Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 6 (16.3.1891)
- Date
- 1891-03-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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S c l b st - E m a n c i v a t i o n. Nr. 6. mein Sohn; eine felsige Wilbniß, wo ich mein Pferd nicht auf die Weide hiiischickcu möchte." Er neigte sich herab und richtete seine Augen mit forschendem Blicke auf seinen Gefährten. Das Mondlicht fiel auf das entschlossene Antlitz des „Fürsten der Gefangenschaft". „Honain," entgegncte er, indem er ihm die Hand drückte, „ich danke Dir. Du kennst mich nicht, aber doch danke ich Dir" „Ihr seid also zur Zerstörung cntschlosien?" „Zum Ruhme, zum ewigen Ruhme." „Ist denn ein günstiger Erfolg möglich?" „Ist denn ein ungünstiger möglich?" „Ihr seid wahnsinnig." „Ich bin fest im Glauben." „Genug. Keine Antwort mehr. Ihr habt jetzt nur noch einen Ausweg. Mein Bruder hat Euere Unternehmung von einer Bedingung abhängig gemacht, aber von einer unmöglichen. Erlangt das Sccpter Salomo's, und ich will Euer Unterthan werden! Ihr werdet ein Jahr hinbringea in dieser Bemühung. Ihr seid jung und könnt es daran wenden. Hoffentlich werdet Ihr nichts schlimmeres erfahren, als Zeitverlust, der freilich auch sehr wichtig ist. Meine Pflicht ist es nun, nach allen Euren Leiden Euch wenigstens in guten Verhältnissen auf Eure Abenteuer auszuseiidcn, und Euch Mittel und Wege zu einer minder beschwerlichen Pilgerfahrt zu verschaffen, als bis jetzt Euer Loos gewesen ist. Glaubt mir, Ihr kommt wieder nach Bagdad und nehmt mein Anerbieten an. Jetzt steigt der Nachtthau hernieder, wir wollen also zu unscrm Divan zurückkehren und noch eine Schale Kaffee trinken." - — Als einige Tage nach dieser Unterredung auf der Terrasse Alroy in dem schönen Garten seines Wirths in einer Laube ruhte, und über seine Zukunft nachdachte, berührte ihn Jemand von rückwärts. Er schaute auf. Es war Honain. „Folgt mir," sagte Jabastors Bruder. Der Prinz stand auf und folgte ihm schweigend. So traten sie in das Hans, und nachdem sie durch das oben beschriebene Gemach gekommen waren, gingen sic durch eine lange Gallerie, welche in eine breite Treppe endete, die zum Flusse herabführtc. Am Ende derselben war ein Boot befestigt, das auf dem blauen Tigris in der Sonne glänzend schwamm. Jetzt gab Honain Alroy ein sammtnes Packet, das er ihn tragen hieß, und dann stiegen sie die Stufen hinab, in das bedeckte Boot. Ohne dem Schiffer irgend eine Richtung zu bestimmen, befanden sic sich bald auf dem vollen Strome. Endlich hielt nach Verlauf von beinahe einer Stunde das Boot still und ward an eine Treppe befestigt. Die Vorhänge wurden hinwcggezogen, und Honain stieg mit seinem Gefährten aus. Aus einem Cyprcssenhaine am Ufer des breiten, aber stillen Flusses erhob sich ein niedriges, aber sehr ausgedehntes Gebäude, mit weitzen und goldenen Arabesken bemalt, unregelmäßig aber malerisch in seiner Form, mit einigen kleinen Kuppeln, und hohen und schlanken Thürmen. Der reißende Strom hatte sie weit von der Stadt hinweggcführt, die in großer Entfernung noch sichtbar war. Umher erblickte man weder eine Wohnung, noch ein menschliches Wesen. Am gegenüberstehenden Ufer lagen ummauerte Gärten. Selbst kein Boot ruderte vorüber. Honain winkte immer noch schweigend Alroy zu, ihm zu folgen, ging zu einer kleinen Thür und klopfte an. Augenblicklich ward von einem Nubier geöffnet, der sich ehrerbietig verbeugte, als die Besuchenden vorübcrgingen. So schritten sie durch einen niedrigen und düstern Gang, der mit Bogen von Gitterwerk bedeckt war. bis sie an eine Thür von Schildkrot und Perlmutter gelangten. Hier wendete sich Honain, der voraüsgegangcn, zu Alroy um, und rief ihm zu: „Was auch geschehen und wer Euch auch nahen mag, sprecht nicht, so lieb Euch Euer und mein Leben ist." DaS Thor ward geöffnet, und sic befanden sich sin einer großen prachtvollen Halle. Pfeiler ' von vielfarbigem Marmor stiegen aus roth und blauer Fußtäfelung von demselben Gehalt empor und trugen eine gewölbte, kreisförmige und hoch sich hebende Decke von Purpur, Scharlach und Gold. Um einen Springbrunnen her, der sich aus einem unermeßlichen Becken von Lapislazuli fünfzig Fuß hoch erhob, saß auf kleinen gelben Matten aus der Berberei eine Gruppe nubischcr Eunuchen in reiche Gewänder von Gold und Scharlach gekleidet, und mit elfenbeinernen Streitäxten bewaffnet, deren mit den köstlichsten Arabesken auf's feinste ausgelegten Griffe von den blauen und glänzenden Klingen sonderbar abstachen. Honain winkte Alroy ihm zu folgen, und so schritten sie durch die Halle. Nachdem sie durch einen offenen Bogen gekommen, traten sie in einen viereckigen Rosenhof. Sie gingen uun längs eines Säulengangs von leichter, luftiger Bauart hin, der die Halle mit dem übrigen Theile der Gebäude verband, und standen dann vor einem hohen, prächtigen Portale. (Fortsetzung folgt.) Corrcspondeuz der Redaction. Herrn I. E. in Czernowitz. Für uns nicht geeignet. Den „Mnth", den Aufsatz zu veröffentlichen, fänden wir schon, denn mir fürchte» uns weder vor Herrn Heinrich Wagner, noch vor Herrn Friedrich Vormund; sie lassen uns nur beide kalt. Herrn A. S. in Braila. Seiner Lordschaft, Earl of Aberdeen in London. Herrn L. M. in Berlin. Für diese Nummer zu spät eingelangt. Correspondenz der Administration. Herrn M. S. in Czernowitz. Schon in Nummer 1 dieses Jahrganges bestätigt. Es wird zur Kenntnis unserer geehrten Leser gebracht, daß die Nmnmern 3 und 7 des 3. Jahrganges und die Nummern 1 und 2 dieses Jahrganges vollständig vergriffen sind. Auch sind die ersten zwei Jahrgänge nicht eomplet zu haben. Sprechsaal. Herr L. M. in Berlin: Hat Sir Oliphant über die ZionSidce geschrieben und was? Eingesendet. Gän«»n(n Öslerreich’s! Denket an Eure verfolgte» Brüder und tretet den Palastina-Colouisatiousvereincn bei! Diese sind in Oesterreich: Verein „Admath Jeschurun" in Wien, IX., Müllnergasse 13) Verein „Admath Israel" in Stryj (für Galizien). Berschleißstellen in Wien: (außer dem Administrationslocale) Schrcigasse 6. II., Praterstraße 13, Buchhandlung CH. D Lippe II., Stefanicstraße 2, Buchdruckerei Schloßberg. VIII., Wickenburggasse 18, .Parterre, Th 3. X., Kepplcrplatz 1, 2. Stock, Thür 19. Ottakring, Hubcrgaffe 12, Buchdruckcrei Frankl. Ravirschek'F Restauration Wien, Bez., Wipplingerstraße 47, vis-a-vis der Börse. Gute Küche, vorzügliche Getränke, aufinerksaine Bedienung. — Großer Saal für Unterhaltungsabende, Versammlungen, Hochzeiten. Selchwaareusabrikant in Pilsen (Böhmen) empfiehlt sein 1L)2 Wurstzeug in vorzüglichster Qualität. 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