort auf Ihre Anfrage ersehen Sie aus der hcuttgen Nummer. Herrn S. I—n 'in Odessa. Ihre Correspondenzen haben sämmtlich den Fehler, für uns zu umfangreich zu sein. Die beiden letzten konnten wir nicht gebrauchen, die ersternicht, weil mir uns nicht mit ellenlangen Verherrlichungen eines neugebackenen Adeligen befassen, die zweite nicht, weil sie unseren Leserkreis nicht interessirt. Herrn Dr. G. B. in Odessa. Herzlichsten Dank für Ihre freundlichen Wünsche. Correspondenz der Administration. ' Herrn H. C. in Berlin. Der Empfang von 8 Mark Jahresabonnement ab 1. April 1891, und 12 Mark Spende zu Agitationszwecken wird dankend bestättgt. Herrn Paul Löbl in Wien. Wir ■ bestätigen dankend den Empfang von 4 fl. als Abonnementsgebühr per 1891. Herrn Moritz Pollatschek in Wien. Der Empfang der halbjährigen AbonucmentSgebühr per 2 fl. ab 1. April 1890 wird dankend bestätigt. Wegen NanmmangelS bleibt die Fortfctzung des Nomancs „David Alroy" heute aus. Berschleiffstellen in Wien: (außer dem Administratiouslocale) Schrcigassc 6. Stefanie,traßc S, Buchdrucker« a et) i o VIII., Wikkcnburggasse 18, Parterre, Th 3. X., Kcpplcrplatz I, 2. Stock, Thür 19. ui U ucru. mro in echter, unverwüstlicher Goldschrift, eigener Idee und Ausführung, aus lithographischein Wege nicht nachzuahmcn, in den feinsten Zimmern als Zierde dienend nnd zn Hochzcitsgeschenkcn ganz besonders geeignet, empfiehlt in 3 verschiedenen Sorten zn M. 10, M. 15 und M. 20, ebenso Jahrzeitstabelleu in gleich schöner, zweckentsprechender Weise, auf 50 Jahre im Voraus berechnet. Lehrer Mansbach ' Karlsruhe in Baden, Cirkel 30. Josef Elkan Selchwaarcnfabrikant in Pilse» (Böhmen) cmpstchlt sein Wurstzeug in vorzüglichster Qualität. En gros et en detail. Ein oder zwei Knaben im Alter von 13 bis 17 Jahren in volle Verpflegung zu nehmen, wünscht ein anständiges Haus. Adresse in der Administratton.. b: Bl. Für die Redaction verantw.: Dr. Nathan Birnbaum. Buchdruckerei Schloßberg, Wien, Ik., Stephanies». 2